Glänzender Lack, auffällige Umbauten, tiefergelegte Karosserien und jede Menge PS: Beim ersten zweitägigen Treffen des Vereins „Tuner helfen Kindern“ auf dem Festplatz in Poppenlauer kamen Tuningfreunde aus ganz Deutschland zusammen. Was auf den ersten Blick vor allem nach einem Treffen für Autofans aussah, hatte jedoch einen besonderen Hintergrund: Der Erlös der Veranstaltung wird wieder für einen guten Zweck gespendet.
Mehr als 100 individuell umgebaute Fahrzeuge waren auf dem Festplatz zu sehen. Zahlreiche Schaulustige nutzten die Gelegenheit, die außergewöhnlichen Autos aus nächster Nähe zu betrachten und mit den Besitzern ins Gespräch zu kommen. Musik, das abwechslungsreiche Rahmenprogramm sowie am Sonntag eine Oldtimerschau sorgten zusätzlich für Unterhaltung.
Der Verein „Tuner helfen Kindern“ hat seine Wurzeln in der Region Maßbach. Vorsitzender Stefan Schmitt aus Volkershausen berichtet allerdings von einer wachsenden Zahl auswärtiger Mitglieder. „Man kennt sich in der Szene“, beschreibt er die enge Verbindung unter den Tuningfreunden. Besuche bei anderen Treffen und gemeinsame Aktionen sorgen dafür, dass sich die Kontakte stetig erweitern.
Gründung in Zeiten der Corona-Pandemie
Gegründet wurde der Verein 2020, als die Corona-Pandemie das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen brachte. Stefan Schmitt und seine Partnerin überlegten damals, welche Aktivitäten unter den geltenden Einschränkungen noch möglich waren. Daraus entstand die Idee, die gemeinsame Leidenschaft für Autos mit einem sozialen Engagement zu verbinden.
Zunächst sammelten die Vereinsmitglieder gebrauchte Spielsachen für Kinderheime. Das soziale Engagement war für Schmitt allerdings nichts völlig Neues. Bereits 2012 hatte er sich für die Kinderkrebsstation in Würzburg engagiert und dafür Spenden und Unterstützung organisiert - ohne selbst oder im unmittelbaren Umfeld von einem so schweren Schicksal betroffen gewesen zu sein. Helfen zu können sei für ihn vielmehr eine Herzensangelegenheit, wie er sagt.
Inzwischen gehören dem Verein 18 aktive und 55 passive Mitglieder an. Neben den gemeinsamen Treffen, bei denen auch gerne gegrillt wird, besuchen die Tuningfreunde Veranstaltungen in der ganzen Region und darüber hinaus. Mit einem eigenen Pavillon machen sie dort auf ihren Verein aufmerksam. Teddybären, T-Shirts, Duftbäume und weitere Accessoires werden verkauft, außerdem können Besucher an einem Glücksrad ihr Glück versuchen und damit zugleich den guten Zweck unterstützen.
Individuelle Gestaltung
Besonders wichtig sind dem Verein die direkten Kontakte zu Kindern. So besuchen die Mitglieder auch Kinderheime und unternehmen Ausfahrten mit den Kindern. Für diese sind die Fahrten in den individuell gestalteten Fahrzeugen ein besonderes Erlebnis. Die Begeisterung für die außergewöhnlichen Autos verbindet sich dabei unmittelbar mit dem Anliegen des Vereins, Kindern eine Freude zu bereiten. Das gemeinsame Hobby bleibt dabei der verbindende Mittelpunkt.
Welche Fahrzeugmarke jemand fährt, spielt für Schmitt keine entscheidende Rolle. Wichtig seien vielmehr die Ideen und die individuelle Gestaltung des Autos.
Sein eigener VW ist dafür ein Beispiel: Er hat ein Faltdach eines Renault Twingo in seinen VW Golf 3 eingebaut. Solche Umbauten sind allerdings nicht ohne Herausforderungen. Bei der verkehrstechnischen Abnahme werde genau geprüft, ob die Veränderungen zulässig und sicher sind.
Gesetzliche Vorgaben
Auch bei den Treffen selbst achten die Tuningfreunde darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Kontrollen im Umfeld von Tuningveranstaltungen seien keine Seltenheit. Entsprechend wichtig ist den Mitgliedern, dass ihre Fahrzeuge den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Individualität und technische Veränderungen sollen schließlich nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit gehen.
Das Treffen in Poppenlauer verband damit mehrere Facetten: Es war eine große Fahrzeugschau, ein Treffpunkt für eine bundesweit vernetzte Tuningszene und zugleich eine Benefizveranstaltung. Weit über 100 getunte Fahrzeuge, Musik und Oldtimer boten den Besuchern ein abwechslungsreiches Wochenende. Am Ende standen vor allem zufriedene Gesichter – und die Aussicht, dass mit dem Erlös erneut Kindern geholfen werden kann.






















