Intensive Ausbildungstage, anspruchsvolle Übungsszenarien und zahlreiche Situationen, in denen es auf Kommunikation und Fingerspitzengefühl ankam, liegen hinter den 32 Teilnehmenden des United Nations Military Observer Course (UNMOC). Vor Kurzem erhielten sie schließlich im Rahmen einer feierlichen Abschlusszeremonie ihre Zertifikate als UN-Militärbeobachter.
Damit haben in diesem Lehrgang Soldatinnen und Soldaten aus 14 Nationen ihre Ausbildung am Vereinte Nationen Ausbildungszentrum der Bundeswehr (VNAusbZBw) erfolgreich abgeschlossen. Sie sind nun darauf vorbereitet, künftig als Militärbeobachter in UN-Missionen weltweit eingesetzt zu werden, wie es in einer Pressemitteilung der Bundeswehr heißt.
Die Abschlusszeremonie fand in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Zusammenarbeit mit der Patengemeinde Karlstadt statt. Schauplatz war der Bürgersaal des historischen Rathauses. Nach einem kurzen Stadtrundgang wurden die internationalen Lehrgangsteilnehmenden durch den Hausherrn und Ersten Bürgermeister Michael Hombach begrüßt.
Für den musikalischen Rahmen sorgte ein Ensemble des Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim. Im Anschluss überreichte der Kommandeur des VNAusbZBw, Oberst Werner Klaffus, die Lehrgangszertifikate und würdigte damit den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung.
Mehrere Übungsszenarien
Die vergangenen Ausbildungstage waren für die Soldatinnen und Soldaten gleichermaßen fordernd wie lehrreich. In unterschiedlichen Übungsszenarien mussten sie unter Beweis stellen, dass sie ihr erlerntes Wissen auch unter realitätsnahen Bedingungen sicher anwenden können.
Die Aufgaben eines UN-Militärbeobachters unterscheiden sich dabei deutlich von klassischen militärischen Einsatzaufträgen. Fachwissen, Neutralität und ausgeprägte zwischenmenschliche Fähigkeiten sind entscheidende Voraussetzungen für die Tätigkeit, so die Mitteilung. Als unparteiische Beobachter tragen sie keine Waffen und müssen auch in angespannten Situationen angemessen und professionell handeln. Konfliktlösung, Kommunikation und Verhandlungsgeschick gehören deshalb zu den wesentlichen Fähigkeiten, die während des Trainings vermittelt und praktisch erprobt werden.
Wie anspruchsvoll diese Aufgabe sein kann, zeigte insbesondere die Abschlussübung. In verschiedenen realitätsnahen Szenarien wurden mögliche Situationen aus einer UN-Mission dargestellt. Die Teilnehmenden mussten sich unter anderem mit einem Verkehrsunfall, dem Schutz der Zivilbevölkerung oder Verhandlungen mit Rebellenführern auseinandersetzen. Dabei gab es kein starres Drehbuch. Die Szenarien entwickelten sich abhängig vom Handeln der Teilnehmenden. Entscheidend war, wie sicher sie auf unvorhergesehene Situationen reagierten, Informationen bewerteten, kommunizierten und Lösungen entwickelten.
Gemeinsamer Abschluss
Nach den intensiven Ausbildungstagen bot die Abschlussveranstaltung Gelegenheit, die vergangenen Erlebnisse gemeinsam Revue passieren zu lassen. Bei einem Stehempfang und einem festlichen Abendessen im Bürgersaal konnten sich die internationalen Teilnehmenden sowie die Ausbilderinnen und Ausbilder über ihre Erfahrungen austauschen und den erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs gemeinsam feiern.
Mit der Zertifizierung endet für die 32 Soldatinnen und Soldaten eine anspruchsvolle Ausbildungsphase. Als UN-Militärbeobachter werden sie künftig dazu beitragen, Konfliktparteien zu beobachten, die Einhaltung von Vereinbarungen zu überwachen und durch ihr unparteiisches Handeln die Arbeit der Vereinten Nationen in den Einsatzgebieten zu unterstützen.











