„Ich bin zwar schon mehrmals hier vorbeigefahren, aber Zeit für einen Besuch der kleinen Kirche hatte ich nicht.“ Das sagte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, Christian Hirte, beim Besuch der „Kirche der Einheit – Herbstadt `89“.
Mit ihm waren CDU-Kreisvorsitzender Ralf Liebaug sowie Silke Klör vom Büro des Staatssekretärs gekommen. Hinzu kamen Landrätin Peggy Greiser (Schmalkalden-Meiningen und ihre Amtskollegin Sonja Rahm (Rhön-Grabfeld), sowie Bürgermeister Christian Seeber (Gemeinde Grabfeld) und Rhön-Grabfeld-Kreiskulturreferent Hanns Friedrich. Ralf Luther, Vorsitzender im Verein Autobahnkirche A 71, dankte Ralf Liebaug für die Organisation des Besuchs und erklärte die Kirche.
Mehr als zehn Jahre habe es gebraucht, von der ersten Idee bis zur offiziellen Einweihung des kleinen Gotteshauses 2015. Die kleine Kirche am Parkplatz Thüringer Tor an der A 71 ist die einzige Kirche, die als Anlass den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung vorweisen kann. Das nämlich sei die Idee des Superintendenten Wolfram Hädicke, Rhön-Grabfeld-Landrat Fritz Steigerwald und des Künstler Gernot Ehrsam gewesen. Die Kirche sollte an das Wunder der friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands im November 1989 erinnern.
Eigentlich waren Kapellen geplant
Waren zunächst zwei solche Kapellen geplant, eine bei Mellrichstadt, die andere bei Bibra, so ließ sich dies aus finanzieller Sicht nicht umsetzen. Es blieb bei der Kirche auf einer Anhöhe am Parkplatz Thüringer Tor.
Der Parlamentarische Staatssekretär erfuhr von den vielen freiwilligen Spenden, die es letztendlich möglich machten das Gotteshaus zu errichten. Fast 500 Einzelspenden zählte Ralf Luther. Hinzu kamen Firmen, die kostenfrei mitgeholfen haben, das Gotteshaus zu errichten. Hier verwies Ralf Luther vor allem auf den Planer Professor Josef Trabert, aber auch Gernot Ehrsam und sein Vorstandsteam.
Immer wieder stockte der Bau, bis am 26.Juni 2015 endlich die Einweihung stattfinden konnte. Auf die Frage von Christian Hirte, wie es denn mit Vandalismus aussehe, sagte der Vorsitzende, dass es hier so gut wie keine Probleme gab und gibt. Immer wieder komme es zwar vor, dass der Opferstock aufgebrochen wird, aber, da er täglich geleert wird ist der Schaden meist höher als das wenige Kleingeld.
Gedanken und Gebete der Besucher
Unverständlich sei es bis heute, warum in der Karwoche vor einigen Jahren das Anliegenbuch entwendet wurde. Dort sind lediglich Gedanken und Gebete der Besucher vermerkt.
Beim Durchblättern stellte dies auch der Staatssekretär fest und trug sich selbst in das Anliegenbuch der Autobahnkirche ein. Den Besuch nannte er wichtig und sehr informativ.
Das unterstrich auch Rhön-Grabfeld-Landrätin Sonja Rahm, die an diesem Tag zum ersten Mal in der „Kirche der Einheit“ war.
Ehrenamtliche Pflege
Ralf Luther erwähnte vor allem die ehrenamtliche Mitarbeit am Beispiel von Gerhard Bracher. Mit seiner Frau hält er die Kirche sauber, leert täglich den Opferstock und führt kleine Reparaturen durch. Dafür gab es ein kleines Dankes-Präsent.
Nach persönlichen Gesprächen und Gedankenaustausch der Politiker untereinander stand dann noch ein Rundgang in Bibra mit der Burg der Herren von Bibra und der Ortskirche an. Hier waren es vor allem die Riemenschneiderwerke, die auf besonderes Interesse stießen.










