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Veränderungen stehen an
Die Feuerwehr Speicherz feiert 130-jähriges Bestehen
Feuerwehr Speicherz
Mit immer mehr Bürokratie hat der Vorstand zum 130-jährigen Bestehen der Speicherzer Feuerwehr zu tun – frühzeitig Angebote kaufen ist auch für (von links) Manuel Augustin, Vanessa Vogler und Fabian Grünewald das geringste Problem. // Stephanie Elm
Speicherz – Bei allem Wandel, den die kleine Wehr in diesen vielen Jahrzehnten erlebte, bleibt eines gleich: ihr Sinn für Eigeninitiative.
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Von Anfang an zieht sich diese Bereitschaft wie ein roter Faden durch die Geschichte der mittlerweile 68-köpfigen Feuerwehr. Seit ihrer Gründung 1896 war sie nicht nur da, wo es brannte, sondern war „Kristallisationspunkt“ und wirkte „segensreich für das ganze Dorf“, wie Horst Fischer es in seiner Festrede zur 700-Jahr-Feier von Speicherz formuliert hatte.

Das Engagement der Wehrler beschränkt sich nicht nur auf Übungen und Einsätze, auch das soziale Leben im Dorf sowie seine Attraktivität werden durch das Engagement der Floriansjünger bereichert. So entstand in Eigenleistung aus der einstigen Scheune des Dorflehrers das bis vor vier Jahren genutzte Feuerwehrhaus. Auch der Spielplatz, die Grillhütte und das Ehrenmal für die Gefallen der Weltkriege gehen auf den Einsatz der Feuerwehr zurück.

Derzeit müssen die Speicherzer Feuerwehrfrauen und -männer zwei große Veränderungen bewältigen: Den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses und die Anschaffung des neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF). Die Arbeitsgemeinschaften haben den jeweiligen Bedarf erarbeitet: „Bitter nötig“ sei das neue Feuerwehrhaus.

Derzeit lagern die Schutzausrüstungen in einem Container, seit 2022 Übergangslösung bis zum Einzug ins neue Feuerwehrhaus. Das alte Feuerwehrhaus als auch das alte TSF gelten als „denkmalgeschützt“ und „Liebhaberstück“, beides von den Wehrlern gehegt und gepflegt. „So war das eigentlich schon immer in Speicherz: mit Eigeninitiative und aus eigener Kraft“, sagt Manuel Augustin, einer der drei Vorsitzenden.

Und natürlich kann der Vorstand auch jetzt mit vielen Helfern ein Fest auf die Beine stellen – trotz wachsender Beschränkungen und Bürokratie: „Früher hat man einen Anruf gemacht, dann war das erledigt“, blickt Fabian Grünewald, ebenfalls Vorsitzender des Vereins, auf  Feste und die damals überschaubare Organisationsarbeit zurück.

Schon im Laufe seiner 15-jährigen Vorstandskarriere wurde alles „komplizierter“: Immer mehr offizielle Anfragen müssen geschrieben werden, Konzepte und Preislisten müssen Gemeinde und Polizei vorgelegt werden, Jugendschutz muss nachweisbar sein. So manche Gesetzesänderung wird den Floriansjüngern erst bekannt, nachdem ein Konzept abgelehnt wurde: „Dann organisieren wir halt um“, so Augustin.  Bei vielfach ehrenamtlichem Engagement neben Beruf und Familie heißt es: „Na klar, trotzdem machen wir ein Fest. Wenn wir nichts machen, stirbt der Feuerwehrverein“, betont Grünewald.

Etwa ein Jahr Vorlaufzeit war nötig, um alle Punkte zu klären: Was, wann, wie groß soll das Fest werden, was gibt’s zu essen? Routine besteht beim Ausleihen des Festzeltes und der Hüpfburg, Anfragen von Musikkapellen, Einladungen verschicken, Einteilen von Theken-, Servier- und Spülpersonal. Zwei Monate vor dem Fest fing man an, „angebotsabhängig“ einzukaufen – die Gäste sollen gut versorgt werden. Bei vielen Mitgliedern „verteilt sich alles auf viele Schultern“, weiß Vanessa Vogler, Schriftführerin im Feuerwehrverein.

Für das große Fest hat sich der Vorstand eine neue Attraktivität einfallen lassen: Zur Blaulichtausstellung werden nicht nur die Fahrzeuge der benachbarten Wehren und die Drohnengruppe der Zeitlofser Wehr zu besichtigen sein, auch die alte Handdruckspritze der Speicherzer Feuerwehr wird zu sehen sein. Seit 2011 steht sie im Schaudepot des Feuerwehrmuseums in Fulda und kann beim Jubiläumsfest der Feuerwehr mitfeiern: Auch sie wird 130 Jahre alt. 

Der Termin

Die Festlichkeiten zu „130 Jahre Freiwillige Feuerwehr Speicherz“ finden am 26. und 27. Juli auf und um den Sportplatz statt. Am Sonntag startet der Festzug um 10 Uhr, danach spielt der Musikverein Dollautaler Motten. Zum Mittagstisch ab 11.30 Uhr werden Sauer- und Spießbraten serviert. Um 13 Uhr wird die Blaulichtausstellung eröffnet, ab 14 Uhr gibt es Kuchen aus dem Dorfbackhaus. Um 18 Uhr spielt der Musikverein Oberzell. Am Montag wird ab 17 Uhr bei Schlachtschüsselessen weitergefeiert, mit den Weißenbacher Schlosshofmusikanten ab 18 Uhr.

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