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Kleines Ehrenamt
Feuerwehr Steinach gründet eine Kinderfeuerwehr
Kinderfeuerwehr
Im Markt Bad Bocklet kann die erste Kinderfeuerwehr gegründet werden. Der Gemeinderat stimmte einer Gruppe bei der Feuerwehr Steinach zu. // Hilmar Ruppert
Steinach – Steinach nimmt mit der Gründung eine Vorreiterrolle ein. Kinder werden schon ab sechs Jahren an die Themen Brandschutz und Feuerwehrarbeit herangeführt.

Die Freiwillige Feuerwehr Steinach wird die erste Kinderfeuerwehr der Marktgemeinde Bad Bocklet gründen. Nach bereits erfolgter Zustimmung des Kommandanten Jens Endreß versicherten auch Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) und Rathaus-Geschäftsleiter Thomas Beck in der jüngsten Gemeinderatssitzung diesem Vorhaben ihre volle Unterstützung zu. Auch der Gemeinderat stimmte nun dem Antrag der Steinacher Feuerwehr vorbehaltlos zu.

Die Gründung von Kinderfeuerwehren für Kinder ab sechs Jahren ist in Bayern seit der Änderung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes im Jahr 2017 möglich. Zwar gab es schon zuvor vereinzelt Kinderfeuerwehren im Freistaat, doch waren dies ausnahmslos Gruppierungen des jeweiligen Feuerwehrvereins, organisatorisch strikt getrennt von der aktiven Feuerwehr. In diesen Fällen mussten die Vereine für ihre Kindergruppen eine private Unfall-Zusatzversicherung abschließen.

Über Kommune abgesichert

Im Gegensatz dazu stehen Kinder einer zur gemeindlichen Feuerwehr zugeordneten Kinderfeuerwehr grundsätzlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Nach Schätzung der Landkreisbeauftragte für Kinderfeuerwehren, Kreisbrandmeisterin Franziska Schneider schätzt, sind aktuell mindestens 85 Prozent der bayerischen Kinderfeuerwehren über die Kommunen abgesichert.

Vor der Beschlussfassung im Gemeinderat hatte Ratsmitglied Marcel Dünisch (FCW) als Gruppenleiter der Steinacher Feuerwehr dem Gremium eine ausführliche schriftliche Begründung zum eingereichten Antrag vorgelegt. Darin wurde neben dem Vorteil der gesetzlichen Unfallversicherung vor allem die für die Freiwilligen Ortsfeuerwehren dringliche Nachwuchsarbeit als Argument hervorgehoben. „Kinder lernen die Feuerwehr schon früh kennen. Langfristig können daraus über den nachfolgenden Übertritt in die Jugendfeuerwehr später aktive Feuerwehrdienstleistende werden. Die Gemeinde investiert damit direkt in den zukünftigen Bestand ihrer Feuerwehr und stärkt diese als Teil der Dorfgemeinschaft.“

Zuschuss von 300 Euro

Für eine kommunale Kinderfeuerwehr übernimmt die Marktgemeinde Bad Bocklet auch die Kosten für Ausstattung, Verbrauchsmaterialien oder notwendige Ausrüstung im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten. Dazu gehören Warnwesten, aber auch Bastel- und Verbrauchsmaterial, kleine Übungs- und Anschauungsmaterialien sowie Material für Spiele und Gruppenaktivitäten. „Das bedeutet nicht, dass plötzlich alles aus dem Gemeindehaushalt bezahlt werden muss“, heißt es im vorgelegten Text beschwichtigend. Zudem erhält die Kinderfeuerwehr einen einmaligen Zuschuss von 300 Euro von der Versicherungskammer Bayern. Eine finanzielle Überforderung der Marktgemeinde konnte auch Geschäftsleiter Beck nicht erkennen: „Die Gelder, die für die Ausstattung nötig sind, werden sich in Grenzen halten.“

Vorarbeit ist geleistet

Als Gegenleistung bietet die Steinacher Feuerwehr der Gemeinde „ein fertiges Angebot, ohne selbst eine komplett neue Struktur aufbauen zu müssen“. Die Vorarbeit ist seitens der Steinacher Feuerwehr bereits geleistet, das Konzept steht, die Betreuung der Kinder ist organisiert und die grundsätzliche Bereitschaft zur ehrenamtlichen Durchführung der Kinderfeuerwehr ist vorhanden.

Die konzeptionellen Schwerpunkte sind, den Kindern spielerisch erste Einblicke in die Aufgaben einer Feuerwehr zu vermitteln. Im Vordergrund stehen Teamarbeit und Gemeinschaftserlebnis, Kreativität und Bewegung und vor allem der Spaß, doch auch die Erziehung zum Brandschutz. Die Treffen werden altersgerecht gestaltet, versichern die Verantwortlichen, und können aus Spielen, Bastelangeboten und kleinen Feuerwehraktionen bestehen.

Betreuung in zwei Gruppen

Die Betreuung der Steinacher Kinderfeuerwehr, aufgeteilt in die zwei Gruppen für Kinder zwischen sechs und neun Jahren sowie zehn bis maximal zwölf Jahren werden Emma Blasek und Emilie Heinisch übernehmen. Es ist vorgesehen, dass sich die Kinder jeweils samstags im neuen Feuerwehrhaus treffen sollen. Auf die Frage, ob diese Kinderfeuerwehr nur für Kinder aus dem Ortsteil Steinach gedacht ist, antwortete Marcel Dünisch: „Grundsätzlich erst einmal ja. Sollten aber später Anfragen aus anderen Ortsteilen folgen, könnte über eine Ausweitung nachgedacht werden.“

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