Das Hammelburger Rathaus ist eingenommen. Die Narren der Ha-Ka-Ge (Hammelburger Karnevalsgesellschaft) zwangen den Bürgermeister vergangenen Freitag zur Aufgabe seines Amtssitzes. Selbst die anwesenden Stadträte konnten die Schar nicht aufhalten – und die schlechte Wettervorhersage schon gleich gar nicht.
In der hereinbrechenden Dunkelheit bahnte sich die charmante Garde ihren Weg durch die historische Altstadt und stürmte mit viel „Helau“ das Rathaus. Bürgermeister Armin Warmuth nahmen sie dabei hart ins Gericht.
Die Ha-Ka-Ge zog mit der Stadtkapelle und ihren närrischen Freunden zum Rathaus in Hammelburg.
„Doch keine Angst, wir bleiben fair“
„Wir kommen wie immer nicht still herein, wir kommen laut – so muss das sein. Denn wenn die Ha-Ka-Ge mit dem Elferrat hier erscheint, der Bürgermeister Armin wieder weint“, scheppert es dem Stadtoberhaupt gleich zu Beginn um die Ohren. „Doch keine Angst, wir bleiben fair, wir wollen doch nur den Spaß und ein bisschen Geld – nicht mehr“, ließ die Ha-Ka-Ge Bürgermeister Armin Warmuth nur wenig Chancen.
Doch trotzdem verteidigte sich dieser zunächst standhaft: „Das mit dem Geld könnt ihr aber gleich vergessen, ihr habt es ja bestimmt gelesen: das Geld war mal da gewesen“, rief er und gab sich selbstbewusst. „Jetzt ist es weg, die Kasse leer. Davon bekommt ihr nix, sonst geht hier gar nichts mehr“, versuchte der Bürgermeister noch das Unausweichliche abzuwenden. Doch bei den Hammelburger Karnevalisten stieß er da auf die Falschen. Schnell war der Disput in vollem Gange.
Vom Marktplatz bis zur Amtskette
„Gar nichts mehr, da lasst uns gleich mal hier vom Marktplatz red', was habe ich hier gehört, der Umbau ist verlegt? Erst wieder Diskussion, jetzt hört gut her, welches Pflaster hier denn bitte sehr?“, kamen die Narren auf das Thema Marktplatz zu sprechen. Und auch die klamme Stadtkasse brachten sie noch einmal zur Sprache: „Geld aus der Kasse kann es wohl nicht sein, dann wünschen wir uns eben etwas Wein. Denn was kann es in der Ältesten Weinstadt Schöneres geben, als gemeinsam das Glas Wein zu erheben?“
Als der Bürgermeister nach reiflicher Überlegung schließlich auch die Amtskette nicht herausrücken wollte, hatten die Narren genug der Diskussionen. „Herr Bürgermeister, hör’ gut zu: Wir regieren jetzt und du hast deine Ruh. Wir bauen nix und reißen nix, wir feiern nur – das ist der Trick.“ Noch während die Worte langsam verklangen, stürmte die Horde das Rathaus und eroberte den Schlüssel.
Mit Schlachtruf und viel Helau stürmten die Hammelburger Narren das Rathaus.
Tatkräftige Unterstützung aus dem Umland
Da nutzten dem Bürgermeister auch seine süßen Gefälligkeiten nichts. Gescheitert und reumütig musste er den Schlüssel der Macht und den Stadtwein abgeben. Mit der Schlüsselübergabe und einem merklich geknickten Bürgermeister samt Stadtrat im Gefolge, war auch die 64. Rathausübernahme der Ha-Ka-Ge geglückt. Bis spät in den Abend feierten die Narren diesen Erfolg gemeinsam mit ihren Freunden in der Markthalle.
Denn: Gekommen war die Ha-Ka-Ge zum Rathaussturm nicht allein. Zahlreiche Narren aus dem Umland waren angereist, um ihre Freunde aus der Saalestadt zu unterstützen. Mit dabei waren neben der Hammelburger Stadtkapelle und der Feuerwehr, die Gauaschacher Carnevals-Abteilung (GCA), die Untererthaler Karnevals Gesellschaft (UKG), die erste Große Bad Brückenauer Karnevalsgesellschaft (BrueKaGe), die Öwerdöllwer Fosenochts Gemeinschaft (ÖFG), die Hundsbacher Karnevalsgesellschaft (HuKaGe), die Euerdorfer Karnevals Gesellschaft Grün-Weiß (EuKaGe), der Fuschter Faschingsclub und der Karnevalverein Blau Weiß Elfershausen.

































