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Entscheidung
Das soll alles ins Alte Rathaus passen
Am Alten Rathaus wird das Gerüst für weitere Untersuchungen, auch für die Machbarkeitsstudie, gestellt.
Am Alten Rathaus wird das Gerüst für weitere Untersuchungen, auch für die Machbarkeitsstudie, gestellt. // Steffen Standke
Bad Brückenau – Für die Machbarkeitsstudie müssen die gewünschten Nutzungen feststehen. Die Stadträte sind sich darüber nicht ganz einig.

Derzeit steht das Alte Rathaus in Bad Brückenau weitgehend ungenutzt da. Lediglich die Stadtbibliothek harrt in viel zu kleinen Räumen aus. Dieser Zustand soll sich möglichst schnell ändern.

Eine Machbarkeitsstudie muss bis Jahresende klären, welche Nutzungen in dem historischen Gebäude nach dessen Sanierung möglich sind. Die Stadträte wurden in ihrer Sitzung nach Wünschen befragt. Sich darauf zu einigen, war gar nicht so einfach.

Stadträtinnen mit interfraktionellem Antrag

Etwas Wallung gab es zu Beginn wegen eines Antrags mehrere Stadträtinnen, der anscheinend unberücksichtigt geblieben war. Auch wurde der Tagesordnungspunkt auf Antrag zur Geschäftsordnung aus dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung in den öffentlichen geholt.

Der Antrag der Stadträtinnen sah folgende Nutzung im Alten Rathaus vor: Tourist-Information, Trausaal mit Empfangsbereich für Gäste, Archivarbeitsplatz mit EDV-Ausstattung, Heimatstube und eine „museale Erweiterung“ für Buch- und Archivbestände. In den Haushaltsberatungen im Frühjahr war Ähnliches diskutiert worden.

Das entspricht im Wesentlichen der Raumnutzung vor der teilweisen Sperrung wegen Baufälligkeit und Schimmelbefalls. Nur die Bibliothek bliebe außen vor.

Sitzungszimmer im Alten Rathaus unterbringen?

Der Weisheit letzter Schluss war das aber nicht. Es kamen weitere Vorschläge, was im Alten Rathaus noch unterzubringen sei. Adelheid Zimmermann (FDP) regte an, den Stadtrat dort tagen zu lassen. So wäre die Georgihalle eventuell frei zum Verkauf oder zur Verpachtung, zum Beispiel an einen touristischen Investor. David Fronczek (SPD) ergänzte, man könne ein Sitzungszimmer ins Alte Rathaus integrieren, „wenn eine der anderen Nutzungen nicht klappt“.

Heike Kötzner (CSU) wollte in der Machbarkeitsstudie doch die Stadtbücherei mitgeprüft haben; Eva Reichert-Nelkenstock (Grüne) pflichtete ihr bei.

Saal nur, wenn anderes nicht klappt

Auch der Brandschutz – und damit verbunden ein zweiter Fluchtweg aus den Obergeschossen – kam zur Sprache. Dieter Seban (CSU) stellte die Frage in den Raum, ob das Alte Rathaus oder zumindest Teilbereiche davon künftig geschlossenen Benutzerkreisen vorbehalten ist oder sich dort jeder frei bewegen kann. Es mache einen Unterschied, ob jemand Ortskundiges da sei, der angemeldete Besucher im Gebäude empfängt und im Brandfall herausführt. Er bittet die Verwaltung, dies zu klären.

Ein zweiter Rettungsweg müsste aus seiner Sicht eh erschlossen werden. Adelheid Zimmermann geht davon aus, dass mit der Sanierung ein Anbau ans Alte Rathaus kommt, womöglich mit Aufzug für die barrierefreie Erschließung.

Stadtbibliothek soll außen vor bleiben

Am Ende nahm der Stadtrat den fraktionsübergreifenden Stadträtinnen-Antrag als Grundlage für einen einstimmigen Beschluss. Wenn eine oder mehrere der oben genannten Nutzungen – also Tourist-Info, Trausaal mit Empfangsbereich für Gäste, Archivarbeitsplatz und Heimatstube – nicht klappt, soll das Sitzungszimmer als Alternative geprüft werden. Der Vorschlag, die Bibliothek wieder in die Wunschliste aufzunehmen, scheiterte mit 4:12-Stimmen.

Zuvor hatte Dieter Seban das städtische Bauamt kritisiert. Dieses sei schon im Mai beauftragt worden, die Schimmelsanierung im Erdgeschoss voranzutreiben und ein Angebot dafür einzuholen. Dies müsse eh so schnell wie möglich gemacht werden, sagte er dieser Redaktion. Geschehen sei nichts. Er wolle von der Bauabteilung nicht ständig neue Probleme hören, sondern Lösungen.

Gerüst wird an Fassade aufgebaut

Die gibt es zumindest im Außenbereich. Dort wird dieser Tage der Bauzaun vom Platz vor dem Alten Rathaus zurückgenommen und das Gerüst an der Fassade aufgebaut.

 

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