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Tradition und Glaube
Was zieht Menschen auf den Maria Ehrenberg?
Vigilfeier Maria EhrenbergVigilfeier Maria Ehrenberg
Diakon Kim Sell (rechts) überreicht dem Domvikar Paul Weismantel das Gnadenbild des Maria Ehrenbergs. Die "Mutter der Barmherzigkeit" ist eine sitzende Madonna mit Jesuskind aus spätgotischer Zeit (um 1400). // Marion Eckert
Maria Ehrenberg – Am Abend vor Mariä Himmelfahrt verwandelt sich der Maria Ehrenberg in ein Lichtermeer, das die Gläubigen in seinen Bann zieht. Gespräche, Gebete und Musik schaffen eine einzigartige Stimmung.

Die besondere Atmosphäre auf dem Maria Ehrenberg am Vorabend des Hochfestes Mariä Himmelfahrt ist einzigartig. Zahlreiche Kerzen und Lichter erhellen die Nacht, vertraute Marienlieder erklingen, und das Wiedersehen mit alten Bekannten sowie Gespräche über Gott und die Welt tragen zur festlichen Stimmung bei.

Die Abläufe des Abends sind den Menschen, die zum Gebet und Gottesdienst kommen, vertraut, was ein Gefühl von Geborgenheit und Heimat vermittelt. 

Den Maria Ehrenberg erleben

Der Kommandant des Truppenübungsplatzes, Torsten Ziese, will ebenfalls mehr über das Mysterium erfahren. Der Oberstleutnant ist seit November letzten Jahres für den Truppenübungsplatz Wildflecken zuständig, in dessen Bereich der Maria Ehrenberg liegt.

Dabei interessieren ihn nicht nur praktische Aspekte wie den Brandschutz bei einer solch großen Veranstaltung, sondern auch der persönliche Kontakt zu den Wallfahrern, den ehrenamtlichen Helfern und den Gläubigen, um zu erfahren, welche Bedeutung dieser Berg für die Menschen hat. „Ich möchte es einmal selbst miterleben“, sagte er.

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Blaue Stunde am Maria Ehrenberg mit Lichterprozession. // Marion Eckert

Maria in die Augen schauen

Dass der Maria Ehrenberg ein ganz besonderer Berg in der Rhön ist, das macht auch Domvikar Paul Weismantel zu Thema. Er leitet die Vigilfeier, die mit dem Rosenkranzgebet und einer Lichterprozession um die Kirche beginnt.

Vigilfeier Maria EhrenbergVigilfeier Maria Ehrenberg
Nur am Hochfest Mariä Himmelfahrt steht das Gnadenbild vor dem Altar. // Marion Eckert

Die Gläubigen hatten zuvor die Möglichkeit, dem Gnadenbild der „Mutter der Barmherzigkeit“ nahezukommen, das während des Jahres in einer Nische im Altarraum steht und von einer goldenen Scheibe umgeben ist. Bevor die Statue, geschmückt mit Blumen, feierlich zum Freialtar getragen wird, steht sie im Altarraum. Eine Besucherin sagt: „Es ist schön, ihr so nahe zu sein und ihr in die Augen schauen zu können.“

Katholische Volksfrömmigkeit

Unterdessen trägt Küster Bernhard Kretz den Kelch mit 1200 Hostien nach draußen. Das bedeutet jedoch nicht, dass nur rund 1000 Menschen zur Vigilfeier gekommen sind. „Nur gut die Hälfte geht zur Kommunion“, erklärt er und verweist auf seine langjährigen Beobachtungen.

In den vergangenen 42 Jahren als Küster hat er die Veränderungen sehr bewusst wahrgenommen. Vor etwa zehn Jahren waren noch fast 5000 Menschen zu diesem Fest gekommen.

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Die Heilige Messe wurde mit Domvikar Paul Weismantel gefeiert. // Marion Eckert

Viele ältere Gläubige sind verstorben oder so krank, dass sie nicht mehr auf den Berg kommen können, und bei der jüngeren Generation fehle oft der Bezug zur Kirche und zum Glauben sowie zur katholischen Volksfrömmigkeit, wie sie an einem solchen Abend mit Ministranten, Kerzen, Marienliedern, Rosenkranz, Weihrauch, Glocken- und Schellengeläut sowie roten Teppichen im Altarraum zelebriert wird.

Vigilfeier Maria Ehrenberg

Nachtgespräche am Maria Ehrenberg

Nach dem offiziellen Teil ist für viele Gläubige noch nicht Schluss. In der Kirche spielt eine Abordnung der Sandberger Musikanten eine Andacht. Der Musikverein Hohenroth, der bereits die musikalische Begleitung am Freialtar übernommen hatte, spielt eine Andacht für alle verstorbenen Wallfahrer.

Nach weiteren Darbietungen an der Orgel, Gebeten und Litaneien kehrt gegen zwei Uhr nachts Ruhe auf dem Maria Ehrenberg ein. Es ist die Zeit für persönliche Gespräche mit Gott, nächtliche Unterhaltungen zwischen Freunden, Gebet, Besinnung, Meditation und Schlaf. Manche machen es sich auf den schmalen Kirchenbänken bequem; die leisen Schnarchgeräusche stören die besinnliche Stimmung keineswegs.

Trost erfahren

„Es sind diese Nachtstunden auf dem Maria Ehrenberg, die mir Ruhe, Hoffnung und Trost schenken“, bemerkt eine Besucherin und greift damit die Worte Paul Weismantels auf. In seiner Predigt sprach er darüber, dass die Menschen durch Maria neue Hoffnung erfahren und wahren Trost finden, nicht bloß eine oberflächliche Vertröstung. Trost spenden in schweren Zeiten bedeutet, zuzuhören, verlässlich zu sein, Schweigen und Schluchzen auszuhalten.

Gläubige erleben dies seit 503 Jahren auf dem Maria Ehrenberg, und genau deshalb kommen die Wallfahrer – weil sie wissen, dass sie dort ihr Herz ausschütten dürfen. 

In diesem Jahr waren viele Einzelpersonen, kleine Freundesgruppen, Paare und Familien dabei. Die angemeldeten Wallfahrtsgruppen kamen aus Fladungen, Nordheim, Leubach, Hohenroth, Stangenroth und Umgebung sowie Wegfurt und Sandberg am Vorabend des Hochfestes. Am Festtag selbst feierten die Wallfahrer aus Burkardroth mit Erzbischof em. Ludwig Schick bei strahlendem Sonnenschein das Hochamt am Freialtar.

Mehr Bilder von der Vigilfeier am Maria Ehrenberg finden Sie in der Bildergalerie:

Vigilfeier Maria EhrenbergVigilfeier Maria Ehrenberg
Im Licht des Sonnenuntergangs zum Maria Ehrenberg. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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"Der Betrübten Trösterin" ist ein Titel der Gottesmutter auf dem Maria Ehrenberg. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Kerzen für die Lichterprozession konnten vor Ort gekauft werden. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Nur am Hochfest Mariä Himmelfahrt steht das Gnadenbild vor dem Altar. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Vorbereitungen zur Lichterprozession. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Die Lichterprozession führt rund um die Kirchenanlage. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Blaue Stunde am Maria Ehrenberg mit Lichterprozession. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Diakon Kim Sell trug das Evangelium vor. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Domvikar Paul Weismantel predigte am Maria Ehrenberg. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Großes Ministrantenaufgebot zur Eucharistiefeier. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Die Heilige Messe wurde mit Domvikar Paul Weismantel gefeiert. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Der Freialtar am Maria Ehrenberg. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Segen gab es für eine junge Besucherin. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Segen für die Welt. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Diakon Kim Sell (rechts) überreicht dem Domvikar Paul Weismantel das Gnadenbild des Maria Ehrenbergs. Die "Mutter der Barmherzigkeit" ist eine sitzende Madonna mit Jesuskind aus spätgotischer Zeit (um 1400). // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Domvikar Paul Weismantel und die Madonna des Maria Ehrenberg. Mit im Bild (links) Pfarrer Hans Thurn. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Die Kirche am Maria Ehrenberg war während der Nacht für Besucher offen. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Viele Kerzen wurden am Marienaltar entzündet. // FOTOGALERIE Marion Eckert
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Die Kerzen, die nicht gleich am Marienaltar abgebrannt werden können, werden in den Wandleuchtern der Kirche verwendet. // FOTOGALERIE Marion Eckert

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