Die Privatklinik Regena in Bad Brückenau ist eine Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Im Rahmen der feierlichen Einweihung bezeichnete Alexander Zugsbradl, Geschäftsführer der Hescuro Klinikgruppe, zu der die Klinik gehört, die Einrichtung als einen Ort der „Heilung, Zuversicht und modernsten medizinischen Standards“.
Nach drei Jahren Bauzeit entstand eine Klinik mit über 8.000 Quadratmetern Fläche, eingebettet in ein 15.000 Quadratmeter großes, waldumrandetes Grundstück. Zugsbradl betonte: „Was hier entstanden ist, ist mehr als ein Klinikgebäude. Es ist eine Therapieoase, die allen Bedürfnissen unserer Patientinnen und Patienten gerecht wird.“
Die Klinik verfolge eine klare Vision: „Die einer ganzheitlichen, menschenzentrierten Spitzenmedizin.“
Therapiekonzept und Architektur in Einklang
Ein zentraler Pfeiler der Einrichtung ist das Therapiekonzept von Prof. Dr. Niels Bergemann, dem ärztlichen Direktor und Chefarzt. Dieses Konzept prägt nicht nur die Behandlungsphilosophie, sondern auch die Architektur der Klinik. „Hier verbinden sich modernste Therapieansätze mit einer Umgebung, die Ruhe, Sicherheit und Raum für Genesung bietet“, erklärte Zugsbradl.
Jeder Raum, jeder Garten und jeder Therapiebereich sei darauf ausgelegt, Heilung zu fördern und individuelle Wege zurück in ein gesundes Leben zu ebnen. Die idyllische Lage in Bad Brückenau am Rande der Rhön unterstreiche die natürliche Heilkraft des Standorts.
Gesellschaftliche Verantwortung
Die Klinik sieht ihre Aufgabe nicht nur in der Behandlung, sondern auch in der gesellschaftlichen Anerkennung psychischer Erkrankungen. „Es ist mehr als die Einweihung eines Gebäudes. Es ist der Beginn einer neuen Ära, in der die psychiatrische und psychosomatische Versorgung an erster Stelle steht“, so Zugsbradl.
Die Klinik stehe für die Überzeugung, „dass jeder Mensch ein Recht auf die beste Behandlung in einer würdigen Umgebung hat.“ Der Geschäftsführer wünscht sich, dass die Privatklinik Regena dazu beiträgt, der psychischen Gesundheit den Stellenwert zu geben, den sie verdient.
Zugang für alle Patientengruppen
Ein besonderer Aspekt der Klinik ist, dass sie nicht ausschließlich Privatversicherten, Selbstzahlern und Beihilfeberechtigten offensteht. Auch gesetzlich Versicherte können – mit vorheriger Zustimmung ihrer Krankenkasse und abhängig von der Indikation – stationär aufgenommen werden. „Es ist keine Klinik für die oberen Zehntausend“, stellte Zugsbradl klar.
Ganzheitliches Therapiekonzept
Die Behandlungsschwerpunkte umfassen Depressionen, Burnout, Angst- und Zwangsstörungen, Traumafolgestörungen, ADHS und das Long-/Post-Covid-Syndrom, zeigte Prof. Dr. Niels Bergemann auf. Eine Besonderheit sei die Behandlung psychischer Erkrankungen während und nach der Schwangerschaft. Mütter können mit ihren Säuglingen bis zu einem Jahr stationär aufgenommen werden.
Das Therapiekonzept ist ganzheitlich angelegt und reicht von Einzel- und Gruppentherapien bis hin zu Verhaltenstherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Kunst- und Gestaltungstherapie sowie Entspannungstraining. Eine Lehrküche für Ernährungsberatung ergänzt das Angebot. Zudem stehen besondere Angebote wie Bogenschießen zur Verfügung. Im Laufe des Jahres sollen Musik-, Tanz- und tiergestützte Therapien das Angebot erweitern.
Spezialisierung auf Berufsgruppen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung spezifischer Berufsgruppen: Führungskräfte, Ärzte, Hochschullehrende, Lehrkräfte sowie Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr erhalten maßgeschneiderte Therapieangebote. Auch Menschen mit Übergewicht bis zu 180 Kilogramm finden hier Unterstützung durch gewichtsangepasste Zimmer und belastbare Trainingsgeräte.
Die Klinik bietet 85 Einzel- und Doppelzimmer sowie Suiten, alle mit Balkon und Klimaanlage. Zu den weiteren Einrichtungen gehören ein Fitnessraum mit modernsten Geräten, ein Schwimmbad, eine Saunalandschaft, ein Restaurant, eine Lounge mit Kaffee-Bar, eine Bibliothek und ein Atelier. Das großzügige Klinikgelände grenzt direkt an den Kurpark des Staatsbads und bietet so zusätzlichen Raum für Erholung.
Stimmen zur gesellschaftlichen Bedeutung
Bürgermeister Jan Marberg (SPD) betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Klinik und lobte die Revitalisierung des Standorts. „Über die Krankheitsbilder, die hier behandelt werden, wurde vor wenigen Jahren noch nicht öffentlich gesprochen. Die Gesellschaft hat sich erst dahin entwickelt. „Die Krankheiten sind anerkannt und man kann sie therapieren, es gibt Ansätze dafür.“
Innenstadtsekretär Sandro Kirchner (CSU) hob hervor, wie wichtig die Klinik für die Gesundheitsregion sei: „Das medizinische Angebot ist aktueller denn je. Es ist wichtig, psychische Krankheitsbilder ernst zu nehmen, damit die Menschen wieder in die Gesellschaft integriert werden können.“ Besonders wichtig sei die Unterstützung von Einsatzkräften, die oft schwierigen Situationen ausgesetzt sind.
Auch Landrat Thomas Bold (CSU) hob hervor, wie wichtig die Klinik für die Gesundheitsregion Bad Kissingen sei. Mit aktuell 40 Arbeitsplätzen sei sie nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch ein bedeutender Dienstleister im Bereich der psychischen Gesundheit. Besonders wichtig sei die Unterstützung von Einsatzkräften, die oft schwierigen Situationen ausgesetzt sind. „Dankenswerterweise sind wir da heute weiter als vor 20 Jahren“, so Bold.
Tag der offenen Tür
Die Bevölkerung ist eingeladen, die Klinik am Samstag, 12. Juli, beim Tag der offenen Tür zu besichtigen. Von 10 bis 15 Uhr gibt es Fachvorträge zur seelischen Gesundheit, Mitmach-Angebote wie Entspannungsverfahren und Bogenschießen sowie Führungen durch die Klinik.
Historie und Umbau
Die Privatklinik Regena wurde in einem ehemaligen Hotel eröffnet, das mehrere Jahre leerstand. Ursprünglich handelte es sich um das Regena Gesundheits-Resort & Spa, das nach einem Insolvenzverfahren im Jahr 2021 verkauft wurde. Das Gebäude blieb anschließend für längere Zeit ungenutzt, bevor es in den Jahren 2022/2024 umfassend modernisiert und zu einer Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie umgebaut wurde.
Während der Umbauphase wurden erhebliche Investitionen getätigt, um die Infrastruktur zu modernisieren. Dazu gehörten Maßnahmen wie die Erneuerung der Elektrik, Heizungsanlage und der Brandschutzsysteme.



























