Annette Amend aus Rothhausen im Landkreis Bad Kissingen hat schon etliche Geburten erlebt. Die 55-Jährige arbeitet als freiberufliche Hebamme am Rhön-Klinikum in Bad Neustadt. Doch als am 8. August der kleine Titus auf die Welt kam, war das für Amend keine Geburt wie jede andere. Schließlich half sie ihrem eigenen Enkelsohn auf dem Weg ins Leben. „Es war eine Ehre und ein unglaubliches Geschenk, diesen Moment miterleben und gestalten zu dürfen“, so die stolze Großmutter.
Jede Geburt etwas Besonderes
Bei weit über 1000 Geburten muss sie dabei gewesen sein, sagt Amend. Irgendwann habe sie aufgehört, zu zählen. Und natürlich sei jede Einzelne etwas Besonderes gewesen. Aber: „Es war schon noch einmal anders“, erinnert sie sich an den 8. August, in dessen frühen Morgenstunden ihr erstes Enkelkind das Licht der Welt erblickte.
„Irgendwo habe ich meine Arbeit gemacht, wie ich sie immer mache. Aber das Erlebnis ist viel intensiver, wenn noch einmal deutlich mehr Emotionen dazukommen. Ich hatte mich ja Wochen und Monate darauf gefreut“, so die 55-Jährige. Die Geburt selbst verlief ohne Komplikationen.
Aufregende Wochen für Annette Amend
Hinter Annette Amend liegen aufregende und unvergessliche Wochen. Sie hat drei Kinder: Im Juni heiratete ihre Tochter, Anfang August wurde eben ihr älterer Sohn Vater, eine Woche später stand die Hochzeit ihres zweiten Sohnes an. „Ich hoffe, jetzt etwas zur Ruhe zu kommen“, sagt sie und lacht. „Aber es war natürlich eine schöne Aufregung und positiver Stress. Diese Erinnerungen werden ewig bleiben.“ Übrigens: Im Dezember steht der Geburtstermin für Enkelkind Nummer zwei an.
Für die Oma und Hebamme heißt es jetzt, ihre Rolle zu finden. Denn der Spagat zwischen Professionalität und Emotionalität sei nicht immer einfach. „Ich bin natürlich sehr nah dran an den Eltern. Sie sind auch froh, dass jemand da ist. Andererseits machen viele junge Familien heute ja aus gutem Grund Dinge anders als wir früher. Ich habe mir vorgenommen, mich zurückzuhalten und meinen Rat nur zu geben, wenn ich gefragt werde. Letztlich will ich ja, dass mein Sohn und meine Schwiegertochter ihren eigenen Weg gehen.“
„Eine riesige Ehre“
Es sei nicht selbstverständlich, dass sie als Schwiegermutter bei der Geburt dabei sein durfte, so Amend. „Ich hätte es auch verstanden und hätte damit leben können, wenn meine Schwiegertochter jemanden Fremden hätte dabeihaben wollen. Ich habe ihr gesagt, sie sollte sich das gut überlegen. Aber sie hat sich bewusst dafür entschieden und ich habe mich darüber natürlich sehr gefreut. Es ist eine riesige Ehre und Freude für mich.“











