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Nachruf
Hammelburg trauert: Winfried Benner ist gestorben
Winfried Benner ist gestorben.
Winfried Benner ist gestorben. // Matthias Benner
Signet des Fränkischen Tags von Angelika Silberbach
Hammelburg – Ein Leben im Dienst von Sport und Gemeinschaft endet. Hammelburg verliert eine prägende Persönlichkeit und engagierten Bürger.
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Winfried Benners Einsatz für den Sport, die Kommunalpolitik und soziale Projekte war allseits anerkannt. Durch seinen Tod Anfang der Woche verliert die Region einen vielfach geehrten und jahrzehntelang engagierten Mitbürger. Seine freundliche Zugewandtheit wird in Erinnerung bleiben, weil er über 70 Jahre in Hammelburg lebte, liebte und wirkte. Er starb Anfang der Woche im Alter von 90 Jahren nach längerer, altersbedingter Krankheitsphase.

Der gebürtige Rheinländer, Jahrgang 1935, erlebte als Kind den Krieg in Boppard. An diese schwere Zeit, in der man um Essen betteln gehen musste, erinnerte er sich ein Leben lang. 

Schon in jungen Jahren zog es Winfried Benner zum Leistungssport hin. Er war zweimal deutscher Fünfkampf-Mannschaftsmeister im Rheinland, stand bei der Jugendauswahl im Fußballtor und spielte Handball in der rheinischen Oberliga. Nach dem Abitur 1955 war er kurz bei der Post in Koblenz, bevor er 1956 zur Bundeswehr wechselte und als Offiziersanwärter ins Hammelburger Grenadierlehrbataillon 351 kam. Von 1964 bis 1968 studierte er an der Sporthochschule in Köln und wirkte nach seinem Examen zum Diplomsportlehrer im Bonner Verteidigungsministerium an der Erstellung einer Zentralen Sportvorschrift für die Bundeswehr mit. Anschließend kehrte er als Leiter der Sportabteilung der Infanterieschule nach Hammelburg zurück. 

Winfried Benner ist gestorben.
Winfried Benner ist gestorben. // Matthias Benner

In den Ruhestand trat er 1995 und promovierte sechs Jahre später – zur Überraschung vieler – als 71-Jähriger nach dem Studium der Sportpädagogik, politischen Wissenschaften und Sozialpädagogik zum Dr. phil. an der philosophischen Fakultät der Universität Würzburg. Damit hatte er wieder einen Rekord gebrochen: Er war wohl der älteste Doktor in dieser Fächerkombination. 

Seine Verdienste um Hammelburg waren enorm: 24 Jahre vertrat er als Stadtrat und 12 Jahre als Kreisrat nicht nur die Interessen des Sports. Er war maßgeblich an der Fusion des TV/DJK Hammelburg beteiligt, war jahrelang Vorsitzender des Vereins und über 50 Jahre Sportabzeichenreferent. Gründungsmitglied war er unter anderem beim Tennisclub Hammelburg und bei der Hammelburger Tafel. Für all diese Verdienste erhielt er von der Stadt Hammelburg die Bürgermedaille. 

Die Lebenszeit als Geschenk

Seine Frau Elisabeth (verstorben 2024), die Tochter des einstigen Landrats Adam Kaiser, lernte er 1956 kennen. 1960 heirateten sie und feierten 2020 noch im Familienkreis ihrer drei Kinder (Michael, Matthias und Barbara) und fünf Enkelkinder Diamantene Hochzeit. Im Jahr 2021 schrieb Winfried Benner in seinen Lebensaufzeichnungen: „Ich will die Jahre des Alters noch genießen und betrachte die Zeit, die mir bleibt, als Geschenk.“ Dies war ihm vergönnt.

Die Aussegnungsfeier und Beerdigung von Winfried Benner finden am 5. Mai, um 14.30 Uhr auf dem Friedhof in Hammelburg statt. 

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