Im Zusammenhang mit ersten Überlegungen einer gewünschten Dorferneuerung des Bad Bockleter Ortsteils Großenbrach hatte Gemeinderat Florian Aberer, SPD-Ortsvorsitzender und auf der Unabhängigen Liste (ULB) neu ins Bockleter Ratsgremium gewählt, einen schriftlichen Antrag „zur Entwicklung des Bereichs vor der St. Andreas-Kirche“ im Rathaus eingereicht.
Darin bat er die Verwaltung, nach Prüfung seiner Vorschläge mögliche Fördermöglichkeiten auszuloten. In der Gemeinderatssitzung trug er seinen Antrag noch einmal mündlich vor.
Als Vorschläge nannte er die gestalterische Aufwertung des Platzes, die Entwicklung eines gemeinschaftlich nutzbaren Aufenthalts- und Begegnungsbereichs, die Verbesserung der Beleuchtungssituation, die Prüfung eines barrierefreien Zugangs in die Kirche, die Prüfung möglicher Fördermöglichkeiten über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) oder andere sowie die Abstimmung mit dem katholischen Pfarramt, der Dorfgemeinschaft sowie der Freiwilligen Feuerwehr.
Mehrwert für alle Bürger schaffen
Der Antragsteller begründete seine aus Gesprächen mit Bewohnern aufgekommenen Überlegungen mit dem aus seiner Sicht vorhandenen Potenzial des Platzes für ein gemeinsames Projekt der Großenbracher Dorfgemeinschaft. Ziel solle nicht allein eine gestalterische Verbesserung sein, sondern „die Weiterentwicklung eines identitätsstiftenden Bereichs im Ort mit Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger aller Generationen sowie für Gäste unseres Ortsteils“.
Ziel seines Antrags sei zunächst „eine ergebnisoffene Prüfung und konzeptionelle Bewertung möglicher Optionen“ gemeinsam mit dem Gemeinderat sowie den beteiligten Akteuren vor Ort.
Bei aller Anerkennung der guten Absicht des Antragstellers war es aber gerade die fehlende Konkretisierung des Anliegens, über das die Ratsmitglieder hätten beraten und abstimmen können. In der anschließenden Diskussion wurden außerdem zwei Punkte für fast erledigt oder unrealistisch erklärt.
Andere Prioritäten
So informierte der unter den Zuhörern sitzende Kirchenpfleger Günter Neumann, der Auftrag zur Verbesserung der Beleuchtung sei bereits erteilt, und Ratsmitglied Berthold Hümpfer (CSU) wies darauf hin, das die Schaffung eines barrierefreien Zugangs in die Kirche von ihr aktuell nicht finanzierbar sei: „Ein solcher Zugang kostet sicher 50.000 Euro.“ Momentan habe die Kirche ganz andere Prioritäten, zumal die alte Heizung ersetzt werden müsse.
Schon diese zwei spontanen Reaktionen gaben Geschäftsleiter Thomas Beck mit Zustimmung des Gemeinderats guten Grund, die Diskussion abzubrechen und das Thema erst einmal bis nach der Sommerpause zu vertagen. Gleichzeitig forderte er Florian Aberer auf, sich zunächst einmal mit den Großenbrachern zu beraten, was konkret gewünscht wird, was verbessert oder entwickelt werden soll. Zur weiteren Klärung möge er selbst Vorgespräche mit Kirche und Feuerwehr führen, auf welche Weise oder unter welchen Voraussetzungen diese zu einer Mitwirkung und Finanzierung bereit wären.
Sobald konkrete Ideen zur Entwicklung des Kirchplatzes mit möglichen Beteiligten auf Machbarkeit abgestimmt sind, kann das Projekt bei der Verwaltung offiziell beantragt, im Gemeinderat beraten, im Falle einer positiven Entscheidung auf Fördermöglichkeiten geprüft und schließlich dem Ratsgremium erneut zum endgültigen Beschluss vorgelegt werden.










