Am bundesweiten Tag des offenen Denkmals verlieh der Altstadtverein die Auszeichnung „Mürschter Nagel“ an Gudrun Königer-Stumpff für die Sanierung des Hauses Marktplatz 23 in der Innenstadt von Münnerstadt.
Der nicht dotierte Preis ist eine Auszeichnung des Vereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Hausbesitzer vor allem im historischen Ensemble der Innenstadt zu animieren, ihre Gebäude zu sanieren und zu beraten.
„Es ist ein sehr beeindruckendes Projekt und wir wissen, was es bedeutet, ein solches Gebäude zu sanieren“, betonte Oliver Schikora, einer der drei Vorsitzenden des Vereins neben Josef Wilz und Peter Braun, bei der Verleihung. „Alte Gebäude haben ihren eigenen Willen“, so Schikora, und fügte an: „Aber man sieht, dass es sich gelohnt hat. Der Preis ist eine Anerkennung für alle Menschen, die sich in der Stadt und innerhalb dieses besonderen Ensembles zu engagieren und wieder Leben in die Stadt bringen.“
Das sah auch Dritter Bürgermeister Leo Pfennig so. Sein Dank galt nicht nur dem Altstadtverein, der sich mit verschiedenen Aktionen darum kümmert, die Innenstadt zu beleben, sondern vor allem der Hausbesitzerin: „Ihr gilt der Dank, dass sie es in Angriff genommen hat und vor allem, dass sie in ihrer Heimatstadt drangeblieben ist und sich hier engagiert hat“, so Pfennig.
Schweiß und Nerven
Für Gudrun Königer-Stumpff war es ein besonderer Tag: „Ich freue mich über die Anerkennung, denn es hat schon viel Schweiß und Nerven gekostet.“ Das 1495 gebaute Gebäude am Marktplatz hat eine bewegte Geschichte. Es war Gasthaus, hatte im Obergeschoss einen großen Ballsaal und wurde nach dem Ersten Weltkrieg viele Jahrzehnte als landwirtschaftliches Gebäude genutzt. In Richtung Bauerngasse gibt es einen großen Hof und eine Scheune.
Die Planung für die Sanierung begann schon 2017, der Startschuss war im Jahr 2019. Viele Widrigkeiten wie die Corona-Pandemie oder die Kostensteigerungen nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mussten überwunden werden. Nun ist das Haus fachgerecht saniert und bietet vier Wohnungen auf zwei Geschossen.
Geförderte Grundsanierung
Dass sich in der Stadt auch anderer Stelle Bedeutendes tut, war beim Ortstermin auch Thema. In seiner nächsten Sitzung entscheidet der Stadtrat über den Kauf und die hoch geförderte Grundsanierung der sogenannten „Schweiz“ am Marktplatz.
In den vergangenen Jahren zeichnete der Altstadtverein insgesamt 15 Häuser mit dem „Mürschter Nagel“ aus, darunter das Heimatspielhaus, den ehemaligen Patrizierhof in der Bauerngasse oder den Fränkischen Hof.
Auszeichnung
Vorschläge, gerne auch aus den Stadtteilen, welche Hausbesitzer eine Auszeichnung für eine gelungene Sanierung eines historischen Gebäudes verdient haben, nimmt der Altstadtverein gerne entgegen. Informationen an Oliver Schikora unter oliver.schikora@grafikdesign-schikora.de












