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Durch Krisen leiten
Damit Wildflecken gewappnet ist für Katastrophen
Krisenmanagement Wildflecken
In Wildflecken wird ein Arbeitskreis für Krisenmanagement gegründet: Tobias Fröhlich (im Bild) wird aus dem Gemeinderat als Experte entsandt. Die örtlichen Feuerwehren sollen eine tragende Rolle spielen. // Sebastian Schmitt
Krisenmanagement Wildflecken
In Wildflecken wird ein Arbeitskreis für Krisenmanagement gegründet. Die örtlichen Feuerwehren sollen dabei eine tragende Rolle spielen. // Sebastian Schmitt
Wildflecken – In Wildflecken wird ein Arbeitskreis für Krisen- und Notfallmanagement eingerichtet. Außerdem wurden die Stellvertreter für den Bürgermeister gewählt.
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Mit Blick auf mögliche Krisensituationen hat der Wildfleckener Marktgemeinderat die Einrichtung eines Arbeitskreises für Krisen- und Notfallmanagement im Markt Wildflecken beschlossen.

Bürgermeister Daniel Kleinheinz betonte dabei, dass die Gemeinde auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig bleiben müsse. Als mögliche Szenarien nannte er Hochwasserlagen, Naturkatastrophen, Cyberangriffe oder großflächige Stromausfälle. 
Ziel des Arbeitskreises sei ausdrücklich nicht das Verfassen bloßer Berichte, sondern die Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen und vorbereitender Maßnahmen.

Auch Beschlussvorlagen für den Gemeinderat sollen dort vorbereitet werden. Neben ehrenamtlichen Bürgern und Vertretern der Feuerwehr werden aus dem Gemeinderat Christoph Schmitt und Tobias Fröhlich in den Arbeitskreis entsandt.

Neuer Rechnungsprüfungsauschuss

Bei der Bildung des neuen Rechnungsprüfungsausschusses im Marktgemeinderat wurde Marco Schleicher einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter wird Klaus Rest. Weitere Mitglieder sind Axel Lagemann und Oliver Masso, als Stellvertreter fungieren Jan Weikard und Lea Neisser.

Auch der Neuerlass der Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts stand auf der Tagesordnung. Hintergrund ist unter anderem die Verkleinerung des Marktgemeinderates von zuvor 16 auf nunmehr 14 Mitglieder.

Diskutiert wurde außerdem über die Höhe des Sitzungsgeldes. Die Gemeindeverwaltung hatte 25 Euro pro Sitzung (bisher wurden 15 Euro gezahlt) vorgeschlagen. Der Gemeinderat entschied sich jedoch mehrheitlich für lediglich 20 Euro pro Sitzung. Nur eine Gegenstimme wurde verzeichnet.

Senioren, Jugend, Kindergarten

Zur Vertreterin des Marktgemeinderates im Kindergartenverwaltungsausschuss wurde Tatjana Habich bestimmt. Als Seniorenbeauftragter wurde Jochen Gundelach bestellt. Zu Jugendbeauftragten ernannte der Gemeinderat Vanessa Dorn, Jan Weikard und Herbert Nowak.

Anlässlich der konstituierenden Sitzung richteten die neu gewählten Bürgermeister persönliche Worte an den Gemeinderat und die Zuhörer. Daniel Kleinheinz warb eindringlich für ein gemeinschaftliches Miteinander. Es verdiene Respekt, Zeit und Kraft für die Gemeinde aufzuwenden – unabhängig von der jeweiligen Listenzugehörigkeit.

Man werde nicht alle Probleme lösen können, sagte der neue Bürgermeister offen. Große Aufgaben stünden bevor, darunter die Zukunft der Kläranlage, die Trinkwasserversorgung und die Entwicklung der Kindertagesstätten. Die Gemeinde müsse auch in zehn oder 20 Jahren noch lebenswert und liebenswert sein. Zugleich warnte Bürgermeister Kleinheinz davor, sich im Ortsteildenken oder in Vorurteilen zu verlieren. Die Bürger würden den Gemeinderat daran messen, welche Verantwortung er übernehme und wie er die Gemeinde gestalte.

Gemeinsam für die richtigen Dinge streiten

Auch Zweiter Bürgermeister Herbert Nowak schlug versöhnliche Töne an. Ziel müsse es sein, gemeinsam alles für Wildflecken zu tun. Die Bedeutung der Listenzugehörigkeit habe bereits stark abgenommen – eine Entwicklung, die er ausdrücklich positiv bewertete. Mehrheiten müsse man akzeptieren und nach außen gemeinsam vertreten. Zugleich betonte er: „Wir haben viel zu tun.“

Man müsse gemeinsam für die richtigen Dinge streiten. Dritter Bürgermeister Holger Trump erklärte schließlich knapp, aber deutlich: „Es geht immer um die Sache.“ Er wolle auch weiterhin im Dienst für die Gemeinde bleiben. Damit endete eine Sitzung, die in vielerlei Hinsicht einen politischen Neuanfang symbolisierte. Zwar bleiben unterschiedliche Auffassungen und klare Mehrheitsverhältnisse weiterhin sichtbar.

Gleichzeitig vermittelte der Abend aber auch den Eindruck, dass die Zeiten der erbitterten Lagerkämpfe in Wildflecken an Schärfe verloren haben. Gerade die Einbindung aller drei Ortsteile in die Bürgermeisterriege dürfte dabei von vielen Bürgern als wichtiges Signal verstanden werden.

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