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Unterstützung
Bad Kissingen: Orientierung im Pflegefall
Daniela Wehner und Barbara Bössenrodt bilden zusammen mit Tanja Büchs (nicht auf dem Foto) das Team des Pflegestützpunktes.
Daniela Wehner und Barbara Bössenrodt bilden zusammen mit Tanja Büchs (nicht auf dem Foto) das Team des Pflegestützpunktes. // Angelika Despang
LKR Bad Kissingen – Der Pflegestützpunkt des Landkreises bietet seit zwei Jahren Beratung für Menschen an, die vor einer Pflegesituation stehen. Die Nachfrage ist groß.

Frau Sommer lebt allein (Name geändert). Auch wenn sie schon 83 Jahre alt ist, ist das leider nichts Ungewöhnliches. Obwohl sie noch rüstig ist, fühlt sie sich mit dem Haushalt allmählich überfordert. Sie möchte einen Pflegegrad beantragen und sucht sich dafür Hilfe beim Pflegestützpunkt am Landratsamt in Bad Kissingen.

Bedarf an Einzelberatung

Diese Beratungsstelle gibt es seit 2021. Sie richtet sich an alle Ratsuchende, die vor einer Pflegesituation stehen, sei es als Betroffene, als Angehörige oder Fachleute, egal ob die Pflegebedürftigen ältere Menschen, Kinder oder Jugendliche sind / egal welches Alter die Pflegebedürftigen haben.

„Bei unserer Veranstaltungsreihe zum Thema Pflege haben wir ein großes Bedürfnis der Menschen nach mehr Einzelberatung gespürt. Diesen Bedarf wollten wir aufnehmen“, erklärt Cordula Kuhlmann, Sachgebietsleiterin der Regionalentwicklung, die Gründung des Pflegestützpunktes. Ein weiterer Grund ist die Demografie des Landkreises mit einem hohen Altersdurchschnitt.

Die drei Beraterinnen Daniela Wehner, Tanja Büchs und Barbara Bössenrodt klären Fragen zum Thema Pflege, Versorgung und Betreuung hilfsbedürftiger Menschen. Alle drei haben eine Weiterbildung als Pflegeberaterin absolviert und viele Jahre als Kranken- oder Altenpflegerin gearbeitet.

Neutrale und kostenlose Unterstützung

„Wenn die Menschen zu uns kommen, versuchen wir zunächst den Hilfebedarf einzuschätzen und die nächsten Schritte aufzuzeigen“, erklärt Daniela Wehner, Koordinatorin des Pflegestützpunktes, „gerade die Angehörigen haben oft eine breite Thematik mit im Gepäck, da heißt es erstmal Prioritäten setzen, und die Fülle an Informationen filtern. Wir sagen immer: ein Fuß vor den anderen setzen!“

Der große Vorteil des Pflegestützpunktes sei, dass er kostenlos und unabhängig berate und die jeweilige Situation ganzheitlich betrachte, so Cordula Kuhlmann, „der Mensch steht im Mittelpunkt und wir versuchen für seine individuelle Situation die beste Lösung zu finden.“

Viele Menschen beschäftigen sich erst mit dem Thema Pflege, wenn sie akut davon betroffen sind. Oft sind sie dann von der Situation und den vielen Aufgaben, Anträgen und Informationen überfordert. „Wir helfen bei den Anträgen oder Widerspruchsverfahren, erklären die Begrifflichkeiten und haben auch die Verbindung zu weiteren Ämtern“, berichtet Daniela Wehner.

Steigende Nachfrage

Diese Unterstützung ist gefragt. Seit Einrichtung des Pflegestützpunktes steigt die Zahl der Beratungen deutlich. Sogar Außensprechstunden wurden eingeführt: „Dieses Jahr gibt es auch Sprechstunden im Rathaus von Maßbach und Bad Brückenau“, berichtet Wehner. Auch Hausbesuche seien je nach Einzelfall möglich.

Große Dankbarkeit

Die Rückmeldungen sind durchweg positiv: „Die Leute schätzen die konkrete Hilfe und sind sehr dankbar“, sagt Cordula Kuhlmann und Koordinatorin Wehner ergänzt: „Das kommt aus tiefstem Herzen.“

Frau Sommer ist noch so rüstig, dass die Kriterien für einen Pflegegrad nicht erfüllt sind. Allerdings wurde bei der Beratung klar, dass sie aufgrund einer Augenerkrankung Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis hat. Mit dem Sehbehindertengeld kann sie sich nun auch Hilfe im Haushalt leisten.

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