Die Verschnaufpause war nicht ganz freiwillig. Der überraschend nasse Herbst sowie der frost- und schneereiche Winter durchkreuzten den Fahrplan von Gemeinde, Planungsbüro und ausführender Firma Theo Hahn, den Gleispark in Rupboden vor dem Jahreswechsel 2025/26 fertigzubauen. Auch im neuen Jahr kamen die Arbeiten noch nicht wieder in Fahrt. Was nicht heißt, dass nichts voranging.
Bahnsteigbau und Baumpflanzung
Wer sich am alten Rupbodener Bahnhof umschaut, merkt sofort: Auf der Baustelle wurde vor dem Jahreswechsel geklotzt und nicht gekleckert. Zeitlofs' Bürgermeister Matthias Hauke zufolge wurden fast alle Bäume in die Erde gesetzt. Terrassen für Wohnmobil-Stellplätze sind ebenfalls hergerichtet. Bis auf die beiden seitlichen Zugänge zum Radweg ist der Bahnsteig fertig. Er verleiht dem dort seit Januar 2021 stehenden Schienenbus-Beiwagen einen würdigen Rahmen.
Ebenfalls 2025 betonierten Bauarbeiter den Entleerungsplatz für die Wohnmobile; dort müssen laut Hauke noch Bezahlstationen aufgestellt und angeschlossen werden. „Die Fläche für den Imbisscontainer wurde gepflastert, hier sind noch kleine Restarbeiten offen.“
Verzögerung und Komplikationen beim Tiefbau
Der Bürgermeister bedauert, dass gewisse Dinge durch Regen und Schnee erstmal nicht fortgeführt werden können, wodurch gewisse andere Tätigkeiten liegenblieben. Gerade beim Tiefbau habe sich einiges verzögert, teilweise mussten die Bauleute mehr ausheben und verfüllen als gehofft (einkalkuliert war es).
„Vieles hängt halt voneinander ab. Bis Mitte April sollen aber alle Arbeiten fertiggestellt sein”, sagt das Ortsoberhaupt. Vermutlich könnten ein paar Pflanzungen erst im Herbst 2026 erfolgen, da nicht alles über den Winter verfügbar gewesen sei.
Weitere Pflanzungen im Februar
Trotz immer noch ungünstiger Witterung haben im Februar die Pflanzarbeiten für die Staudenbeete begonnen. „Wir haben uns ja mittlerweile gegen den WC-Container und für die Sanierung der alten WC-Anlage im Bahnhofsgebäude entschieden“, so der Bürgermeister. Dafür seien über den Winter Vorbereitungen durch den Zeitlofser Bauhof getroffen worden. Die Mitarbeiter der Gemeinde entfernten Zwischenwände, um einen großen Raum zu erhalten. Demnächst wird die Firma Schüssler aus Roßbach gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern diesen Bereich zu einer barrierearmen Unisex-WC-Anlage ausbauen.
Projekt aus Regionalbudget der Rhönallianz
Hauke weist auf ein neues Projekt am Gleispark hin – eine Holzkugelbahn am Hang Richtung Dorf, die über das Regionalbudget der Brückenauer Rhönallianz mitfinanziert wird. Für die Kugelbahn soll der bestehende Pfad in die Ortsmitte mit einbezogen und das Gelände entsprechend aufgefüllt und modelliert werden. „Das wird der Hauptteil des Projekts sein; die Bahn selbst wird aus eigenem Holz durch unsere Mitarbeiter hergestellt und aufgebaut“, sagt Hauke.
Die Bahn soll ähnlich der an der Wasserkuppe funktionieren. Das heißt, es wird einen Kugelautomaten geben, wo man sich für zwei Euro eine Holzkugel für die Bahn kaufen kann. Die darf man laut Hauke natürlich behalten beziehungsweise kann eigene Kugeln in der entsprechenden Größe nutzen. Geplant ist die Fertigstellung bis August 2026.
Bewirtung für Sommersaison geklärt
Geklärt ist bereits, wer in der warmen Jahreszeit die Bewirtung im Gleispark übernehmen wird. „Herr Andres, der Betreiber aus 2025, hat wieder einen Saisonvertrag unterzeichnet und wird vom 1. Mai bis 31. Oktober 2026 den Imbiss im Container betreiben.“ Hauke geht davon aus, dass es bei den Öffnungszeiten wie letztes Jahr bleibt, also freitags bis sonntags, dazu die Feiertage. „Ganz genau kann ich es aber noch nicht sagen, zumindest gab es noch keine Information von Herrn Andres.“
Kein Platz mehr für Waggons in Zeitlofs
Erst mal zu den Akten gelegt sind laut dem Bürgermeister die Pläne, den Bahnradweg auch in Zeitlofs direkt durch Eisenbahnwaggons aufzuwerten, in denen hätte übernachtet werden können. „Das ist letztendlich durch fehlende Investoren gescheitert; wir hatten sogar schon die Kaufverträge für die Waggons und einen möglichen Betreiber.“
Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände soll nun der neue Kindergarten samt öffentlichem Spielplatz errichtet werden – ein weiteres Großprojekt der Ära Hauke. Dadurch werde das Areal so gut wie komplett verbaut sein; es bleibe kein Platz für andere Vorhaben mehr. „Ich denke, wir sollten und werden das Thema Bahn bei der Gestaltung des Kindergartens und der Außenanlagen berücksichtigen.“
Ministerin Kaniber angefragt
Für die Eröffnung des Gleisparks wurde Michaela Kaniber (CSU), bayerische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, angefragt. Für Hauke die Richtige, „da die Fördergelder aus ihrem Ministerium zur Verfügung gestellt werden und wir zeigen wollten, wie gut das Geld investiert wurde“.
Kürzlich erhielt der Bürgermeister aber eine Absage: Kanibers Terminkalender lasse einen Besuch im Frühjahr nicht zu. „Da muss ich Rücksprache mit den Verantwortlichen halten, ob wir die Eröffnung später im Jahr ansetzen und nochmal versuchen, eine Zusage für den Besuch zu erhalten. Oder dann halt ohne große Politik.“



















