Mürscht im Stadtfestfieber – und keiner wollte heim! Das Stadtfest „Musik und Märkte“ am vergangenen Wochenende wurde zum wiederholten Male ein Publikumsrenner. Niemand musste flüchten, nicht vor der Hitze, nicht wegen Regens. Stadtmarketing Manager Kilian Düring hatte auch nur drei Buchstaben für das Festwochenende im 43. Jahr seines Bestehens: „Top“.
Drei Bürgermeister eröffnen am Freitag
Eine stattliche Riege mit Stadträten und drei Bürgermeistern fand sich Freitagabend auf der Angerbühne ein, um ein kleines Fass „Urstoff“, was hier noch immer mit Mürscht verbunden wird, anzustechen. Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner (FW) durfte schlagen, während Bürgermeister Michael Kastl (CSU) das Geschehen moderierte.
Und das alles vor einem großen Publikum. Bis nach Mitternacht feierten an den zwei zentralen Plätzen der Altstadt erst mit der Jugendblaskapelle Großwenkheim und später mit „Livin' 4 the moments am Anger, sowie „Kilian, Kolonat und Tonart“ am Stanayer Platz gut 2.000 Menschen. Am Marktplatz, der beide Spielorte verband, hatte ein „BARdie-Bus“ seinen Standort.
Er gehörte zum dort befindlichen El Moro. Ein DJ unterhielt die Gäste auf den Liegestühlen und im Bus. Laut El-Moro-Chef Peter Wlost blieb die erhoffte Frequenz aus. „Ein wesentlicher Grund dafür ist die fehlende Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz: Es mangelte an Sitzgelegenheiten, Bühnen und Angeboten, die zum Verweilen einladen.“
Der Platz wurde von vielen nur als Durchgangszone genutzt. Dennoch wurde das Konzept insbesondere abends gut angenommen. Wlost wünscht sich, zusammen mit der Stadt den Marktplatz als gleichwertigen Festbereich zu stärken.
Jugend verzaubert am Abend den Schlosshof
Zur stetigen, erfolgreichen Location entwickelt sich der Hof des Deutschordensschlosses. „Schlossbeats“ nennen die jungen Veranstalter ihren Event, dessen Techno-Sound an zwei Abenden von einheimischen DJs gemischt und generationenübergreifend angenommen wurde. Insbesondere die Lichteffekte waren ein Augenschmaus. Angenehm ist aufgefallen, dass der Verkehr entlang des Schlosses durch die Sperrung des Jörgentors auf ein Minimum reduziert wurde.
Samstag punktet mit Kinderstadtfest
Am Samstag hatte, wer sich Kind nannte, einen besonders guten Tag erwischt. Das Kinderstadtfest hatte seine absoluten Reize mit verschiedenen Spielstätten, einer Hüpfburg und heuer erstmals ein Bungee-Tramp, die natürlich ausgiebig belegt waren. Es ist auch ein Glücksfall, dass es in Münnerstadt ein Unternehmen gibt, das solche Gerätschaften bereitstellen kann.
Der Nachmittag gehörte auf der Anger-Bühne den Kindertanz-Gruppen. Die Sternchen, die Junioren und die Elferrats- Garde, sowie Tanzende aus den Kindergärten von Reichenbach, Münnerstadt und Brünn, sowie dem Kinderhort Münnerstadt sorgten für einen großen Andrang vor der Angerbühne. Dich an dicht suchten viele Kinder dann einen Sichtplatz für den Clown „ZAPPaloTT“.
Im Schlosshof war erstmals ein Tagesprogramm mit Tischtennis, Dart und Kleiderflohmarkt geboten.
Roadhouse zog viele an den Anger
Der Abend gehörte den Classic-Rock-Fans und der Band „Roadhouse“. Es wurde viel getanzt, mitgesungen und Geschichten von den Ereignissen erzählt, bei denen die gerade gehörten Stücke eine besondere Rolle spielten. Der Anger war proppenvoll, so etwa 2000 Menschen sollen es gewesen sein.
Dazu kommen noch einige Hundert, die in dem Duo „2_nextdoor“ eine ruhigere Variante zum „lauten“ Anger erwarteten. Auf jeden Fall war die Stimmung bis kurz vor Mitternacht am Stenayer Platz ausgesprochen gut und die Mischung aus nationalem und internationalem Liedgut kam bestens an. Wer noch nicht genug hatte, fand auch von hier anschließend den Weg ins „Mürschter Tempodrom“ die „Schlossbeats“.
Sonntag mit Traditionellem und Neuem
Der Sonntag steigerte den ganzen Tag über den Besucherandrang, denn der „Kapitels-Markt“ und der „Original Mürschter Trödelmarkt“ lockten die Menschen in die Altstadt. Während man rund ums Rathaus zwischen Honig, Wurst, Klamotten und Hüten die Auswahl hatte, war der Trödelmarkt den Renner.
Gefragt, wie denn der Umsatz war, sah man nur frohe Gesichter. Die Dame, wohl bereits in Rente, war bei ihrer erstmaligen Teilnahme voll des Lobes: „Ich habe gut verkauft und Herr (Peter) Braun hat das sehr gut organisiert.“
Im Schlosshof lockte neben dem erneuten Angebot von Tischtennis, Dart und Kleiderflohmarkt auch der Kuchen à la Altstadt-Café von Susanne Hanshans. Als bereichernde Ergänzung gab es im Juliusspital das traditionelle Mittagessen und im Rot-Kreuz-Haus Kaffee und Kuchen. Auch beim Bücherflohmarkt im Jugendzentrum konnten die vielen Leseinteressenten eine Kaffeerunde starten.
Los Pistoleros Güeros machten zum Abschluss des Stadtfests am Sonntagnachmittag Stimmung auf dem Anger.
Insgesamt friedliche Stimmung
Das Stadtfest hat schon viele gute und nicht so gute Zeiten gesehen. „Musik und Märkte“ 2025 gehörte zu den deutlich besseren Events. Klar ist, dass die äußeren Umstände auch dazu gehören. Doch es ist diese absolut friedliche und gelöste Stimmung, die man an den drei Tagen spüren konnte und die den Sicherheitsdienst und die Blaulichtfamilie fast in die Arbeitslosigkeit trieben.
Alle Bilder vom Wochenende in der Bildergalerie:












































