Es dürfte nur noch wenige Tage dauern, dann beginnt der Check-In: In ganz Bayern fliegen dann wieder die Fledermäuse ihre Winterquartiere an. Den Herbst nutzen sie, um sich einen Winterspeck anzufressen. Das teilt der LBV mit.
Bis zu 13 Arten auf der Plassenburg
Ab November treten sie dann ihren mehrmonatigen Winterschlaf an. Zu den beliebtesten Überwinterungsquartieren in Bayern gehören die Burgkeller auf der Plassenburg ob Kulmbach: Bis zu 13 Arten und etliche hundert Exemplare wurden in manchen Wintern in den Burgkellern schon gezählt.
Mit Recht stehen diese Keller deshalb als sogenanntes FFH-Gebiet unter strengem Naturschutz.
Die Burg-Fledermäuse sind deshalb auch die Stars der Fledermausnacht, die am Samstag, 29. August, ab 16 Uhr im Schönen Hof der Plassenburg stattfindet. Die Kreisgruppe Kulmbach im Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV), die Landkreisjugendarbeit und das Team der Burgführer schließen sich damit einer europaweiten Aktion an (European Bat Night), mit der darauf aufmerksam gemacht werden soll, dass viele unserer heimischen Fledermausarten vom Aussterben bedroht sind: 25 Fledermausarten gibt es in Deutschland.
Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil handelt es sich bei Zwergfledermaus, Mopsfledermaus, dem Großen Mausohr und allen anderen Arten, die bei uns leben und auf der Plassenburg überwintern, keineswegs um Blutsauger – wie die Tiere in Filmen und Schauergeschichten oft dargestellt werden. Alle bei uns lebenden Fledermäuse sind für den Menschen völlig ungefährlich, denn sie fressen ausschließlich Insekten.
Und genau das ist ein Problem für die Tiere, denn das dramatische Insektensterben wirkt sich natürlich auch negativ auf die Fledermausbestände aus. Neben dem Nahrungsmangel leiden Fledermäuse außerdem stark unter Wohnungsnot.
Durch die Sanierung alter Gebäude und das Abholzen von alten Bäumen finden Fledermäuse immer weniger Unterschlupf. Einige der heimischen Fledermausarten sind deshalb akut vom Aussterben bedroht; andere gelten als stark gefährdet.
Umso wichtiger ist es, über die Tiere aufzuklären und zu vermitteln, wie man ihnen helfen kann. Etwa, indem man Gärten insekten- und fledermausfreundlich gestaltet. Wer Fledermäuse in den eigenen Garten lockt, wird bald feststellen, dass sie kein bisschen gruselig sind, sondern faszinierende Flugkünstler, die in den Abendstunden ihr ganzes Können zeigen.
Während der Veranstaltung auf der Plassenburg, die um 16.30 Uhr beginnt, haben die Besucher die Möglichkeit, sich am Infostand der LBV-Kreisgruppe über Fledermäuse (und natürlich über andere Naturschutz-Themen) zu informieren. Das Landkreis-Spielmobil ist vor Ort und das Team hat wie in jedem Jahr viele Spiel- und Bastelideen rund ums Thema vorbereitet. Das Team der Burgführer lädt zum Besuch der Burgkeller ein.
Um 18.30 und um 20 Uhr wird Erich Schiffelholz vom Kulmbacher LBV in Vorträgen in der Schlosskirche einen Einblick geben in das faszinierende Leben der „Jäger der Nacht“, bevor dann nach Einbruch der Dunkelheit die Gelegenheit besteht, bei einem Rundgang über das Festungsgelände die Fledermäuse bei ihren Jagdflügen zu beobachten und mit Hilfe sogenannter Bat-Detektoren zu belauschen.
Die Auffahrt auf die Plassenburg ist mit dem Plassenburg-Express möglich. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Die Gastronomie im Schönen Hof hat während der Dauer der Veranstaltung geöffnet.














