Wenn in Mitgenfeld der Maibaum aufgestellt wird, dann ist das traditionell weit mehr als ein fester Termin im Kalender – es ist ein Stück gelebte Dorfgemeinschaft. In diesem Jahr stand der gelebte Brauch ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Die Freiwillige Feuerwehr Mitgenfeld verband das traditionelle Maifest mit ihrem 125-jährigen Bestehen.
Zwei Tage lang wurde am Feuerwehrhaus gefeiert, erinnert, gedankt – und vor allem spürbar gemacht, wie viel Herzblut, Zusammenhalt und Heimat in dieser Wehr stecken.
Zum feierlichen Maibaumaufstellen sorgte die Jugendkapelle Breitenbach/Mitgenfeld für den passenden musikalischen Rahmen. Später übernahmen die Hochsitzmusikanten und brachten beste Stimmung auf das Festgelände, ehe ein DJ den Abend musikalisch ausklingen ließ. Dazu gab es als Highlight frisch gebackene Pizza aus dem Backofen.
Die Menschen tragen das Konzept
Der Tag begann mit einem würdig gestalteten Festgottesdienst auf dem Festgelände. Diakon Horst Conze fand wertschätzende Worte für das, was die Freiwillige Feuerwehr seit Generationen ausmacht: Dienst am Nächsten, Verantwortung füreinander und das selbstverständliche Eintreten für die Gemeinschaft. Er stellte nicht nur die technische und organisatorische Seite des Feuerwehrdienstes in den Mittelpunkt, sondern vor allem die Menschen dahinter – jene Frauen und Männer, die ihre Freizeit einsetzen, wenn andere Hilfe brauchen.
Im Anschluss begrüßte der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Mitgenfeld, Konstantin Zeier, die zahlreichen Gäste und blickte in seiner Festrede mit Stolz und Dankbarkeit auf die Geschichte der Wehr. Er erinnerte daran, dass die Feuerwehr Mitgenfeld am 13. Januar 1901 gegründet wurde – als Nachfolgerin einer bereits 1854 ins Leben gerufenen Bürgerwehr.
Was mit einer Eimerkette begann
Schon damals, so schilderte er, seien im Dorf klare Aufgaben verteilt gewesen: Wer im Brandfall die Leiter zu holen hatte, wer Wasser herbeischaffen musste. „Aus der einstigen Eimerkette ist über 125 Jahre eine moderne Einsatzorganisation geworden“, sagte er. „Doch die wichtigsten Werte sind geblieben: Zusammenhalt, Verantwortung und Einsatzbereitschaft.“
Zeier würdigte die Leistungen der Generationen vor ihm, die Brände bekämpften, Unfälle absicherten, Sturmschäden beseitigten und das Dorf schützten – und dankte besonders allen aktiven und ehemaligen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, die die Wehr mitgeprägt haben und bis heute unterstützen.
Auch Oberleichtersbachs neuer Bürgermeister Roland Wehner fand in seiner Ansprache sehr persönliche und anerkennende Worte. 125 Jahre Feuerwehr Mitgenfeld, so betonte er, bedeuteten 125 Jahre gelebte Verantwortung. Generationen von Menschen hätten Verantwortung übernommen, seien aufgestanden, wenn andere Schutz brauchten, und gehandelt, wenn Hilfe nötig war. „Feuerwehr ist mehr als Einsätze fahren. Feuerwehr ist Gemeinschaft, Zusammenhalt und Heimat“, sagte Wehner und dankte allen Aktiven, Ehemaligen und ihren Familien für diesen unverzichtbaren Dienst am Gemeinwesen.
Urkunde überreicht
Ein sichtbares Zeichen der Anerkennung brachte auch Kreisbrandinspektor Marco Brust mit. Er überreichte dem Vorsitzenden Konstantin sowie Kommandant Michael Greger eine Urkunde zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Mitgenfeld. In seinen Worten hob er die besondere Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren hervor, denn sie seien nicht nur unverzichtbare Säulen der Sicherheit in den Gemeinden, sondern zugleich tragende Pfeiler des gesellschaftlichen Lebens.
Wo Feuerwehr ist, da ist Verlässlichkeit. Da sind Menschen, die Verantwortung übernehmen, bevor andere überhaupt fragen. Gerade in kleineren Orten wie Mitgenfeld sei die Feuerwehr weit mehr als eine Einsatzorganisation – sie sei Identität, Rückhalt und gelebtes Ehrenamt.
Musik im geselligen Teil
Nach dem offiziellen Teil ging das Fest nahtlos in einen geselligen Feiertag über, musikalisch umrahmt von der Jugendkapelle Breitenbach/Mitgenfeld und später erneut von den Hochsitzmusikanten. So wurde das Jubiläumswochenende der Freiwilligen Feuerwehr Mitgenfeld weit mehr als ein Rückblick auf 125 Jahre Vereinsgeschichte.
Es wurde ein lebendiges Bekenntnis zu Gemeinschaft, Ehrenamt und Heimat. Ein Fest, das zeigte, wie tief die Feuerwehr im Dorf verwurzelt ist – und wie sehr sie bis heute das Herz Mitgenfelds mitprägt.











