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Fasching in Oberthulba
Mit 14 in der Bütt: Mathilda als „Post Hilde“
Prunksitzung Oberthulba 2025
Mathilda Hüttl überzeugte in der Bütt 2025 und als Tänzerin das Publikum. // Milena Meder
Oberthulba – Als junge Büttenrednerin zieht Mathilda alle Blicke auf sich. Was das Dorfleben in Oberthulba wohl dieses Jahr an lustigen Skandalen bereithalten wird?

Wenn Mathilda Hüttl in die Bütt steigt, hält für einen Moment das ganze Dorf den Atem an. Die 14‑Jährige aus Oberthulba braucht nur wenige Sekunden, um das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Sie begeistert mit einer Mischung aus fränkischem Humor, präziser Pointe und der Unerschütterlichkeit eines Mädchens, das längst auf der großen Bühne angekommen ist. 

 Ein Start aus dem Nichts

Als Mathilda elf Jahre alt war, suchte ihr Heimatverein, die Öwerdöllwer Fosenochts Gemeinschaft (ÖFG), händeringend jemanden für die Büttenrede. „Da sich niemand fand, muss jetzt ein 11‑jähriges Mädchen in die Bütt“, schrieb ihr Vater Thomas Hüttl damals – und legte damit die Grundlage für Mathildas erste Rede. Es wurde ein Appell an die Dorfgemeinschaft, wieder aktiver im Fasching mitzuwirken.
Seitdem gehört die Schülerin des Gymnasiums Bad Kissingen fest ins Programm der ÖFG.

Dorftratsch als Steilvorlage

Am liebsten erzählt Mathilda von Dorfgesprächen, kleinen Skandälchen und lustigen Interna aus dem eigenen Faschingsverein. „Dorftratsch geht immer, das mögen die Leute“, sagt sie. Dementsprechend ist auch ihr Auftritt in diesem Jahr gestaltet: Die 14‑Jährige schlüpft in die Rolle ihrer eigenen Urgroßmutter – der „Post‑Hilde“.

Diese stand früher stundenlang vor dem Haus, beobachtete alles und jeden und wusste über jedes Geheimnis im Ort Bescheid. Eine Art lebendiger Nachrichtenticker, oder wie Mathilda sagt: „Die Post‑Hilde war die Whistleblowerin des Dorfes.“

Büttenrede aus Familienhand

Den Text für die aktuelle Rede hat Mathilda wieder gemeinsam mit ihrem Vater geschrieben. Dass sie Texte schnell lernt, kommt ihr dabei zugute: Eine Woche vor der Prunksitzung beginnt sie mit dem Üben. „Dreimal am Tag sage ich die Rede auf“, erzählt sie. Ganz auswendig soll sie jedoch nicht werden, ein wenig Raum für spontane Einfälle will sie behalten.

 Wachsende Ansprüche – und wachsende Nervosität

Mit der Erfahrung steigen auch Erwartung und Druck. Mathildas Mutter Jacqueline sagt: „Im ersten Jahr kamen so viele aus dem Dorf und haben sie gelobt. Jetzt liegt die Messlatte hoch.“ Und tatsächlich – Mathilda spürt die Vergleiche. „Mein Anspruch steigt. Ich möchte es mindestens so gut machen wie in den vergangenen Jahren“, sagt sie. Der Druck sei hoch: „In der Bütt fällt ein Versprecher sofort auf. Wenn ich mich als Tanzmariechen vertanze, merkt das nur die Trainerin.“

Ein Leben für den Fasching

Trotz aller Aufregung liebt Mathilda den Fasching. Derzeit steht sie gleich dreifach auf der Bühne – in der Garde, als Tanzmariechen und in der Bütt. Nebenbei betreibt sie auch noch Leichtathletik. „Ich mache weiter, solange es geht“, sagt sie.

Tanzmariechen Mathilda Hüttl im Spagat.
Tanzmariechen Mathilda Hüttl im Spagat. // Milena Meder

Für ihren Einsatz erhielt sie bereits eine außergewöhnliche Ehrung: den „Narr in Silber“ des Fastnachtsverbands Franken. Eine Auszeichnung, die in Oberthulba bisher niemand nach nur sieben Jahren Engagement bekommen hat.

Die nächste Generation wartet schon

In der Familie Hüttl steht die Faschingsleidenschaft nicht still. Vater Thomas Hüttl wird auch in diesem Jahr mit Verwandtschaft und Freunden gemeinsam die Welt- und Kommunalpolitik aufs Korn nehmen. Auch Mathildas kleine Schwester Rosalie, 10 Jahre alt, scharrt bereits mit den Hufen. In der Garde tanzen schon beide. Für später hat Mathilda bereits einen Traum: „Ich möchte mal Gardetrainerin werden.“

Prunksitzung ÖFG Oberthulba 2025Prunksitzung ÖFG Oberthulba 2025
Tanzmariechen Mathilda Hüttl erhielt für ihren Auftritt tosenden Applaus. // Milena Meder

Wenn das Dorf zusammenkommt

Die Prunksitzung der ÖFG findet am Freitag, den 30.1. und Samstag, den 31.1., statt. Mathilda wird wieder im Rampenlicht stehen, als „Post‑Hilde“. Ganz sicher aber auch als junge Frau, die mit ihrem Mut und ihrer Leidenschaft den Fasching in Oberthulba jedes Jahr ein Stück lebendiger macht.

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