Das Schweinfurter Leopoldina-Krankenhaus verspricht seinen Hebammen finanzielle Hilfe und sichert damit seine Geburtshilfe. Die 22 Hebammen sollen „bis auf Weiteres“ freie Beleghebammen bleiben und erhalten „eine anteilige Vergütung ihrer Bereitschafts- und Rufdienste im Kreißsaal“, teilt das Krankenhaus mit. Gleichzeitig werden faire bundesweite Vergütungsregeln gefordert – dazu müsse der Hebammenhilfevertrag angepasst werden.
Am neuen Hebammenhilfevertrag gibt es seit Wochen Kritik. Er gilt seit Anfang November und legt fest, wie viel Hebammen für ihre Leistungen mit den Krankenkassen abrechnen können. Vor allem freiberufliche Beleghebammen, die in Kliniken arbeiten, rechnen mit Verdiensteinbußen von bis zu einem Drittel.
Hebammen bleiben freiberuflich, bekommen aber Unterstützung
So auch in Schweinfurt. Dort stemmt das Team aus 22 Beleghebammen rund 1700 Geburten im Jahr, selbstorganisiert, keine ist fest angestellt. Ihre Leistungen rechnen sie direkt mit den Krankenkassen ab. Durch den neuen Vertrag lohnt sich das nicht mehr: „Wir erleiden erhebliche finanzielle Einbußen, die die wirtschaftliche Grundlage unserer Arbeit massiv beeinträchtigen“, sagt die leitende Hebamme Ramona Kühlmann.
„Wir bedauern diese Entwicklung sehr“, so Leopoldina-Geschäftsführer Jürgen Winter laut Mitteilung. Die Zusammenarbeit mit den Hebammen funktioniere „hervorragend“. Deshalb habe man in gemeinsamen Gesprächen verschiedene Lösungsansätze diskutiert und unter anderem eine Festanstellung der Hebammen angeboten. Vereinbart worden sei nun, die Freiberuflichkeit des Teams beizubehalten, aber Bereitschafts- und Rufdienste im Kreißsaal anteilig zu vergüten.
Bleibt die Frage: Reicht das? Um langfristige Planungssicherheit zu bekommen, „muss das Ziel eine adäquate Honorierung ohne finanzielle Einbindung der Krankenhäuser sein“, heißt es in der Mitteilung. Dazu seien Nachverhandlungen zum Hebammenhilfevertrag nötig. In der Pflicht steht hier der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV).
Neuer Hebammenhilfevertrag hat in vielen Kliniken für Ärger gesorgt
Trotzdem „sehen wir es als unseren Auftrag an, die Geburtshilfe in der Region wie gewohnt sicherzustellen“, sagt Jürgen Winter. Deshalb habe man sich um eine konkrete Unterstützung für die Hebammen bemüht.
Auch in anderen Krankenhäusern hat der Hebammenhilfevertrag für Ärger gesorgt, vor allem in Bayern. Im Freistaat decken Beleghebammen 80 Prozent der Kreißsäle ab. Teilweise hatten Hebammen aus Protest gegen die neuen Vergütungsregeln gekündigt.









