0
Selbstversuch im Wakepark
Wellen, Mut und Neopren: Mein Sprung ins Wakeboard-Abenteuer
Wakeboarden in Thulba
Wakeboarden in Thulba // Amelie Walkenhorst
Thulba – Ein Brett, ein See und jede Menge Action: Im Wakepark Thulba lerne ich, wie schnell aus Unsicherheit pure Begeisterung werden kann.

Ein bisschen nervös bin ich schon, als ich in den Wakepark hinein laufe. An einer Ecke werden neue Blumen gepflanzt. Die Sonne scheint auf Palettensofas auf dem geschotterten Eck vor dem See. Eine Gruppe Kinder trägt durchsichtige Aufbewahrungsboxen um die Kurve und stellt sie zwischen den Sitzmöglichkeiten ab. Lachend ziehen sie Westen, Neoprenanzüge und weiche Schuhe heraus. Ein Helm purzelt ins frische Blumenbeet. Die Kinder scheinen sich auszukennen und verschwinden kurz in eine Umkleide. Auch ich bekomme einen Neoprenanzug. 

Wakeboarden in Thulba
Wakeboarden in Thulba // Amelie Walkenhorst

Mit Brett, Weste, Anzug und absolut keiner Ahnung, stehe ich im Abfahrtsbereich der Anlage. Benjamin Weber, der Betreiber der Anlage, erklärt mir gutgelaunt, was ich beachten muss: Füße hintereinander, mit gebeugten Knien auf dem Brett stehen. Die Hände für den Start auf Brusthöhe, direkt am Körper. Die Kinder starten im Stehen, ich im Sitzen.

Wakeboarden in Thulba
Wakeboarden in Thulba // Amelie Walkenhorst

Bereits die fünfte Saison

Vor knapp vier Jahren haben drei Freunde den Wakepark Thulba übernommen. Kennengelernt haben sie sich bereits vor über 15 Jahren beim Wakeboarden in der Türkei und seitdem ist eine enge Freundschaft entstanden. Durch Zufall hörten sie vom möglichen Verkauf der Anlage und aus der spontanen Idee wurde Realität.

Benjamin Weber, der eigentlich aus Baden kommt, übernahm die Geschäftsführung vor Ort: „Ich habe bei der Deutschen Bank studiert und bringe zusätzlich eine handwerkliche Ausbildung mit, was mir den Mut gegeben hat, das hier zu übernehmen.“

Wakeboarden in Thulba
Benjamin Weber erklärt das Vorgehen auf dem Wasser // Amelie Walkenhorst

Seine Partner sind Dr. Simon Rosa, Unternehmensberater bei EY, und Björn Hofbauer, Einkaufschef bei Samsung Deutschland. „Beide sind weiterhin in ihren Berufen tätig und unterstützen mich aus dem Hintergrund mit großer Tatkraft und Expertise. Gemeinsam haben wir die Anlage übernommen, etwas modernisiert und mit viel Herzblut weiterentwickelt. In diesem Jahr starten wir bereits in unsere fünfte Saison“, erklärt Weber.

Der Trend: Wakeboarden

Die Kinder, die dabei sind, sehen für mich nach Profis aus. Runde um Runde hüpfen sie über die Hindernisse im See oder lassen in den Kurven Wasser aufspritzen. Weber hat das Zugsystem der Anlage für mich langsamer eingestellt. Trotzdem ist der Zug beachtlich, als ich zum ersten Mal starte. Während ich noch erstaunt bin, dass ich auf dem Brett stehe, falle ich schon zum ersten Mal ins Wasser und muss zurückschwimmen. Keine zehn Sekunden dauert mein Triumph.

Wakeboarden in Thulba
Wakeboarden in Thulba // Amelie Walkenhorst

„Der See wurde eigens für den Sport ausgebaggert und ist nur rund 1,25 Meter tief. Das bedeutet, dass die meisten Gäste stehen können. Außerdem ist der Weg zum Ufer nie weit, was besonders Anfängern sehr entgegenkommt. Alles ist kompakt, sicher und entspannt.“

Das Wetter meint es gut mit mir, trotz der relativ frühen Zeit im Jahr ist mir im See nicht kalt. Vielleicht liegt es auch am Neoprenanzug. Erleichtert merke ich, dass das Wakeboard auftreibt, also schubse ich es vor mir her, während ich zurückschwimme und bin innerlich froh nicht Wasserski zu fahren, dann müsste ich zwei Bretter wieder ans Ufer transportieren.

„Früher sind die Leute zum Wasserskifahren gekommen, heute wollen die meisten Wakeboarden. Seit es den Trend zum Snowboarden gibt, hat sich auch der Wassersport weiterentwickelt“, meint Weber dazu.

Schnelle Lernerfolge

„Besonders beliebt sind unsere Anfängerkurse“, meint Weber. Dann wird die Geschwindigkeit der Anlage reduziert und ein Trainer steht zwei Stunden lang mit Rat und Tat zur Seite. „Diese Kurse sind ideal für den Einstieg. Gerade in den Ferien oder an sonnigen Tagen empfiehlt es sich, frühzeitig zu buchen, um noch einen der begehrten Plätze zu ergattern“, sagt Weber und setzt hinzu: „Natürlich kann man auch einfach spontan vorbeikommen, reinschnuppern und den ersten Versuch wagen – jeder erhält bei uns eine persönliche Einweisung und darf sich dann aufs Wasser wagen.“

Erstaunlich leicht zu lernen

Nach etwa einer Stunde und einigen weiteren Stürzen ins Wasser, klappt es plötzlich: Ganze eineinhalb Runden schaffe ich mich auf dem Brett zu halten. 

„Der Sport selbst ist, wie du selbst erlebt hast, erstaunlich leicht zu erlernen. Mit ein wenig Grundsportlichkeit gelingen überwiegend schon nach kurzer Zeit die ersten Runden auf dem Wasser“, meint Weber.  

Wakeboarden in Thulba
Wakeboarden in Thulba // Amelie Walkenhorst

Die nächste Kurve kann ich dann doch nicht mehr halten und liege erneut im Wasser. Nicht schlimm, denn nicht nur auf dem Wasser kann man jede Menge Spaß haben, auch das Zuschauen entpuppt sich als aufregend. An diesem schönen Tag sind viele der ins Wasser ragenden Sitzmöglichkeiten belegt.

Riccarda Raschers erste Versuche auf dem Wakeboard

Füße baumeln lassen und mitfiebern, welchen Trick die Kinder als Nächstes beim Vorbeifahren machen werden. Manche Springen hollywoodreif mit ihrem Brett hoch, andere trauen sich an die Parkour-Möglichkeiten, andere haben schon längst ihr Brett verloren, lassen sich aber trotzdem am Seil geklammert durchs Wasser ziehen. Auch Fahrradfahrer steigen immer wieder kurz ab und beobachten das Spektakel, bevor sie sich wieder aufs Rad schwingen. 

Zwei Herren haben ihre eigene Musik dabei. Sie beobachten das Treiben zu Bier und „Griechischer Wein“, während ich mich gut gelaunt und mit müden Beinen nebenan wieder aus meinen Neoprenanzug schäle.

Inhalt teilen
  • kopiert!