Die Band „Die Kellermäster“ aus Zellingen in Main-Spessart gehört seit 2019 zum festen Repertoire der Närrischen Weinprobe. Ihr Name ist kein Scherz: Mit René Reuchlein (Akkordeon) und Georg Grün (Gitarre) stehen zwei echte Kellermeister auf der Bühne.
Als Feierabendprojekt bei der Winzergemeinschaft Franken (GWF) fing alles an, der Zellinger IT-Experte Patrick Müller am Kontrabass stieß dazu. Mittlerweile gehören „Die Kellermäster“ auch beim Hofgartenweinfest oder der Nacht der offenen Weinkeller in Würzburg zum Programm.
Bei der „Närrischen Weinprobe“, die der Bayerische Rundfunk (BR) an diesem Freitag, 16. Januar, um 20.15 Uhr ausstrahlt, tritt die Band als „Kellermäster XL“ auf: mit Uwe Müller am Cajon. Woher der Erfolg kommt, sagt der 55-jährige Bassist Patrick Müller.
Seit sieben Jahren sind Sie der musikalische Klebstoff der Närrischen Weinprobe: Wie schaffen Sie es, den ganzen Keller immer wieder zum Mitsingen zu bringen?
Patrick Müller: Wir spielen nur Lieder, die wirklich jeder kennt – da setzt der Mitmach-Reflex automatisch ein. Und wir dichten die Texte frech um. Manchmal sogar so passgenau zu den Künstler-Themen, dass man meint, wir hätten heimlich im Weinfass mitgehört.
Rock ’n’ Roll im Staatlichen Hofkeller: Wie kam die Band zur Närrischen Weinprobe?
Müller: Wir haben auf einer Veranstaltung in Coburg gespielt, die Stimmung war top – und Marco Anderlik, der Präsident des Fastnachtsverbandes Franken, war im Publikum. Er fand uns gut und hat sich noch mit seinem Vorgänger, Bernhard Schlereth abgesprochen. Dann kam der Anruf, wir haben ein Konzept gemacht – und plötzlich waren wir die neue Band im Hofkeller.
Eine Band mit zwei echten Kellermeistern: Was hilft mehr auf der Bühne? Berufserfahrung im Keller oder Bühnenerfahrung im Fasching?
Müller: Im Keller lernt man zwar viel über Reife, aber auf der Bühne zählt das Gespür dafür, was beim Publikum zündet. Wir machen ehrliche, handgemachte Musik und verbiegen uns nicht. Klar sind zwei von uns Kellermeister und Weinliebhaber – aber vor allem sind wir Musiker.
Über welche Nummer der Närrischen Weinprobe können Sie dieses Jahr am meisten lachen?
Müller: Am meisten geschmunzelt haben wir bei Fredi Breunig und Martin Wachenbrönner. Die haben das Thema Social Media so herrlich auf fränkisch-rustikal gedreht. Wobei: Es sind dieses Jahr wirklich viele starke Nummern dabei.
Wenn Elvis heute im Publikum säße: Würde er Mitschunkeln – oder erst mal Silvaner bestellen?
Müller: Elvis würde sicher direkt zu uns auf die Bühne kommen und mitspielen. Erstens, weil wir einige seiner Songs spielen. Und zweitens, weil wir genau in seiner Ur-Besetzung unterwegs sind: Gitarre, Kontrabass und diese Slap-Technik, die gleichzeitig Bass und Rhythmus macht. Silvaner? Den bestellt er dann danach.
Welcher Song funktioniert auf Weinfesten wirklich immer?
Müller: Wenn es den einen Song gibt, der nie scheitert, dann „Rote Lippen soll man küssen“ – das singen wirklich alle mit. Bei der Närrischen Weinprobe haben wir ihn sogar umgetextet zum Kellermäster-Song, der 2019 unser Eröffnungssong war. Weitere Nummern sind „Kellermäster-Baby“ nach „Sugar Baby“ und „Fastnacht sei dabei“ nach „Café Oriental“. Aber der Kellermäster-Song ist unser Hit.
Wenn die Band einen Wein nach dem Kellermäster-Sound benennen dürfte?
Müller: Definitiv Volare-Rieslaner. Exotisch, süffig, sommerlich – und im Refrain hat er richtig Wumms.










