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Studiengenossen-Kunst #2
Wie Leben und Kunst ineinanderfließen
von links  Tobias Buß, Regine Merz, Tanja Sobisch, Studiengenosse Paul Ziegler, Georg Seifried, Museumsleiter Dr.Nicolas Zenzen
von links Tobias Buß, Regine Merz, Tanja Sobisch, Studiengenosse Paul Ziegler, Georg Seifried, Museumsleiter Dr.Nicolas Zenzen // Hartmut Hessel
Münnerstadt – Lehrer des Münnerstädter Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums präsentieren ihre Kunst. Die Ausstellung „Studiengenossen-Kunst #2“ ist noch bis 27. Juli geöffnet. Was ausgestellt wird.

„Die Kunst hat in Münnerstadt ein wohliges Zuhause“. Der Hohenröther Paul Ziegler, ein Gymnasiast der Siebziger Jahre, der später als Redakteur vor Ort das Geschehen begleitete, beginnt mit pathetischen Worten im Geiste eines vermeintlich „echten“ Studiengenossen, seine Ansprache an Ehemalige und Stammgäste im Münnerstädter Kulturzentrum Deutschordensschloss.

Mit der Generation Z tummeln

Auf der anderen Hofseite steht der Gabelstapler für die Vorbereitung zu den „Schlossbeats“ am Stadtfestwochenende. Auch da werden sich Studiengenossinnen und Genossen der Generation Z tummeln. Jetzt aber wird in den Galerieräumen ein wenig die Vergangenheit gehuldigt, die Sehnsucht nach dem Guten und Schönen wird lebendig.

„Die Menschen in Mürscht tun sehr viel für die Kunst. Und sie schaffen ein Bild unserer Heimatstadt, das als sehr positiv und besuchenswert eingestuft wird“, ist Paul Zieglers Blick von außen. Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner (FW) freut sich über den regen Besuch und wünscht der Ausstellung einen guten Verlauf.

Verbindung von Schulgemeinde zu Stadtgemeinde

Museumsleiter Dr. Nicolas Zenzen gilt gemeinhin als „Hausherr“ des Schlosses, der sich jetzt besonders darüber freut, dass mit der Ausstellung „Studiengenossen-Kunst #2“ wieder eine Verbindung von der Schulgemeinde zur Stadtgemeinde geschaffen wurde.

Auch wenn das nur alle fünf Jahre sichtbar wird. „Die Räume entfalten durch diese Ausstellung eine ganz besondere Wirkung“, so Nicolas Zenzen und „Gruppenausstellungen haben oft eine Gemeinsamkeit, an der man sich orientieren kann“.

Die aktiven Lehrerinnen Tanja Sobisch und Regine Merz, zum einen, der jetzt als Kunstlehrer in Königswinter (NRW) arbeitende Tobias Buß und der pensionierte Kunstlehrer Georg Seifried haben sich bis heute auch außerhalb des Berufes einen Namen als Kunstschaffende gemacht.

Arbeit von Georg Seifried
Arbeit von Georg Seifried // Hartmut Hessel

Künstlerischen Inspiration im Beruf

Das ist in dieser Ausstellung eindrucksvoll sichtbar. Nicolas Zenzen lässt die Vier im Dialog zu Wort kommen, fragt nach der künstlerischen Inspiration im Beruf: „… hat die Arbeit mit den Kindern Sie auch im eigenen Schaffen weitergebracht?“ „Da gibt es zwei Ebenen. Einmal die Arbeit mit den Kindern und andererseits eigene Vorstellungen, die man entwickeln muss“ war die Antwort von Georg Seifried.

Dessen Arbeiten „strahlen Natur aus“ so Nicolas Zenzen. Die Arbeiten haben was Erdiges und sind mit Naturfarbstoffen gestaltet. „Ich nehme die Natur als elementare Grundlage“, interpretiert der Wermerichshäuser Künstler sein Wirken.

Ehemaliger Lehrer wieder in Münnerstadt

Mit Tobis Buß findet ein ehemaliger Lehrer seinen Weg wieder nach Münnerstadt – und das buchstäblich. Er unterrichtet seit 2009 in Königswinter, nachdem er vier Jahre vorher am Johann Philipp-von Schönborn-Gymnasium seine Lehrtätigkeit begonnen hatte und musste nach der Eröffnung gleich wieder zurück, denn in NRW sind noch keine Ferien.

Zur Prägung seines Kunstschaffens durch die Schule meint Tobias, dass „es eine schöne und gute Zeit war und der gegenseitige Austausch mit den Schülerinnen und Schülern sehr angenehm gewesen ist“. Der Künstler präsentiert in der Ausstellung Bildnisse von Menschen als Portraits oder als Badende.

Als Aquarelle zeigen die Darstellungen „etwas Fließendes“ (Dr. Zenzen) „Überhaupt seien es die Geschichten hinter den Werken, die oft die Faszination ausmachen“, so der Münnerstädter Kulturmanager zu den bildnerischen Aussagen aller Beteiligten.

Aquarell von Tobias Buß
Aquarell von Tobias Buß // Hartmut Hessel

Kunstwerke entstehen in den Ferien

So auch bei Tanja Sobisch. „Ich habe vor dem Studium in Nürnberg in einer Bauhaus-Werkstatt gearbeitet und da gab es verschiedene Werkstätten unter anderem auch für Glas, was mich fasziniert hat. Die Glaskunstwerke entstehen meist in den Ferien. Es ist Fensterglas, welches von Hand geschnitten und dann zur Form übereinander geklebt wird“.

Glasarbeit von Tanja Sobisch
Glasarbeit von Tanja Sobisch // Hartmut Hessel

Tanja Sobisch auch zeigt Bilder, die insgesamt wohl Nachtbetrachtungen darstellen, jedoch „… eine unbeschreibliche Leuchtkraft durch die Farbgebung mit Pastellkreide abgeben“ (Dr. Zenzen).

Leben und Kunst fließen ineinander

Regine Merz schließt gerade ihr Berufsleben am Schönborn-Gymnasium ab, welches sie dort 2004 begonnen hatte. Seit Jahren kann man ihre Arbeiten in ihrem Atelier am Stenayer Platz bewundern.  Die hautnahe Begegnung mit ihren Bildern findet natürlich an der Wand der städtischen Galerie statt.

Auch Regine Merz findet den Austausch mit den Schülerinnen und Schülern gegenseitig befruchtend. Die Schule wird sie nicht vermissen, jedoch die Kinder! Sie zeigt auch Collagen, die zusammen mit Schülern entstanden sind. Ihre großformatigen Arbeiten in Mischtechnik, mitunter durch integriertes Textil, strahlen Bewegungsfreude und eine elementare Farbigkeit aus.

Mischtechnik in Textil von Regine Merz
Mischtechnik in Textil von Regine Merz // Hartmut Hessel

„Für mich ist Leben und Kunst eins, es fließt ineinander. Es liegt so viel Zeug rum, aus dem man was machen kann“ ist das Resümee von Regine Merz. Da kann am Ende Georg Seifried nur noch Josef Beuys zitieren: „Jeder Mensch ist ein Künstler … mit der Fähigkeit sich persönlich auszudrücken“.

Weitere Informationen

Die Ausstellung „Studiengenossen-Kunst #2“ ist noch bis 27. Juli geöffnet, jeweils Freitag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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