Der Haushaltsplan für 2025 steht. Ende April stellte Kämmerer Tobias Fitzmann das Zahlenwerk dem Hammelburger Stadtrat vor. Dieser stimmte zwar einvernehmlich zu, Luftsprünge bleiben beim Blick auf die Zahlen allerdings aus. „Der Gesamthaushalt beträgt insgesamt 40,1 Millionen Euro“, berichtet der Kämmerer.
Der Verwaltungshaushalt schließt mit 31,4 Millionen, der Vermögenshaushalt mit 8,7 Millionen Euro ab. Das Rekordhoch vom vergangenen Jahr ist damit wieder unterschritten.
Der Gesamthaushalt im Vergleich
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- 2025 → 40.174.734 Euro
- 2024 → 41.933.796 Euro
- 2023 → 37.357.824 Euro
- 2010 → 28.715.062 Euro
Der Verwaltungshaushalt der Stadt Hammelburg
Der Verwaltungshaushalt umfasst alle laufenden Einnahmen und Ausgaben der Kommune. Im Vergleich zu 2024 steigt er in diesem Jahr um rund 2,2 Millionen Euro an.
Unter den größten Einnahmequellen sind 2025 etwa Posten wie Einkommens- und Gewerbesteuer, Schlüsselzuweisung vom Freistaat und die Grundsteuer. Dickster Posten bei den Ausgaben sind neben den Personalkosten auch die Zuweisungen an den Abwasserzweckverband sowie die Kreisumlage.
Großes Manko: Damit der Verwaltungshaushalt ausgeglichen ist, benötige die Stadt eine Zuführung aus dem Vermögenshaushalt von fast 800.000 Euro, berichtet Fritzmann. Normalerweise sei das genau andersrum. „Wir brauchen viel Geld, um unseren Unterhaltsverpflichtungen nachzugehen.“
„Dauerhafte Leistungsfähigkeit der Stadt gefährdet“
Das Minus sei vor allem durch reduzierte Schlüsselzuweisungen und die Erhöhung der Kreisumlage um 1,2 Millionen Euro entstanden. Dem Kreis deshalb einen Vorwurf machen, könne die Stadt laut Kämmerer aber nicht, denn: Auch die Kreise würden immer mehr Aufgaben übertragen bekommen, die es zu finanzieren gilt. „Am Schluss kann man nur hoffen, dass seitens der Bundesregierung Maßnahmen ergriffen werden – beispielsweise mit Mitteln aus dem jüngst beschlossenem Sondervermögen. Sonst werden die Städte und Gemeinden perspektivisch ausbluten“, macht er deutlich.
Da durch die notwendige Zuführung auch die eigentlich zu tätigende Mindestzuführung an den Vermögenshaushalt nicht eingehalten werden kann, „ist die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Stadt gefährdet.“ Perspektivisch müsse deshalb geschaut werden, wo im Verwaltungshaushalt Einnahmen erhöht oder Ausgaben reduziert werden können.
Der Vermögenshaushalt der Stadt Hammelburg
Der Vermögenshaushalt umfasst alle Investitionen der Stadt. Mit 8,7 Millionen Euro ist der im Vergleich zum Vorjahr um knapp 3,9 Millionen Euro gesunken.
„Eine der Hauptgründe dafür ist, dass wir die anstehenden Projekte an die bestehende Personaldecke angepasst haben.“ Heißt: Zum Teil seien Projekte in die Zukunft geschoben worden, denn: „Einiges ist heuer realistisch gesehen nicht möglich.“
Größte Einnahmeposten sind hier die Entnahmen aus Rücklagen, Erlöse aus Grundstücksverkäufen, Zuschüsse und Kreditaufnahmen. „Wir haben im Vorjahr vier Millionen Euro Kreditaufnahme im Haushalt veranschlagt, die wir nicht komplett gebraucht haben.“
Die Genehmigungen hierfür gelten nun auch für das Jahr 2025. Bedeutet: Die genehmigten Kredite können heuer ohne zusätzliche Absprache aufgenommen werden. „Ich mahne aber zur Vorsicht. Wir haben keine Zuführung aus dem Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt hinbekommen“, betont Fritzmann. Dass die Stadt unter diesen Umständen eine Kreditermächtigung genehmigt bekäme, wage er deshalb zu bezweifeln. „Wir haben halt jetzt das Glück, dass wir sie schon haben.“
Für welche Projekte Gelder vorgesehen sind
Bei den Investitionen sieht der Haushaltsplan 2025 Mittel für die Kanalarbeiten am Hochstein (400.000 Euro), die Hauptstraße (35.000 Euro) mitsamt Kanalarbeiten (610.000 Euro) in Diebach sowie für den Kirchplatz in Untererthal (150.000 Euro) vor.
„Der Mehrgenerationenpark (500.000 Euro) ist, zusammen mit dem Buttenmarkt am Marktplatz (600.000 Euro), natürlich auch nochmal eine Hausnummer“, berichtet der Kämmerer. Und: Auch mit bei der gewünschten Mensa-Erweiterung der Kinderkiste und den neuen Räumlichkeiten für das JUZ müsse überlegt werden, was perspektivisch möglich ist.
Für folgende Projekte werden 2025 außerdem Mittel benötigt:
- Bürgerhaus (50.000 Euro)
- Feuerwehrhaus Westheim (40.000 Euro)
- Bushaltestelle Hochstein (100.000 Euro)
- Kirchturm Gauaschach (150.000 Euro)
- Erweiterung Feuerwehrhaus Hammelburg (100.000 Euro)
- Rathauskeller (100.000 Euro)
Trotz Sparoffensive: Schulden steigen weiter an
Um alle anstehenden Projekte finanzieren zu können, sieht der Ansatz eine Entnahme aus den vorhandenen Rücklagen (9,3 Millionen Euro) von 960.000 Euro und eine Darlehensaufnahme von drei Millionen Euro vor. Das Positive daran: In den vergangenen Jahren habe die Stadt viel Geld sparen und zurücklegen können.
„Man hatte die Möglichkeit, viel Geld beiseite zu legen. Das hat sich als richtig und wichtig herausgestellt“, sagt Fritzmann. Trotzdem lag die pro Kopf Verschuldung Ende 2024 bei 855,81 Euro pro Einwohner. Der Landesdurchschnitt aus dem Jahr 2023 bei Städten gleicher Größe lag bei 826,51 Euro. „Also nur geringfügig weniger“, kommentiert der Experte.
| Schuldenstand zum 1. Januar | Darlehens-Aufnahme (in Euro) | Tilgung (in Euro) | Schuldenstand zum 31. Dezember (in Euro) |
| 2022 | 3.300.000 | 608.691,48 | 9.701.658,74 |
| 2023 | 0 | 611.658,74 | 9.090.000 |
| 2024 | 845.493,06 | 562.750 | 9.372.743,06 |
| 2025 | 3.000.000 | 767.142,02 | 11.605.601,04 |
Die selbstgesteckte Schuldengrenze der Stadt (14,34 Millionen Euro) könne die Verwaltung zwar heuer noch einhalten, in den kommenden Jahren werde das aber schwieriger. „Wenn sich alles so darstellt wie erwartet, wird man Ende 2025 eine pro Kopf Verschuldung von knapp 1060 Euro haben“, betont der Kämmerer. Ende 2026 läge die Zahl bereits bei 1285 Euro.
„Dann kommen wir in die Kategorie Stabilisierungshilfe und allem, was dazugehört.“ Dass es so kommt, habe sich im Vorfeld aber nicht abgezeichnet. „Obwohl es schwierig ist, Aussagen für die Haushalte 2026, 2027 und 2028 zu treffen, Entwicklungen vorauszuplanen und Einnahmen verlässlich zu schätzen, ist es unumgänglich, und einer seriösen Haushaltsplanung geschuldet, sich ernsthaft mit den folgenden Jahren zu beschäftigen.“
Was die Fraktionen und der Bürgermeister dazu sagen:











