Für Unterleichtersbach ist es ein Meilenstein: Mit einem Festakt wurde das neue Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus eröffnet. Was von außen als modernes Gebäude sichtbar wird, ist für die Menschen im Ort weit mehr als ein funktionaler Neubau – nämlich ein Ort, der Sicherheit ausstrahlt und für die Dorfgemeinschaft steht.
Zahlreiche Gäste kamen zur Feierstunde am Vormittag, darunter die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften, Vertreter aus Politik, Mitglieder des Gemeinderats sowie Wegbegleiter des Projekts. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von den Leichtersbacher Musikanten.
Alte Schule abgerissen
Durch das Programm führte Oliver Schaub, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Unterleichtersbach. Schon früh sei klar gewesen, dass weder das alte Feuerwehrhaus, das den aktuellen Vorschriften nicht mehr gerecht wurde, noch die feuchte und stark sanierungsbedürftige Alte Schule als Vereinsheim eine Zukunft hatten. Die Entscheidung, die Alte Schule abzureißen und an gleicher Stelle ein neues Gebäude zu errichten, in dem Feuerwehrhaus und Vereinsheim unter einem Dach vereint sind, sei ein mutiger, aber richtiger Schritt gewesen.
Dass der Weg dorthin alles andere als einfach war, verschwieg Schaub nicht. Er schilderte die Herausforderungen eines öffentlichen Bauprojekts aus Sicht des Ehrenamts. „Es gab viele verschiedene Interessen, die zusammengebracht werden mussten: die Anforderungen der Feuerwehr, die Wünsche der Vereine, die Vorgaben der Gemeinde, die Ideen der Architekten und Fachplaner – und am Ende natürlich immer wieder die Frage: Was kostet das?“
Viele Anforderungen an das Projekt
Brandschutzauflagen, Vorschriften, Vergaberecht und technische Anforderungen hätten immer wieder Geduld und Nerven gefordert. „Und als Vereinsvorsitzender hast du immer das Problem: Du bist nicht der Bauherr, du bist nicht derjenige, der Weisungen erteilen kann, bist aber derjenige, der das Gebäude später nutzen wird – und möchtest es deshalb für deine Bedürfnisse optimal mitgestalten.“
Umso größer sei heute die Freude über das Erreichte. Denn das neue Haus sei nicht nur das Ergebnis kommunaler Planung, sondern vor allem auch ein Gemeinschaftswerk vieler. Schaub erinnerte an unzählige Stunden Eigenleistung – von Malerarbeiten über Innenausbau und Medientechnik bis hin zur Planung von Küche, Schließanlage und Feuerwehrspinden. „Viele Stunden, viele Abende, viele Samstage – geleistet von Ehrenamtlichen, einfach so.“
Aber auch finanziell haben alle zusammengehalten: Mehr als 75.000 Euro wurden aus Vereinsmitteln und Spenden eingebracht. „Das ist für ein kleines Dorf wie Unterleichtersbach eine absolut beachtliche Summe“, betonte Schaub.
Humorvoller Vergleich mit BER
Altbürgermeister Dieter Muth, unter dessen Verantwortung das Projekt maßgeblich vorangetrieben wurde, erinnerte an die lange Planungszeit: „Am Ende wird alles gut – und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende.“ Rund 2555 Tage seien seit den ersten Überlegungen vergangen – eine Zeitspanne, die Muth humorvoll mit Großprojekten wie dem Berliner Flughafen verglich.
Trotz Corona, schwieriger Planungsphasen und zahlreicher Herausforderungen sei es gelungen, das Vorhaben umzusetzen.
Auch Muth lobte den Zusammenhalt: „Wie kann so etwas in so kurzer Zeit gelingen? Das geht nur, wenn alle mit anpacken und an einem Strang ziehen.“ Mit 3,3 Millionen Euro sei das Gebäude veranschlagt und zu diesem Preis auch realisiert worden.
Schließlich lobte auch der neue Landrat Mario Götz das Projekt: Das neue Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus sei „ein sichtbares Zeichen für Wertschätzung, Verantwortung und Dorfgemeinschaft“. Das neue Haus sei weit mehr als ein funktionaler Neubau – vielmehr ein Ort, der „Schutz und Sicherheit bietet für noch viele Generationen und das dörfliche Leben stärkt“.
Gewinn für das Vereinsleben
Auch Kreisbrandinspektor Marco Brust unterstrich die Bedeutung des Neubaus – für die Einsatzfähigkeit der Wehr ebenso wie für ihre Zukunft. Das neue Haus, so Brust, könne ein Magnet sein für junge Menschen, für neue Mitglieder und für alle, die Gemeinschaft suchen. Zugleich sei das Dorfgemeinschaftshaus ein großer Gewinn für das gesamte Vereinsleben im Ort.
Bürgermeister Roland Wehner fasste die Bedeutung des Gebäudes schließlich in einem prägnanten Satz zusammen: „Für mich ist dieses Haus mehr als ein Feuerwehrhaus, es ist ein Ort der Sicherheit und der Gemeinschaft.“ Architekt Stefan Richter übergab an Bürgermeister Wehner symbolisch den Schlüssel und damit das Gebäude offiziell „aus der Bauphase in die Nutzungsphase“.
Interesse der Bevölkerung
Im Anschluss an den Festakt lud die Feuerwehr zum Weißwurstfrühstück in den neuen Dorfgemeinschaftsbereich ein. Ab 13 Uhr stand das Haus dann beim „Tag der offenen Tür“ auch der gesamten Bevölkerung offen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, das Gebäude zu besichtigen, sich durch die neuen Räume führen zu lassen und gemeinsam zu feiern.
















