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Junge Leute
Wünsche der Brückenauer Jugendlichen ernst nehmen
In einem Workshop erarbeiteten die Jugendlichen, was sie sich in Bad Brückenau wünschen und was ihnen fehlt.
In einem Workshop erarbeiteten die Jugendlichen, was sie sich in Bad Brückenau wünschen und was ihnen fehlt. // Julia Raab
Bad Brückenau – Wie nehmen die Jugendlichen die Stadt wahr? Was brauchen sie? Diese und weitere Fragen möchte die Jugendarbeit erfahren. Es gibt erstaunliche Erkenntnisse.

Einiges wird den Kindern in der Stadt geboten: Musikschule, Bibliothek, Spielplätze – und viel Natur sowieso. Doch was gibt es konkret für Jugendliche in der Altersgruppe zwischen zwölf und 18 Jahren? Um es mit den Worten der Jugendlichen selbst zu sagen: „Alle coolen Geschäfte in der Stadt schließen, die Stadt hat zu wenig Farbe, alles ist tot.“

Ergebnisse in den Stadtrat

Das sind zumindest einige der Eindrücke der Wahlberechtigten von morgen. In einer Versammlung – genau wie es für die Erwachsenen welche gibt – kamen sie jetzt zu Wort. Auch wenn es bei der Anzahl der Beteiligten noch ausbaufähig ist – es waren gerade mal knapp zwei Handvoll anwesend – , wollen sich Jugendarbeiterin Anna Sophie Umhöfer von Pro Jugend und Stadträtin Franziska Kaul (CSU) nicht beirren lassen und planen eine Fortsetzung.

Denn: „Eure Meinung ist wichtig, wir wollen wissen, wo es drückt“, betonte Umhöfer. Die Ergebnisse der Versammlung sollen zudem in Kürze dem Stadtrat und der Stadtverwaltung nahegebracht werden.

Nichts für über Zwölfjährige

Was die Sportangebote angeht, so wünschen sich die Jugendlichen beispielsweise ein Ort, an dem sie nach dem Training mit der Mannschaft zusammensitzen können. In den Ferien sollte es nach ihrer Meinung mehr Angebote wie Sportcamps geben. Solche gebe es zwar für Kinder, allerdings sei hier die Altersgruppe der ab Zwöllfjährigen nicht dabei.

Franziska Kaul (links) und Anna-Sopie Umhöfer organisieren die Jugendbürgerversammlung.
Franziska Kaul (links) und Anna-Sopie Umhöfer organisieren die Jugendbürgerversammlung. // Julia Raab

Überhaupt richten sich viele Ferienangebote an die Kleinen. „Für uns ist Schnitzeljagd und Bäumebestimmen leider uncool“, sagt ein junger Teilnehmer. Er wünscht sich dafür einen Ort, wo man Party machen kann oder einen Ort zum zocken mit Freunden.

Jugendraum wird nicht genutzt

Auch wenn es den Jugendraum gibt, so wird er nicht genutzt. „Wir wollen uns spontan treffen und das ist bei den wenigen Stunden, die der Raum geöffnet hat, einfach nicht drinnen“, betonen mehrere der jungen Leute. Außerdem sei der Raum in einem Gebäude, in dem unter anderem ein Möbelhaus und ein Arzt unterkommen.

Ergebnisse aus den Workshops.
Ergebnisse aus den Workshops. // Julia Raab

Die Idee der Feierabendkonzerte finden manche Jugendliche grundsätzlich gut. Aber leider „fehlt die Musik für uns“, sagen sie. Ein DJ, der tanzbare Musik spielt, wäre super. Die Jugendbühne am Stadtfest habe ihnen besonders Spaß gemacht.

Ideal wäre auch, dass die durchaus gemütliche Bibliothek mit Lesemöglichkeiten zusätzlich ein Angebot für die Jugendlichen böte. Sozusagen „ein Jugendraum im alten Rathaus“, betont eine Schülerin.

Wunsch: Einblick ins Arbeitsleben

Ein ernstes Thema kam aber auch auf den Tisch: „Wie ist das Leben als erwachsener Mensch?“, fragte eine Schülerin ganz zur Überraschung der beiden Veranstalterinnen. Ihr fehlen viele Informationen, zum Beispiel im Umgang mit Geld, wie das mit den Steuern ist oder was sonst alles auf sie zukommt. Deshalb wünschen sich die Jugendlichen auch mehr Einblick ins Arbeitsleben.

Von den jungen Menschen kommen aber auch positive Beiträge zur Stadtentwicklung. Sie heben hervor, dass es ein sehr gutes Vereinsleben gibt, sowie das Kino und ein Schwimmbad als Treffpunkt. Außerdem finden sie die „vielen Eisdielen toll“, sowie das Angebot in der Musikschule. Als Treffpunkt käme außerdem der Park in Frage. Allerdings fehlen ihnen Sitzmöglichkeiten und ein Dach über dem Kopf.

Die Ergebnisse des Tages sollen in der nächsten Jugendbürgerversammlung weiter bearbeitet werde, das versprechen Umhöfer und Kaul.

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