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Angemerkt
Schweinfurter Grün: Der Farbton, auf den die Künstler stehen
Angemerkt von Jürgen Schmitt
Angemerkt von Jürgen Schmitt // SZ
Landkreis Bad Kissingen – Als unser Autor über den Begriff "Schweinfurter Grün" stolperte, war die Neugierde geweckt. Denn davon hatte der Redakteur noch nie etwas gehört.

Haben Sie schon mal vom Schweinfurter Grün gehört? Nein, liebe Fußball-Fans des FC 05, damit hat Euer Verein nichts zu tun. Auch wenn Grün und Weiß, wie in der Vereins-Hymne besungen, Eure Farben sind, hat das Schweinfurter Grün mit Fußball rein gar nichts zu tun. Auch nicht mit einem anderen Club oder einer anderen Sportart. Eher mit der Kunst.

Der große Maler Vincent van Gogh hat beispielsweise in einem Selbstporträt den Hintergrund im Schweinfurter Grün gehalten. Auch Max Liebermann, Claude Monet oder Paul Gauguin bedienten sich dieses Farbtons. Die Strahlkraft und der Farbton dieses Pigments überzeugte vor allem Impressionisten und Post-Impressionisten.

Max Liebermann? Ja! Max Grün? Nein!

Nichts damit zu tun hat wiederum der Fußball-Torwart Max Grün, auch wenn der in seiner Karriere mal Bälle hielt für die SpVgg Greuther Fürth mit dem immer grünen Kleeblatt im Wappen. Das wiederum ähnelt dem Schweinfurter Grün durchaus.

Eine kleine Geschichts- und Chemiestunde: Schweinfurter Grün, auch Pariser Grün, Patentgrün oder nach dem Erfinder Mitisgrün genannt, fand im 19. Jahrhundert als Malerfarbe Verwendung und wurde für seine Farbintensität und Lichtechtheit geschätzt.

Die erste Produktion fand in Schweinfurt statt

Die erste industrielle Fertigung dieses Pigments fand im unterfränkischen Schweinfurt durch Wilhelm Sattler statt, das Produkt wurde nach dem Fabrikationsort benannt. 1814 wurde die Produktion nach Schonungen im Landkreis Schweinfurt verlegt.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass dieser Farbton, der Kupfer und  Arsen enthält, giftig ist und daher 1882 aufgrund seiner Gefahr für die Gesundheit für einzelne Verwendungsarten verboten wurde. Daher auch die Begrifflichkeit „giftgrün“.

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