Der Neubau der Therme Sinnflut beschäftigte die Stadtverwaltung sowie die Bürgerinnen und Bürger der Stadt das ganze Jahr über. Viele Termine im Stadtrat, Bürgerversammlungen und -gespräche führten immer wieder zu kontroversen Diskussionen in den Gremien und mit den Bürgern. Ende September schloss die Sinnflut ihre Türen nach mehr als 50 Jahren endgültig.
Am Ende des Jahres steht ein Neubau mehr denn je in den Sternen, denn die finanzschwache Stadt ist auf verschiedene Förderungen angewiesen. Nach der Haushaltsmisere des Bundes Ende des Jahres weiß die Verwaltung kurz vor Weihnachten nichts von möglichen Ab- oder Zusage der beantragten Förderung.
Haushaltsplan gestoppt
Rückblick: In der Haushaltsberatung Anfang Mai betont der Stadtkämmerer: „Die Lage ist ernst.“ So ernst, dass die Stadt immense Einsparungen vorzeigen muss, um den Haushaltsplan genehmigt zu bekommen. Der Grund: Massiver Investitionsstau, hohe freiwillige Leistungen und die Planung des Ersatzneubau der Therme. Diese ist mit über 30 Millionen Euro ein besonders teures Projekt.
Die Kommunalaufsicht beanstandete im Juni schließlich den Haushaltsentwurf. Weitere Einsparungen im Bereich der ohnehin maroden Infrastruktur waren nötig – zum Ärger vieler Bürger.
Gleichzeitig stellte das zuständige Architekturbüro im Frühjahr erste Entwürfe für die Therme öffentlich vor: Präferiert wurde die große Lösung, also ein Bad für alle. Vier Förderprogramme reduzieren den städtischen Anteil auf 6,8 Millionen Euro.
Bürgerstimmen gegen Neubau
Im August formierte sich ein neuer Verein „Wir für Bad Brückenau“, der die neue Therme verhindern möchte. Der Verein strebte ein Bürgerbegehren an, um den Haushalt neu zu verhandeln . „Zu groß dimensioniert und zu teuer für die Stadt“, hieß es von den Beteiligten.
Auch die Rheumaliga protestierte im Sommer gegen die Schließung der Therme. 320 Mitglieder der Liga bräuchten das warme Wasser für das Funktionstraining.
Im September folgte der Schock für die Stadt: Die Rechnungsprüfungsstelle befürchtete Zahlungsunfähigkeit der Stadt und strich einen geplanten fünf Millionen Euro Kredit auf drei Millionen zusammen. Damit waren wichtige Ausgaben im laufenden Jahr blockiert.
Ende September schloss die Therme mit einem rauschenden Abschiedsfest die Türen. Im Oktober sprach sich der Stadtrat noch einmal für den Neubau aus.
Zukunft der Therme Sinnflut ungewiss
Ein weiterer Schock erreichte die Stadt Anfang Dezember: Der Bund stoppte einen wichtigen Fond aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Das Ende ist bis jetzt offen.
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