Eigentlich sollte nur ein theoretisches Konzept entstehen, wie erste Nutzungen und Zwischennutzungen des Treibhaus-Areals möglich würden, bevor dort ein Wohnquartier entstehen soll. Das war eine von vielen Aufgaben der Schnittstellenmanagerin für Umsetzungspartner des Treibhaus-Projektes, Ines-Ulrike Rudolph. Durch eine Reihe motivierter Menschen aus Münnerstadt und den Stadtteilen wurde die Theorie zur Praxis.
Viele fanden die Idee gut, das Areal zu nutzen, bevor die Treibhäuser abgerissen werden. Wie der Rückbau vonstattengeht, ist Teil der laufenden Rahmenplanung und daher erst nach deren Abschluss möglich.
Bedeutung von Pionierprojekten und Zwischennutzungen
Zwischennutzungen wie die Sommernutzung und Pionierprojekte ermöglichen einen Dialog zwischen Planung, Nutzung und Ort, noch bevor bauliche Entscheidungen gefallen sind, beschreibt Ines Rudolph den Hintergrund. In komplexen Transformationsprozessen eröffneten solche Zwischenphasen die Chance, Bedarfe sichtbar zu machen, Vertrauen aufzubauen und Strukturen zu entwickeln.
Es könnten sich Nutzungen und nachbarschaftliche Netzwerke etablieren, die die langfristige Entwicklung fördern. Die Sommernutzung werde zudem gezielt mit Informationen zu den Planungen zum Treibhaus-Quartier verknüpft, um ein möglichst breites Spektrum an Interessierten zu erreichen.
Das Projekt, das noch bis zum 7. September geht, hat die Halbzeit erreicht. Zeit für einen kleinen Rückblick.
Auftaktveranstaltung im Juni
Angefangen hatte der Treibhaus-Sommer am 8. Juni mit dem Konzert des Blauen Eumel. Die Gruppe aus Würzburg lieferte eine bunte Mischung aus Musikstücken und Theater unter dem Motto „Kassandra“.
Jeden Dienstag gibt es seitdem ab 19 Uhr den offenen Tratschtreff am Treibhaus, der beim gemütlichen Zusammensitzen zu Gesprächen über das Bauprojekt, über Nutzungen im Treibhaus-Sommer oder ganz andere Themen anregen soll.
Ebenfalls eine Regelmäßigkeit gab es beim montaglichen Yoga-Angebot von Sonja Johannes im Juni und Juli, passend zum Klima in den Treibhäusern unter dem Namen "Hot Yoga".
Reallabor-Woche
In der bundesweiten Woche der offenen Reallabore 30. Juni bis 7. Juli war das Treibhaus-Projekt auch involviert. Bei den Online-Formaten der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen konnte man mit den Initiatoren und den anderen Reallaboren in Austausch treten.
In der Woche stellten sich die Baugruppen vor, die sich bisher gebildet hatten und gerne im Wohnquartier leben würden.
Auch fand ein Treibhaus-Menü statt: Das Planungsbüro „Asap“ aus Würzburg, das mit weiteren Fachleuten den Rahmenplan und Bebauungsplan für das Areal erarbeitet, berichtete über ein Konzept zum Klimagerechten bauen.
Künstlerinnen arbeiten im Treibhaus
Drei Künstlerinnen aus der Region, Mia Hochrein, Inka Schottdorf und Corinna Wagner, nutzen ein Teil des Treibhauses seit Beginn als temporäres Atelier. Mia Hochrein berichtet: „Die beiden kennen das Gelände und lieben es. Sie waren sofort dabei.“
Alle drei arbeiteten an den Projekten, die sie sich vorgenommen hatten – und ließen sich hier und da von den Materialien aus dem Treibhaus leiten. Am Wochenende konnten Interessierte das offene Atelier besichtigen. Eigentlich war das Ende im Juli geplant, doch alle drei waren sich schnell sicher: "Wir bleiben so lange wie wir können".
Zur Reallabor-Woche und zum offenen Atelier fanden jeweils an den Wochenenden Führungen durch die Gewächshäuser mit Infos zum Gelände und den Plänen für das Wohnquartier statt.
Musikalische Abendveranstaltungen
Auch musikalische Abendveranstaltungen waren geboten: Der Rapper Pastor Leumund aus Berlin performte einen Auftritt. Bei "All you can dance" war Musik von den 70ern bis heute geboten.
Im Juli spielte der Elektroopi Instrumente wie Saxophon oder Gitarre und kombiniert sie mit elektronischen Klängen, begleitet von Michael Weisel. Der Studiengenossen-Rave war eine Ergänzung des Abendprogramms beim Studiengenossenfest für Liebhaber der elektronischen Musik.
Mit Techno und Trödel gab es eine Mischung aus Tages- und Abendnutzung: Mittags ein Flohmarkt mit elektronischer Musik sowie Kaffee und Kuchen, abends Technoparty.
Weitere Nutzungen
Pro Jugend nutzte den Platz immer wieder, um Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen – seien es Spielenachmittage, Blumentöpfe gestalten und bepflanzen, ein Lagerfeuer mit Stockbrot, ein Picknick oder eine Wasserschlacht.
Einen Vortrag außerhalb es Treibhaus Kontextes gab es auch: Jörg Richter berichtete über seine Fahrrad-Reise durch die USA, auf der er Spenden für Kinder sammelte.
So geht es weiter
Bis zum Ende des Treibhaus-Sommers geht es weiter. Der dienstagliche Treibhaustratsch ab 19 Uhr bleibt bestehen. Weitere Veranstaltungen von Pro Jugend sowie weitere Konzerte und Tanzveranstaltungen sind geplant. Am 6. September findet die endgültige Abschlusspräsentation des temporären Ateliers statt.
Wer Interesse hat, das Areal für eine eigene Idee zu nutzen, kann sich weiterhin unter treibhaussommer@gmail.com melden. Dies ist noch bis zum 7. September möglich. Die Möglichkeiten sind vielfältig.
















































