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Endlich saniert
Dankbarkeit prägt Eröffnung der Kulturscheune
Der Hof bildet mit dem Heimatspielhaus und jetzt mit der Kulturscheune ein sehr gemütliches Ambiente.
Der Hof bildet mit dem Heimatspielhaus und jetzt mit der Kulturscheune ein sehr gemütliches Ambiente. // Hartmut Hessel
Münnerstadt – Ein Baudenkmal wird zur Kulturscheune erweckt. Die Eröffnung zeigt eine Geschichte von Engagement und Gemeinschaft.

Die Eröffnung der kleinen Kulturscheune am Heimatspielhaus war geprägt von Dankbarkeit. Der Vorsitzende des Vereins „Zukunft für das Heimatspielhaus“, Martin Kuchler, sowie Bürgermeister Michael Kastl (CSU) huldigten der gegenseitigen Dankbarkeit. Denn ohne das geduldige Engagement der Heimatspielhausfreunde und die Aufgeschlossenheit des Stadtrats bei der schwierigen Finanzierung des Altstadtprojektes wäre die Scheune zum Kirchplatz hin ein verrottetes Denkmal geblieben.

Architekt blickt zurück

In einer launigen Beschreibung blickte Klaus-Jürgen Edelhäuser vom gleichnamigen Architekturbüro Konopatzki und Edelhäuser aus Rothenburg ob der Tauber zurück: Aus seiner Sicht war das Gebäude bereits vor fünfzehn Jahren Thema für eine Nutzung. Damals wollte man die Energie für das Heimatspielhaus dort unterbringen.

„Die Kulturscheune ist die bessere Lösung für diesen Ort hier“. Klaus Jürgen Edelhäuser beschrieb die Entwicklung in fünf Phasen, die – wie er betonte – als Überschrift nicht ganz ernst zu nehmen seien.

Fünf Phasen der Entwicklung

Es beginnt mit der „Euphorie“. Gedanken und Ideen werden formuliert, die Freude etwas zu machen treibt an. Es folgt die „Ernüchterung“. Konkrete Zahlenwerke und Bauvorgaben bauen Barrieren auf. „Man war auf einem Kollisionskurs zwischen der bayerischen Bauordnung und einem Baudenkmal, das zu einer Zeit entstanden ist, als es noch keine Bauordnung gab.“

Daraufhin entsteht „Panik“. In der vierten Phase wolle man "einen Schuldigen finden". Die fünfte Phase will er für Münnerstadt nicht gelten lassen, denn Unbeteiligte streichen hier keine „Belohnung“ ein.

Der Architekt dankte seiner Mitarbeiterin Regina Dürr, die sich als Bauleiterin sehr intensiv mit Münnerstadt auseinandergesetzt hat, um einen Kontext zu der künftigen Kulturscheune herzustellen. Zur Vorbereitung besuchte sie auch das Heimatspiel.

Problemfreie Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege

Klaus-Jürgen Edelhäuser sprach von einer sehr guten und problemfreien Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und verneinte eindeutig die Vermutung, dass das Landesamt immer Probleme machen würde. „Das ist ein Ammenmärchen“ betonte er insbesondere für das Scheunen-Projekt.

Überhaupt waren die ersten drei Phasen schon prägend, denn mehrere Bauplanungen, verbunden mit Finanzierungsnotwendigkeiten, ließen die anfängliche Euphorie schnell in Ernüchterung übergehen. Die Panikphase wurde durch Optimismus und eine enge Partnerschaft, vor allem zwischen Stadt und Verein, übersprungen.

Die Stadt ist Mieter der Scheune und sichert damit die Restfinanzierung. Das bestätigte auch Michael Rendl, als Vorstandsmitglied der Sparkasse Bad Kissingen, die das Bauvorhaben nicht nur finanziell betreut, sondern über ihre Stiftung unterstützt hat. 

Bildergalerie zum Durchklicken: 

Vorsitzender des Vereins „Zukunft für das Heimatspielhaus“,  Martin Kuchler, bekommt vom Architekturbüro einen „süßen“ Schlüssel überreicht.
Vorsitzender des Vereins „Zukunft für das Heimatspielhaus“, Martin Kuchler, bekommt vom Architekturbüro einen „süßen“ Schlüssel überreicht. // FOTOGALERIE Hartmut Hessel
Der Schlagzeuger der Stadtkapelle sitzt in der Küche.
Der Schlagzeuger der Stadtkapelle sitzt in der Küche. // FOTOGALERIE Hartmut Hessel
Dirigent und Musikerinnen sind eingerahmt.
Dirigent und Musikerinnen sind eingerahmt. // FOTOGALERIE Hartmut Hessel
Hörbarkeit geht vor Sichtbarkeit in der Kulturscheune.
Hörbarkeit geht vor Sichtbarkeit in der Kulturscheune. // FOTOGALERIE Hartmut Hessel
Der Hof bildet mit dem Heimatspielhaus und der neu sanierten Kulturscheune ein sehr gemütliches Ambiente.
Der Hof bildet mit dem Heimatspielhaus und der neu sanierten Kulturscheune ein sehr gemütliches Ambiente. // FOTOGALERIE Hartmut Hessel
Der Hof bildet mit dem Heimatspielhaus und der neu sanierten Kulturscheune ein sehr gemütliches Ambiente.
Der Hof bildet mit dem Heimatspielhaus und der neu sanierten Kulturscheune ein sehr gemütliches Ambiente. // FOTOGALERIE Hartmut Hessel
Von Bärbel Will aus Münnerstadt wurden die beiden bildnerischen Ansichten geschaffen.
Von Bärbel Will aus Münnerstadt wurden die beiden bildnerischen Ansichten geschaffen. // FOTOGALERIE Hartmut Hessel
Von Bärbel Will aus Münnerstadt wurden die beiden bildnerischen Ansichten geschaffen.
Von Bärbel Will aus Münnerstadt wurden die beiden bildnerischen Ansichten geschaffen. // FOTOGALERIE Hartmut Hessel

Martin Kuchler ist auch Ortskurator der „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ (DSD). Von dort kam zusätzlich zu den staatlichen Förderungen ein erheblicher Beitrag. 

Für den Vorsitzenden bleibt zu hoffen, dass die Nutzung der kleinen Kulturscheune ähnlich gut genutzt werden wird, wie das schon lange beim Heimatspielhaus der Fall ist.  Die Stadtkapelle hat die Kulturscheune schon mal bei der Eröffnung getestet.

Die Multifunktionsfläche ist auch „Catering-Bereich“, dort hatte man den Schlagzeuger in der Küche platziert, die Blasinstrumente fanden für das Konzert fast schon Platz am Stammtisch, der sich normalerweise vor einer Eckbank als Sitzgruppe befindet und der Dirigent war von Fachwerkbalken eingerahmt.

1200 Arbeitsstunden für die Scheune

Es scheint so, als hätte sich die unglaublich engagierte „Bauhütte“ des Heimatspielhauses endlich ein eigenes Zuhause für ausgiebige Pausengelage geschaffen. 1200 Arbeitsstunden haben die Herren im „besten“ Rentenalter für die Scheune aufgebracht. Einige Regentropfen zu späterer Stunde trieben die noch verbliebenen Gäste – endlich – in die wohlige Atmosphäre der Kulturscheune.

Viele Menschen hatten sich vom Verein „Zukunft für das Heimatspielhaus“ angesprochen gefühlt und waren der öffentlichen Einladung gefolgt. Es bleibt gespannt, wie sich der Anger künftig weiterentwickelt.

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