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Prozess verschoben
Vater in Würzburg vor Gericht: Baby bei 27 Grad im Auto
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Die Sonne knallte auf das Auto: Im Juli 2024 hatte ein Vater in Würzburg seine kleine Tochter im heißen Fahrzeug gelassen. (Symbolbild) // Britta Pedersen/dpa
Würzburg
Würzburg – Ein 40-jähriger Mann ging einkaufen, während seine kleine Tochter im Auto schreiend mit der Hitze kämpfte. Warum der Prozess jetzt vertagt werden muss.

Weil er sein Baby bei Sommerhitze im verschlossenen Auto zurückgelassen hatte, stand ein Mann an diesem Mittwoch vor dem Amtsgericht Würzburg. Die Staatsanwaltschaft Würzburg wirft dem 41-jährigen Vater vor, im Juli 2024 nachmittags bei einer Außentemperatur von 27 Grad seine fünf Monate alte Tochter in seinem verschlossenen Fahrzeug gelassen zu haben. Er selbst ging in einem Möbelgeschäft in Würzburg einkaufen, während die pralle Sonne auf das Auto schien.

Zeugin hatte die Polizei gerufen

Seine Tochter war der Anklage zufolge auf dem Rücksitz in einen Kindersitz angeschnallt und teilweise mit einem Tuch bedeckt gewesen. Das Beifahrerfenster war einen Spalt breit geöffnet. Eine Zeugin, die auf das schreiende Kind aufmerksam wurde, alarmierte die Polizei. Die Beamten schlugen die hintere Fensterscheibe ein und befreiten das schreiende und verschwitzte Baby aus dem Auto.

Das Mädchen muss 15 Minuten lang in dem stark aufgeheizten Auto gelegen haben. Der Anklageschrift zufolge hatte es bereits eine beginnende Hitzeerschöpfung erlitten, die zu Hitzschlag und damit auch zum Tod hätte führen können. Der Angeklagte selbst kam erst zum Parkplatz zurück, als seine Tochter bereits seit 20 Minuten befreit war.

Verteidiger über den Angeklagten: "Er liebt sein Kind über alles“

„Er hat die Situation offensichtlich völlig falsch eingeschätzt“, sagte Verteidiger Hans-Jochen Schrepfer. "Er liebt sein Kind über alles.“ Sein Mandant habe an jenem Montagvormittag im Juli zwei Cocktails getrunken, sich aber fahrtauglich gefühlt. Er habe in dem Möbelhaus in Würzburg einen aufblasbaren Pool kaufen wollen und seine Tochter im Wagen zurückgelassen, weil sie eingeschlafen gewesen war. 

„Zu keinem Zeitpunkt dachte er, dass dieses Handeln zu einer abstrakten oder konkreten Lebensgefahr für seine Tochter wird“, erklärte Schrepfer vor Gericht. „Er ist extremst glücklich, dass es nicht schlimmer gekommen ist.“

Der Angeklagte bedauerte im Prozess sein Handeln.
Der Angeklagte bedauerte im Prozess sein Handeln. // Angelika Resenhoeft/dpa

„Ich habe eingesehen, dass das ein großer Fehler war“, sagte der 41-Jährige zum Prozessauftakt. „Ich wusste nicht, dass die Gefahr so groß ist. Ich war mir eigentlich sicher, dass ich alle vier Scheiben einen Spaltbreit geöffnet hatte.“

Angeklagt wegen sogenannter Aussetzung

Der Angeklagte habe billigend in Kauf genommen, seine Tochter bei voller Sonneneinstrahlung aufs Auto in eine hilflose Lage zu versetzen, so die Staatsanwaltschaft. Sie hätte dadurch einen lebensbedrohlichen Hitzeschlag erleiden können. Juristinnen und Juristen sprechen bei diesem Straftatbestand von einer „Aussetzung“. Dem Angeklagten droht nach dpa-Informationen eine Freiheitsstrafe zwischen einem und vier Jahren. 

Verhandlung muss verschoben werden

Für die Verhandlung war nur ein Tag vorgesehen. Am Mittag sollte das Urteil gesprochen werden. Doch weil eine Polizeibeamtin als Zeugin am Mittwoch nicht vor Gericht erschien, muss der Prozess nun ausgesetzt und vertagt werden. Am 1. September beginnt die Verhandlung um 14 Uhr von vorn.

Mit Informationen von dpa

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