In der Bürgerversammlung in Volkers ist es ruhig und sachlich geblieben, als sich rund 60 Bürgerinnen und Bürger im Vereinsheim des Turn- und Sportvereins Volkers einfanden. Nichtsdestotrotz, eine klare Sprache wurde gesprochen.
Blick zurück
Doch zunächst nutzte Jürgen Pfister, der die Versammlung als amtierender Bürgermeister leitete, die Gelegenheit, einen Blick zurück auf das Jahr 2023 zu werfen. Wie ein roter Faden zog sich dabei seine Wertschätzung für das Engagement der rund 80 Brückenauer Vereine durch den Vortrag. Als Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens leisteten sie wichtige Arbeit für die Kommune und die Menschen. Passend dazu fand die Einweihung des neuen Volkerser Feuerwehrhauses im Jahresrückblick ihren Platz ganz vorne.
Im Anschluss an die Präsentation bestand dann die Gelegenheit zum offenen Austausch, bei dem zuallererst die Themen der vergangenen Stadtratssitzung nochmal zur Sprache kamen. Die Diskussion über eine Erhöhung der Kurtaxe und die geplante Ausweitung auch auf Übernachtungsgäste der Jugendbildungsstätte am Volkersberg hatte Befürchtungen um eine Abnahme der Übernachtungszahlen geweckt.
Schlechte Waldwege ein Thema
Pfister war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass man keineswegs die Jugendlichen „abkochen” wolle, man sich aber aufgrund der Finanzlage der Stadt Gedanken machen müsse. Der Beschluss sei daher auch auf eine der kommenden Stadtratssitzungen vertagt worden und werde noch einmal überarbeitet.
Ähnliche Reaktionen rief auch die vom Stadtrat letztendlich abgelehnte Erhöhung der Hundesteuer hervor. Die Anwesenden erwarteten von der Stadt, die Belastung der Bürger nicht über Gebühr zu strapazieren.
Wenn die Wege nicht befahrbar sein
Die Waldwege rund um Bad Brückenau waren ebenso ein Anliegen. Oder vielmehr gesagt, ihr teilweise sehr schlechter Zustand. In manchen Bereichen seien die Wege nach Fäll- und Rückearbeiten noch Monate später nicht mit dem Fahrrad befahrbar, was in einer Region, die unter anderem mit ihren schönen Wander- und Mountainbikestrecken wirbt, nicht sein dürfe.
Nachfragen bei den bayerischen Staatsforsten führten zumeist nur zu unbefriedigenden Antworten. Pfister versprach, das Thema anzugehen und zeitnah ein Telefonat mit den zuständigen Stellen zu führen.
Hätte man die Therme weiter betreiben können?
Auch die Sinnflut wurde angesprochen. Die Entscheidung, das Bad zu schließen, obwohl noch kein Termin für einen Abriss feststeht, brachte Unverständnis hervor und führte zur Frage, ob man die Sinnflut nicht auch hätte weiterbetreiben können, bis endgültige Planungen feststünden.
Pfister erinnerte daran, dass die technischen Anlagen des Bades arg in die Jahre gekommen seien und der Betrieb schon zuvor nur schwer aufrechtzuerhalten war.
Eine längere Öffnung der Sinnflut sei auch aufgrund von Sicherheitsrisiken – unter anderem gibt es Zweifel an der Tragfähigkeit des Daches – nicht durchführbar. Jetzt sei man leider in der Situation, auf die Entscheidungen anderer warten zu müssen, da eine Sanierung oder Neubau ohne die Inanspruchnahme von Fördergeldern für die Stadt alleine nicht stemmbar sei. Ebenfalls nur abwarten könne man beim Thema Stromtrassen. Die Stellungnahmen der Stadt seien an den entsprechenden Stellen eingereicht worden, doch auf den weiteren Ablauf habe man aktuell keinen Einfluss.
Wie geht es weiter mit der Brache Nikolaus?
Zu guter Letzt nahm auch die Innenstadt noch einmal Raum im Saal ein, als der Bürgermeister mit der Frage konfrontiert wurde, wie es nun mit der Brache Nikolaus weitergehe. Das Grundstück in der Ludwigstraße zwischen Marktplatz und Altstadt verwildert seit dem Abriss der ehemaligen Druckerei im Jahr 2020 schon lange vor sich hin und wird wohl nur von sehr wenigen Bürgern und Gästen als eine städtebauliche Verbesserung angesehen.
Die Stadt jedoch habe auch hier nur eine beschränkte Handhabe. Ein Mittel, das die Stadt genutzt hat, war es, die bestehende Baugenehmigung anstatt wie gewöhnlich um zwei Jahre nur um ein Jahr zu verlängern, erinnerte Pfister. Verstreiche diese Frist abermals ohne Resultate, sei die Stadt rechtlich in der Lage, von einem Rückkaufsrecht Gebrauch zu machen. Eine Bebauung der Fläche sei zwar wünschenswert, aber auch eine dekorative Freifläche sei eine denkbare Option, warf Pfister in den Raum. Ob die Stadt, angesichts klammer Kassen, in der Angelegenheit überhaupt aktiv werden kann, bleibt fraglich.
Denn wie das Sprichwort schon sagt: „Ohne Moos nix los.” Solange wächst höchstens das Moos in den Ritzen der Bauschutt-Haufen. Wie schade, dass man damit nicht die Löcher im Haushalt stopfen kann.
Volkers in Zahlen
Den Kindergarten Volkers besuchen derzeit 23 Regelkinder. In 2023 durfte sich Volkers über zwölf Geburten freuen. Drei Sterbefälle gab es im selben Zeitraum zu betrauern. 629 Einwohner zählt der Stadtteil Volkers im Hauptwohnsitz. Hinzu kommen 36 Nebenwohnsitze. Das bedeutet einen leichten Rückgang um 16 bzw. drei Einwohner im Vergleich zum 1. Januar 2023.
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