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Stadtentwicklung
Treibhaus-Projekt nimmt Formen an
Moritz Salzmann von der Arge Asap (links) und Gunther  Laux von Laux Architekten zeigen ihre beiden Modelle für das Treibhaus-Areal. Die beiden Büros haben gemeinsam den ersten Preis beim städtebaulichen Wettbewerb gewonnen.
Moritz Salzmann von der Arge Asap (links) und Gunther Laux von Laux Architekten zeigen ihre beiden Modelle für das Treibhaus-Areal. Die beiden Büros haben gemeinsam den ersten Preis beim städtebaulichen Wettbewerb gewonnen. // Thomas Malz
Münnerstadt – Die Sieger des Städtebaulichen Wettbewerbs zur Neugestaltung des Glashaus-Areals stehen fest. Ab Montag können die Entwürfe im Rathaus besichtigt werden.

Wie könnte das Treibhaus-Areal in Zukunft aussehen? Mit dieser Frage haben sich nicht nur die Münnerstädter befasst. Dank dem Modellprojekt Landstadt Bayern hat es einen städtebaulichen Wettbewerb gegeben, an dem elf Büros teilgenommen haben. Nach der Sitzung des Preisgerichts sind nun die Sieger gekürt worden. Mit Laux Architekten und der Arge Asap + Dischinger Zierer + Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten Stadtplaner sind zwei sehr unterschiedliche Entwürfe prämiert worden, deren Arbeiten nun gemeinsam Grundlage für die weitere Planung des Areals sind. Es gab auch zwei dritte Plätze.

2. Bürgermeister Andreas Trägner hieß bei der Preisverleihung am Freitag die Gäste in der Rathausdiele willkommen und verlas ein Grußwort von Bürgermeister Michael Kastl, der daran erinnerte, dass sich die Stadt ganz kurzfristig für das Modellprogramm Landstadt Bayern beworben hatte. Aber erfolgreich. Nach der Bürgerbeteiligung und Machbarkeitsstudie stand der Wettbewerb an. Am Ende habe große Einigkeit darin bestanden, welche Entwürfe favorisiert werden.

Zwei sehr unterschiedliche Entwürfe

„Ausschlaggebend war, welcher Entwurf die Aufgabenstellung am treffendsten umsetzte und ob wir uns dessen Realisierung in Münnerstadt vorstellen können“, so der Bürgermeister in seinem Grußwort. Bei den beiden Gewinnern handele es sich um sehr unterschiedliche Entwürfe. „Diese stellen wir nun gerne zur Diskussion und sind sehr gespannt, wie sie in der Öffentlichkeit ankommen.“

Die gelungenen Entwürfe bestätigen, dass die Stadt auf dem richtigen Weg sei, hier ein Bauprojekt umzusetzen, „das Münnerstadt in die Zukunft führen wird und die Innovationskraft unserer Region unter Beweis stellt.“ Andreas Trägner ergänzte noch einen großen Dank an den Stadtrat, der das alles möglich gemacht hat.

Viel Herzblut reingesteckt

Er wisse, wie viel Herzblut, Kraft und schlaflose Nächte in solchen Projekten stecken, sagte Marek Stadthaus von Schirmer Architekten. Das Büro hatte den Wettbewerb begleitet. An einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, sei sehr aufwendig. Und dabei gebe es noch nicht einmal ein Auftragsversprechen.

Anschließend stellten die beiden Gewinner und das Büro Holl Wieden (3. Preis) ihre Entwürfe vor. Nach der offiziellen Übergabe der Preise gratulierte stellvertretender Landrat Emil Müller der Stadt Münnerstadt dazu, dass sie das Projekt angegangen ist.

Münnerstadt ist mit dem Treibhaus-Projekt, also der Neugestaltung des Areals mit Glashäusern am Rande der Altstadt, eine von zehn Modellkommunen im Programm „Landstadt Bayern.“ „Wir sind vom Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, sowie von der Regierung von Unterfranken großartig unterstützt worden“, sagte Kilian Düring, zuständig für Stadtmarketing und Tourismus bei einem Informationsgespräch vor der Preisverleihung.

Wie alles begann

Zunächst hatte es dazu einen Bürgerworkshop gegeben, bei dem die Münnerstädter ihre Ideen einer künftigen Renaturierung und Wohnbebauung auf dem Areal einbringen konnten. Aufbauend auf diesen Ergebnissen und den vorhandenen Daten entstand eine Machbarkeitsstudie, die wiederum Basis für den jetzt stattgefundenen Städtebaulichen Architektenwettbewerb war.

Ein solcher Wettbewerb folgt genauen Regeln. In diesem Fall waren fünf renommierte Architekturbüros gesetzt, unter 25 weiteren Bewerbern wurden zehn Teilnehmer zusätzlich ausgelost. Gleichzeitig wurde eine Jury aus Professoren, Stadtplaner, Architekten und Stadträten zusammengestellt. Zum Verfahren, das vom Büro Schirmer-Architekten und Stadtplaner (Würzburg) begleitet wurde, gehörte unter anderem ein Kolloquium im Treibhaus, bei dem die Wettbewerbsteilnehmer und die Jurymitglieder aufeinandertrafen.

Am 25. Oktober trat das Preisgericht (Jury) unter der Leitung von Professor Johannes Kappler zusammen. Dort gab es zunächst eine Vorprüfung der elf abgegebenen Wettbewerbsbeiträge, die mit einer Tarnnummer versehen, also anonymisiert waren, „Marek Stadthaus und Martin Gebhardt von Schirmer-Architekten haben haben das hervorragend ausgearbeitet“, lobte Kilian Düring.

Vier Bewerber blieben übrig

Da alle eingereichten Arbeiten grundsätzliche Qualitäten aufwiesen, bestanden sie auch den ersten Wertungsdurchgang. Im zweiten Wertungsdurchgang wurden die Arbeiten kritisch hinterfragend vorgestellt und besonders die städtebaulichen und Wohnqualitäten diskutiert. Schließlich schieden sieben Wettbewerbsbeiträge aus. Vier Arbeiten kamen in die engere Wahl. Am Ende verliehen die Mitglieder des Preisgerichts zwei erste Preise und zwei dritte Preise.

Nach der Preisverleihung haben ab Montag, 6. November, alle die Möglichkeit, sich während der Öffnungszeiten des Rathauses die Wettbewerbsbeiträge anzusehen. Neben den Plänen sind auch jeweils Modelle des Areals ausgestellt, die exakt in ein vorgefertigtes Modell der Stadt passen. So kann man direkt vergleichen, wie sich das jeweilige Modell an die Umgebung anpasst.

Bürgerwerkstatt am 8. Dezember

Am Freitag, 8. Dezember, gibt es zur Finissage der Ausstellung eine Bürgerwerkstatt. Dann werden die Preisträger ihre Entwürfe vorstellen und ins Gespräch mit den Münnerstädtern kommen. Die Wettbewerbsergebnisse stehen inzwischen auf die Homepage der Stadt, damit sie die Bürgerinnen und Bürger die Ideen in aller Ruhe betrachten können, so Kilian Düring. „Wichtig ist uns, dass die Bürger weiterhin am Prozess beteiligt sind und sich einbringen.“

Deshalb soll auch eine Kommentarfunktion freigeschaltet werden. Im Rathaus werden demnächst Karten bereitliegen, auf denen die Bürger ihre Meinung niederschreiben können.

Aufbauend auf das Wettbewerbsergebnis sollen im nächsten Jahr ein Rahmenplan mit Gestaltungsleitfaden für das künftige Areal erarbeitet werden, sagte Marek Stadthaus von Schirmer-Architekten. Anschließend wird ein Bebauungsplan aufgestellt.

Offen ist allerdings noch die Frage der Investoren, die das Projekt umsetzten. Das können beispielsweise Privatpersonen, Personengruppen, Bürgergenossenschaften oder andere Institutionen sein.

 

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