Skandinavien steht im Mittelpunkt des Sommerkonzerts des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau (BKO) am Samstag, 22. Juli, im König Ludwig I.-Saal von Bad Brückenau. Beginn ist um 19.30 Uhr.
In einer Studie über die schwedische Musik wird die These aufgestellt, dass die Kargheit des Nordens die Schweden paradoxerweise dazu gebracht haben könnte, ein Volk von Sängern zu werden. Diese These trifft auf alle nordischen Völker zu, die nachweislich schon immer viel und besonders gut gesungen haben. Wie ist es dann aber zu erklären, dass sie im Laufe der Jahrhunderte kaum kompositorische Größen von Format hervorgebracht haben?
Orientierung an Deutschland
Es scheint, dass die einseitige Orientierung an Deutschland, wo Talente aus dem Norden Europas meist ihr akademisches Studium genossen haben, eher eine kontraproduktive Wirkung hatte – hierzulande konnten sie auf keine genuin nordische Inspiration stoßen.
Das Problem beschrieb der Komponist Edvard Grieg in seinem Bericht über das Treffen mit Rikard Nordraak, dem Schöpfer der norwegischen Nationalhymne: „Es fiel mir wie Schuppen von den Augen; erst durch ihn lernte ich nordische Volkslieder und meine eigene Natur kennen.“
Skandinavische Schule
Ausgehend von der deutschen Romantik schuf er anschließend – durch Rückbesinnung auf die nationale Identität und die eigene folkloristische Tradition Norwegens – eine ganz neue Stilrichtung: die Skandinavische Schule.
Im Programm des Sommerkonzerts werden neben Grieg mit seiner besonders populären Suite im alten Stil „Aus Holbergs Zeit“ auch Vertreter anderer skandinavischer Länder berücksichtigt: der schwedische Neoklassizist Dag Wirén mit seiner unbeschwerten Serenade für Streicher op. 11, der bodenständige Erneuerer der dänischen Musik Carl Nielsen mit einer kurzen Paraphrase über eine mittelalterliche Volksweise und der größte Komponist Finnlands Jean Sibelius mit seiner selten gespielten Suite für Violine und Streicher op. 117.
BKO wird von chinesischer Ausnahme-Geigerin geleitet
Das BKO wird von der chinesischen Ausnahme-Geigerin Tianwa Yang geleitet, die seit 2018 eine Professur an der Hochschule für Musik in Würzburg innehat und bei der Vergabe der begehrten Opus- Klassik-Preise 2022 zur Instrumentalistin des Jahres gekürt wurde. Sie wird als Konzertmeisterin, Solistin und Leiterin in Personalunion agieren und neben dem skandinavischen Repertoire auch das Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 D-Dur KV 211 von Wolfgang Amadeus Mozart spielen.
Für das Sommerkonzert gibt es noch einige wenige Karten, und zwar bei der Geschäftsstelle des BKO, Tel. 09741/93 890.
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