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Premiere im Ort
Erstmals ist eine Frau Ortssprecherin von Frauenroth
Die stellvertretende Bürgermeisterin Silvia Metz (links) beglückwünschte Jessica Jenischta (Mitte) zur Wahl als Ortssprecherin. Rechts ihr Vorgänger Markus Alles, der Frauenroth 18 Jahre lang vertreten hat.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Silvia Metz (links) beglückwünschte Jessica Jenischta (Mitte) zur Wahl als Ortssprecherin. Rechts ihr Vorgänger Markus Alles, der Frauenroth 18 Jahre lang vertreten hat. // Marion Eckert
Frauenroth – Knapp gescheitert, jetzt einstimmig gewählt: Wie Jessica Jenischta doch noch den Weg in den Gemeinderat gefunden hat und was sie für Frauenroth bewegen möchte.
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Jessica Jenischta lebt seit 2005 in Frauenroth, hält dort mit ihrer Familie 25 Hühner und ist Vorsitzende der Musikkapelle. Kommunalpolitisch war sie bislang nicht aktiv. Das ändert sich jetzt: Die Gemeinde hat sie einstimmig zu ihrer Ortssprecherin gewählt. Sie ist die erste Frau, die Frauenroth in dieser Funktion vertritt.

Kein Mandat für Frauenroth

Der Weg dahin war nicht selbstverständlich. Bei der Kommunalwahl am 8. März hatte Frauenroth keinen Vertreter und keine Vertreterin in den Gemeinderat entsenden können. Jenischta hatte auf der CSU-Liste kandidiert und den Einzug knapp verpasst. Für den Ortsteil ist das keine neue Situation, immer wieder kam es vor, dass kein Vertreter den Sprung in das Gremium schaffte. Die Bayerische Gemeindeordnung sieht für solche Fälle die Möglichkeit vor, einen Ortssprecher zu wählen. Voraussetzung ist, dass ein Drittel der ansässigen Gemeindebürger schriftlich die Einberufung einer Ortsversammlung beantragt.

Die Initiative dazu ergriffen Jenischta und Markus Alles, der Frauenroth bisher als Gemeinderat vertreten hatte. 53 der 149 Bürgerinnen und Bürger unterzeichneten den Antrag, nötig wären 50 Unterschriften gewesen.

Sitz im Rat, aber keine Stimme

Die stellvertretende Bürgermeisterin Silvia Metz leitete die Ortsversammlung und erläuterte den Erschienenen die Hintergründe. „Ein Ortssprecher kann an allen Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse mit beratender Stimme teilnehmen und darf Anträge stellen, nimmt an Abstimmungen jedoch nicht teil.“ Er hat also einen Sitz im Gemeinderat, aber keine Stimme. Die Wahl musste schriftlich und geheim erfolgen, Akklamation oder Briefwahl waren ausgeschlossen. Wählbar war nur, wer in Frauenroth lebt.

Aus der Versammlung wurde Jessica Jenischta vorgeschlagen und sie erhielt alle 25 Stimmen. Metz beglückwünschte die neue Ortssprecherin und dankte ihr für die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Mit ihr sitzen nun vier Frauen im Gemeinderat. „So viele Frauen wie noch nie. Herzlich willkommen“, sagte Metz.

18 Jahre für den Heimatort

Für Markus Alles endet mit dieser Wahl eine 18-jährige Geschichte als Vertreter seines Heimatortes. 2008 wurde er erstmals zum Ortssprecher gewählt, 2014 schaffte er den Sprung in den Gemeinderat, 2020 wurde er erneut Ortssprecher und rückte im Oktober 2024 als reguläres Mitglied nach. „Ich verabschiede mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte er. Viele Themen und Menschen habe er in diesen Jahren kennengelernt, das werde er vermissen. „Es ist wichtig, dass wir für Frauenroth jemanden gefunden haben“, sagte er über seine Nachfolgerin.

Ansprechpartnerin für die Dorfgemeinschaft

Jenischta stammt ursprünglich aus Wildflecken und ist auf Einladung von Bürgermeister Daniel Wehner auf der CSU-Liste angetreten. „Er hat mich gefragt, ob ich Frauenroth vertreten möchte“, sagt sie. Auf die neuen Erfahrungen und Herausforderungen freut sie sich. Für die Bürgerinnen und Bürger möchte sie Ansprechpartnerin sein. „Mir persönlich ist der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft sehr wichtig“, sagt sie.

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