0
Ziel: Weniger CO2
Kreis Bad Kissingen gemeinsam für den Klimaschutz
53 Kommunen aus Unterfranken machen sich auf einen gemeinsamen Weg für den Klimaschutz.
53 Kommunen aus Unterfranken machen sich auf einen gemeinsamen Weg für den Klimaschutz. // Thomas Reimer – stock.adobe / Montage: Dagmar Klumb
LKR Bad Kissingen – 53 Kommunen aus Unterfranken arbeiten im Netzwerk Main-Rhön daran, weniger CO2 auszustoßen. Um ihr Ziel zu erreichen, holen sie einen Experten ins Boot.

Lange haben die Initiatoren aus Münnerstadt warten müssen, jetzt ist der Förderbescheid eingetroffen. Damit ist der Weg frei für die Gründung des kommunalen Klimaschutznetzwerkes „Main-Rhön“. 53 Kommunen – darunter fünf Landkreise, die Stadt Würzburg und der Bezirk Unterfranken – hatten bis zur Einreichung des finalen Förderantrages eine unverbindliche Interessensbekundung abgegeben. Nun müssen sie einen formellen Beschluss fassen. Am 14. März wird das Netzwerk offiziell in der Mehrzweckhalle in Münnerstadt gegründet.

Informationsaustausch

Ziel des Klimaschutz-Netzwerkes ist zum einen der regelmäßige Wissens- und Informationsaustausch der Kommunen. Auch die Organisation und gegenseitige Unterstützung bei der Entwicklung vorbeugender und nachhaltiger Vorhaben zur Reduktion der Auswirkungen des Klimawandels stehen im Fokus. Außerdem soll ein vor allem für die ländliche Region spezifischen Fahrplan zur angestrebten Klimaneutralität ausgearbeitet und umgesetzt werden.

Die fachliche Beratung des Netzwerkes übernimmt das renommierte Institut für Energietechnik der Hochschule Amberg-Weiden. Das Netzwerk besteht inhaltlich aus zwei Teilen. Einerseits findet quartalsweise ein Treffen statt mit dem Ziel, einen Austausch zwischen den teilnehmenden Kommunen zu schaffen. Bei den moderierten Treffen gibt es Fachvorträge und es werden Praxisbeispiele besichtigt.

Individuelle Beratung

Zum anderen hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sich individuell durch das Institut für Energietechnik beraten zu lassen. Das können beispielsweise Potenzialanalysen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Ökobilanzierungen oder allgemeine fachliche Beratung zu anstehenden Projekten sein. Voraussetzung ist, dass die Unterstützung darauf abzielt, Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Innerhalb der Netzwerkzeit von drei Jahren werden dabei über die Kommunalrichtlinie 70 Prozent der Ausgaben für die Treffen und die fachliche Beratung gefördert.

Angestoßen hat das Netzwerk der Klimaschutzmanager der Stadt Münnerstadt, Stefan Richter. Er nahm Kontakt zum Leiter des Instituts für Energietechnik, Professor Markus Brautsch, auf, der das Projekt begleiten wird. Waren es Ende 2021 noch sechs Kommunen, die zusammen mit Münnerstadt das Netzwerk gründen wollten, so wuchs die Zahl immer mehr an.

Beschluss ist nötig

Bei etlichen Stadt- und Gemeinderatssitzungen sowie bei persönlichen Gesprächen mit Bürgermeistern in ganz Unterfranken hat Stefan Richter das Projekt vorgestellt. Als dann der entscheidende Förderantrag abgegeben wurde, waren es bereits 53 Kommunen. Diese müssen nun aus förderrechtlichen Gründen einen Beschluss fassen, dass sie am Klimanetzwerk teilnehmen wollen.

Sollte die eine oder andere Gemeinde oder Stadt inzwischen nicht mehr im Projekt mitarbeiten wollen, wäre das auch kein Problem. „Es sind noch 30 Kommunen auf der Warteliste“, sagt Stefan Richter. „Das ist schon ein Netzwerk, mit dem man etwas anfangen kann.“

Der Name passt

Der Stadtrat von Münnerstadt hat in seiner jüngsten Sitzung einen einstimmigen Beschluss zum Beitritt gefasst. „Es ist uns gelungen, das in Münnerstadt zu halten“, sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Denn die Gründungsversammlung findet in Münnerstadt statt. Der Titel Klimanetzwerk „Main-Rhön“ sei anfänglich sehr hoch gegriffen gewesen. Inzwischen passe er aber genau zu dem Projekt, das etwas ganz Besonderes sei, so Michael Kastl.

Auch interessant:

Inhalt teilen
  • kopiert!