Kürzlich habe ich die Fernseh-Doku über Franz Beckenbauer gesehen. Darein zu finden restaurierte Bilder vom WM-Finale 1966 im Londoner Wembley-Stadion. Sie wissen schon, das legendäre Spiel, als Geoff Hurst in der 101. Minute abzieht und der Ball von der Unterkante der Latte zum 3:2 für England HINTER die Torlinie springt. Oder doch nicht?
Ganz Fußball-Deutschland sieht das bekanntlich anders und die verwackelten historischen Bilder gaben bisher keinen Aufschluss darüber, ob der Ball nicht doch AUF der Linie aufkam. Dann - so die Erzählung - wäre England nämlich vielleicht nicht Weltmeister geworden.
Sowjetischer Linienrichter scheint rehabilitiert
Die restaurierten Bilder in der Doku kommen der Wahrheit meines Erachtens einiges näher. Ich habe mir in der Mediathek genau die Stelle abgestoppt, als der Ball am Boden aufkommt und den Screenshot vergrößert. Leider muss ich zugeben: Der Ball war HINTER der Linie. Respekt also dem vielgescholtenen sowjetisch-aserbaidschanischen Linienrichter Tofiq Bəhramov, der mit Adleraugen ein Tor erkannte.
Okay, mit der heutigen digitalen Torlinientechnik könnte man vielleicht erkennen, dass der Ball nicht vollumfänglich die weiße Linie überschritten hatte, wie es so schön im Schiedsrichter-Jargon heißt.
Ein ganz großer Schwindel?
Oder ist das Ganze ein großer Schwindel? Haben die Macher der Beckenbauer-Doku die Flugbahn des Balles absichtlich so verändert, dass das Leder HINTER der Linie aufkommt. Die Faktenprüfer von Facebook und Instagram werden mir nicht helfen können, diesen möglichen "Fake" aufzudecken. Ihr Chef Mark Zuckerberg schafft sie bekanntlich ab.
Und wenn jemand mit modernsten Mitteln ganz eindeutig nachweist, dass der Ball HINTER der Linie war? Dann kann ich trotzdem behaupten, das Gegenteil wäre die (alternative) Wahrheit. Ist gerade groß in Mode.











