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Ein Leerstand weniger
Wlost und Denson vom El Moro übernehmen Bären in Münnerstadt
Desmond Denson (links) und Peter Wlost freuen sich, das Gasthaus zum Bären zu eröffnen.
Desmond Denson (links) und Peter Wlost freuen sich, das Gasthaus zum Bären zu eröffnen. // Ellen Mützel
Münnerstadt – In den Bären kehrt wieder Leben ein. Peter Wlost, Chef der Tapas- und Cocktailbar in Bad Neustadt, und Desmond Denson, künftiger Leiter, sprechen über ihr Konzept und wann es losgeht.

Es tut sich was in Münnerstadts Gastronomie-Szene. Genauer gesagt im Gasthaus zum Bären. Der Komplex mit Restaurant- und Bar-Bereich, Veranstaltungssaal und elf Zimmern hat nun einen neuen Pächter. Peter Wlost, der die Tapas- und Cocktailbar El Moro in Bad Neustadt am Ende der Fußgängerbrücke betreibt, erweitert sich in Richtung Münnerstadt. Sein Angestellter Desmond Denson – der selbst eine Weile in Münnerstadt lebte – soll die Leitung des Bären übernehmen. 

Ein schöner Ort zum Essen gehen 

Denson freut sich, die 50 Innenplätze plus Außenbereich zu bewirten. "Damit kannst du Münnerstadt einen schönen Ort geben, wo die Ansässigen abends etwas essen und trinken gehen können", so der Hotelfachmann. 

Das Konzept soll dem im El Moro angeglichen sein – wenn auch mit abgespeckter Karte:  "Burger, Pasta, Salate, Tapas. Die Leute haben einfach Lust auf Burger und Pasta. Und sie haben auch Lust auf Tapas: Wenn der ganze Tisch voll Essen steht, da wird das Essen zum Event, das ist ein gemeinsames, ein gesprächiges Essen", beschreibt es Denson. 

Start im September

Los geht es erst im September. "Wir wollten eigentlich schon früher öffnen, aber die Verhandlungen zum Pachtvertrag haben länger gedauert als geplant, deswegen sind wir im Zeitplan etwas hintendran."

Im Juli gingen in Bad Neustadt die Donnerstagskonzerte los, das bedeute erst einmal etwas Arbeit. Juli und August seien immer eine relativ arbeitsreiche Zeit. "Daher die Entscheidung, die Eröffnung im September zu legen: Es ist ja nicht sinnvoll, die Eröffnung in einer Hau-Ruck-Aktion zu machen, und dann wird es nicht so, wie man es gern gehabt hätte", sagt Wlost. Obwohl er gern noch die Außensaison mitgenommen hätte. 

Denson: Hotelfachmann mit Weiterbildungen

Seine Ausbildung zum Hotelfachmann hat Denson im Kissinger Hotel Frankenland gemacht. An der Berufsschule in Bad Kissingen machte er seinen Hotelbetriebswirt, später in Frankfurt ein Managementprogramm der Hotelkette Sheraton. Etwa 2016 lernte der 32-Jährige Peter Wlost kennen, lebte damals auch in Münnerstadt. Seit einem Jahr ist er im El Moro angestellt. 

Wlost: Als Quereinsteiger seit 15 Jahren dabei

Peter Wlost hat Politikwissenschaft studiert und ist in der Gastronomie nach eigener Aussage "zwar ein Quereinsteiger", aber mittlerweile seit rund 15 Jahren tätig. Seine Anfänge machte er als Bedienung auf der Salzburg in Bad Neustadt. Ein Schulkollege übernahm 2014 das damalige Nescafé, benannte es in Waio um und fragte Wlost, Betriebsleiter zu werden.

Wegen seiner Nähe zur spanischen Kultur, durch sein Jahr in Mexico City und seine mexikanische Frau, wurde Wlost schon zu Beginn an viel eingebunden und gestaltete beispielsweise die Tapaskarte mit. Nach der Insolvenz ein Jahr später, übernahm Wlost den Laden, benannte ihn in El Moro um, passte ihn etwa an und betreibt ihn bis heute. Auf Google Maps hat das Restaurant eine 4,5-Sterne-Bewertung.

Zu Münnerstadt habe er eine gewisse emotionale Verbindung, sagt er.  "Meine Oma und ihre Schwester haben bis zum Jahreswechsel 1988/89 den fränkischen Hof betrieben. Daher habe ich viele Kindheitserinnerungen an Münnerstadt – es ist ein Stück Heimat." 

Fremdenzimmer machen Bären attraktiv

Den Bären kennen beide, weil die dort früher ab und zu waren, als Denson noch in Münnerstadt lebte. Nun bekamen sie mit, dass er leer steht. Wlost erklärt: "Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, einen zweiten Laden aufzumachen. Dann kam Corona dazwischen. Aber jetzt sind wir endlich so weit." 

Er habe zudem in einer für die Gastronomie schwierigen Zeit seine Umsatzstruktur auf breitere Füße stellen wollen, "und da ist der Bär prädestiniert für, weil er Fremdenzimmer hat", sagt Wlost. Dass das funktioniert, sind sich die beiden sicher. "Allein mit den Bestattern hat man eine solide Quelle an Gästen", so Denson. Von Bad Neustadt wissen sie: Es gibt einige Angestellte, die ab und zu beruflich dort sind und in der Kurstadt kaum noch freie Zimmer bekommen – die würden auch nach Münnerstadt ausweichen. Auch wollen die beiden den Saal im Gasthof wieder für Veranstaltungen zur Verfügung stellen. 

Michael Kastl freut sich über neue Pächter

"Mich persönlich freut es sehr", sagt Münnerstadts Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Er war von Anfang an miteingebunden: "Peter Wlost ist ein alter Schulfreund", erzählt Kastl. Er habe die Verhandlungen in seinem Rahmen betreut und Wlost den Rücken gestärkt. "Wir können als Stadt ja auch nur begrenzt unterstützen. Aber man kann gegenüber dem Vermieter beispielsweise bestärken, dass das nicht irgendwer ist. Ein junger Mann, der die Gastronomie so liebt und lebt, das ist genau das, was Münnerstadt braucht."

Er gibt aber auch zu: "Es war hart, das geheim zu halten. Man hätte beispielsweise bei der Diskussion zum Altstadtcafé sagen können: Nein, Münnerstadt blutet nicht nur aus." Kastl selbst esse auch gern mal einen Burger oder Tapas. "Ich werde sicher auch das eine oder andere Mal dort vorbeischauen", verrät er. 

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