Blau ist weit mehr als nur eine Farbe, es ist das diesjährige Motto einer besonderen Museumsaktion, die Kunst, Geschichte und Kreativität miteinander verbindet. Mit der Vernissage zur Ausstellung „Kunst geht fremd … und macht blau“ eröffnete das Museum Terra Triassica in Euerdorf seine Teilnahme an dem unterfrankenweiten Museumsprojekt. Die Ausstellung ist bis 8. November zu sehen und lädt Besucher dazu ein, auf eine außergewöhnliche Entdeckungsreise durch die Museumslandschaft Unterfrankens zu gehen – und eben auch in Euerdorf.
Insgesamt 17 Museen schicken jeweils ein Exponat „auf Reisen“, das in einer völlig neuen Umgebung präsentiert wird. Passend zum diesjährigen Motto beschäftigen sich die Objekte auf ganz unterschiedliche Weise mit der Farbe Blau oder den vielfältigen Redewendungen und Bedeutungen, die sich um das „Blaumachen“ ranken.
Bürgermeisterin Heike Vogt freute sich zur Eröffnung über die gelungene Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Museen sowie den örtlichen Bildungseinrichtungen. Besonders hob sie das Engagement des Kindergartens und der Johannes-Petri-Schule hervor. „Es ist schön zu sehen, mit welcher Begeisterung junge Menschen an die Kunst herangeführt werden“, betonte sie und dankte allen Mitwirkenden für ihren kreativen Einsatz.
Krug gehörte einem Maurer
Museumsleiterin Martina Wilm-Kiesel stellte das diesjährige Projekt vor, bevor Dr. Nicolas Zenzen vom Henneberg-Museum Münnerstadt das nach Euerdorf gereiste Tauschobjekt präsentierte. Auch er würdigte die gute Zusammenarbeit innerhalb des Museumsnetzwerks und zeigte sich erfreut, dass sich neben den Museen auch Kinder und Jugendliche mit eigenen Kunstwerken an der Ausstellung beteiligen.
Das Gastobjekt aus Münnerstadt ist ein rund 100 Jahre alter Maurermaßkrug aus Steinzeug, der vermutlich in Oberbach-Eckartsroth in der Rhön gefertigt wurde. Mit seiner typischen kobaltblauen Bemalung und der Salzglasur passt er hervorragend zum Motto. Einst gehörte der Krug einem Rhöner Maurer und steht zugleich für traditionelles Handwerk, Geselligkeit und die Redewendung vom „Blaumachen“. Zwischen den Millionen Jahre alten Fossilien des Museums Terra Triassica bildet das historische Steinzeuggefäß einen spannenden Kontrast und zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Geschichte erzählt werden kann.
Im Gegenzug verlieh das Museum Terra Triassica seinen blauen Ceratites nodosus an das Fränkische Freilandmuseum Fladungen. Das rund 240 Millionen Jahre alte Fossil aus dem Oberen Muschelkalk stammt aus Aub und verdankt seine auffällige Blaufärbung später eingelagerten Mineralien und Spurenelementen.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielten die beiden Begleitausstellungen, die den Museumsbesuch um zahlreiche kreative Ideen bereichern. Die Kindertageseinrichtung „Paradieso – Haus für Kinder“ beteiligt sich erneut an der Aktion. Leiterin Renate Kröckel zeigte sich erfreut, wieder Teil des Projekts zu sein, und stellte die Werke gemeinsam mit einigen der jüngsten Künstler vor.
Dass die Kinder mit dem Motto zunächst wenig anfangen konnten, erzählte sie mit einem Schmunzeln. Eine Erkenntnis stand für die kleinen Künstler allerdings schnell fest: „Mischt man Gelb und Grün, ergibt das Blau.“ So entstanden fantasievolle Bilder, die mit kleinen Tüten getupft wurden. Die Werke zeugen von Kreativität und Farbfreude. Ergänzt wurden sie jeweils durch ein Foto des kleinen Künstlers.
Originelle Arbeiten
Auch die Johannes-Petri-Schule, Langendorf griff das Thema auf. Schulleiterin Brigitte Dehe bemerkte augenzwinkernd: „Das Thema war eigentlich eine Steilvorlage für die Schule.“ Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen entwickelten die Schülerinnen und Schüler originelle Arbeiten rund ums „Blaumachen“. So zeigt eine Collage beispielsweise, was die berühmte Mona Lisa wohl tun würde, wenn sie selbst einmal „blau machen“ würde. Daneben entstanden aus Origami-Papier in unterschiedlichsten Blautönen kunstvolle Kachelmuster, die eindrucksvoll die Vielseitigkeit der Farbe demonstrieren.
Die Vernissage machte deutlich, wie lebendig Museumsarbeit sein kann, wenn Geschichte, Kunst und Kreativität generationenübergreifend zusammenfinden. Die Kombination aus dem außergewöhnlichen Tauschobjekt und den fantasievollen Beiträgen der Kinder und Jugendlichen verleiht der Ausstellung ihren ganz besonderen Charme.
Hintergrund:
- Das Museum Terra Triassica ist ein geologisches und paläontologisches Museum. Es zeigt Fossilien und Gesteine aus der Triaszeit (vor etwa 250 bis 200 Millionen Jahren), darunter Muscheln, Ammoniten und Spuren früher Meerestiere. Ein Schwerpunkt liegt auf den regionalen Funden aus der Umgebung von Euerdorf.
- Öffnungszeiten sind samstags, sonntags und feiertags jeweils von 14 bis 17 Uhr.














