Zum 77-jährigen Bestehen des Grundgesetzes hatte Bundespräsident Walter Steinmeier am 23. Mai den Ehrentag für das Ehrenamt ausgerufen. Dass eine Gruppe Ehrenamtlicher ausgerechnet an diesem Samstag, sichtbar mit der Renovierung der Friedhofstreppe begann, war jedoch eher dem Zufall geschuldet, oder besser dem Kran von Stefan Belz (Zimmerei Belz und Lehmann), wie Berthold Bug berichtet. „Wir haben gewartet, bis er ihn zur Verfügung hatte. Ohne den Kran wäre es wesentlich schwieriger geworden“, sagt Bug.
Es gibt einen barrierefreien Zugang
Berthold Bug ist zweifelsohne der Hauptinitiator in Bezug auf die Sanierung der Friedhofstreppe. Zahlreiche Kothener, darunter auch aus dem verwandtschaftlichen Umfeld, waren auf ihn zugegangen, doch mit für den Erhalt der Treppe zu sorgen, so Bug.
Der Grund: Mit Beschluss des Gemeinderates am 20. Januar dieses Jahres sollte die marode Treppe am Südeingang des Kothener Friedhofs abgebaut werden, da es auch einen anderweitigen Zugang gibt, der sogar barrierefrei ist.
„Die Stimmen jedoch, insbesondere aus der Verwandtschaft, haben mich motiviert, die Treppe zu erhalten“, gesteht der 75-Jährige. Dieses Engagement aus der Kothener Bürgerschaft unterstützte der Gemeinderat mit seinem Beschluss vom 21. April.
Bug freute sich indessen, dass alle, die er um Hilfe gebeten hatte, zusagten, bevor es ans Werk ging. Zunächst wurden Stufe für Stufe die 16 Tritte angebaut und komplett mit dem Dampfstrahler gereinigt. Anschließend musste der Treppenuntergrund begradigt und neu aufgebaut werden, erzählt Bug, um abschließend Treppenstufe für Treppenstufe, eine nach der anderen, in Beton zu legen. „Künftig mit einer einheitlichen Trittbreite von 35 Zentimetern“, fügt er mit einem Schmunzeln und Augenzwinkern hinzu. 100 Sack Betonmaterial und Split wurden verbaut und Maschinen gestellt, so der Kothener.
Zwar stehen noch Verfugungsarbeiten an, die Friedhofstreppe ist jedoch seit gut drei Wochen wieder voll begehbar. Dass man mit dem von dem Gemeinderat Motten zur Verfügung gestellten Betrag von 1500 Euro Materialkosten zurechtgekommen sei, war der Nutzung der bestehenden Stufen geschuldet, so Berthold Bug. Er bezweifel aber, dass man, wenn man neue Stufen hätte anschaffen müssen, mit den zusätzlichen 2500 Euro, die der Gemeinderat genehmigt hatte, ausgekommen wäre.
Nachhaltigkeit dank Ehrenamt
Es blieb den tatkräftigen Helfern Berthold Bug, Markus Bug, Herbert Bug, Martin Möller, Stefan Belz, Reinhard Hembacher, Ralf Hergenröder, Mathias und Florian Schneider erspart, sich darüber Gedanken zu machen. Stattdessen zeigten sie, wie Ehrenamt und Nachhaltigkeit einhergehen können. Dazu gehört auch Emil Kreß, der als Anwohner den Strom für die Maschinen sponserte.
Rund 300 ehrenamtliche Stunden haben alle für dieses Projekt gemeinsam geleistet. Viele positive Resonanzen und auch ein kleiner Geldbetrag, für ein gemeinsames Treffen zum Abschluss der Arbeiten, seien bereits der Lohn ihrer Mühen, so Berthold Bug.












