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Beschluss
Oberleichtersbach: Grünes Licht für Solarpark
Zu später Stunde gab es im Oberleichtersbacher Gemeinderat eine faustdicke Überraschung: Das Gremium gibt seine ablehnende Haltung gegenüber einem Solarpark erstmals auf und gibt grünes Licht.
Zu später Stunde gab es im Oberleichtersbacher Gemeinderat eine faustdicke Überraschung: Das Gremium gibt seine ablehnende Haltung gegenüber einem Solarpark erstmals auf und gibt grünes Licht. // Sebastian Schmitt
Oberleichtersbach – Der Oberleichtersbacher Gemeinderat ändert seine ablehnende Haltung grundlegend und fasst damit auch einen Grundsatzbeschluss.

In Sachen erneuerbare Energie hat sich auch im Oberleichtersbacher Gemeinderat die Stimmung komplett gedreht. Obwohl die Ablehnung von Solarparks auf Freiflächen im Gremium schon jahrelange Tradition hat, gab der Gemeinderat nun erstmals grünes Licht für einen Solarpark südlich von Oberleichtersbach.

Bürgermeister Dieter Muth (Aktive WG) äußerte zwar zunächst leise Bedenken, dass man schon in naher Zukunft mit immer mehr zusätzlichen Anfragen in Sachen Solarpark konfrontiert werde, wollte die Räte in ihrer freien Entscheidung aber dann doch ganz bewusst nicht weiter beeinflussen.

Die aktuell geplante Errichtung eines Solarparks südlich von Oberleichtersbach, eigentlich eher nahe Unterleichtersbach, beschäftigt die Gemeinde intensiv seit dem Jahr 2018.

Das Thema war auch schon Gegenstand eines Bürgerentscheids, der die Gemeinde spaltete. Seinerzeit im Juni 2018 votierten 627 Bürgerinnen und Bürger (61,4 Prozent) gegen den Solarpark, lediglich 394 waren für den Bau. Doch obwohl die Mehrheit der Einwohner damals „Nein“ zum Solarpark gesagt hat, greift der Gemeinderat das Thema erneut ganz bewusst auf.

Weitere werden folgen

Die geplante Modulfläche umfasst nach aktuellen Planungen rund 7,1 Hektar. Das betroffene Areal befindet sich komplett in privater Hand und ist im Moment eine reine Ackerfläche. „Wir müssen uns alle im Klaren darüber sein, dass in Zukunft noch viele weitere Anträge für solche Flächen als Freiflächen-Solarpark kommen werden“, sagte Bürgermeister Dieter Muth (Aktive WG).

Gemeinderat Oliver Fell (CSU) vertrat die Ansicht, dass man sich nicht mehr grundsätzlich gegen Solarparks stellen sollte, „denn das ist schließlich die Zukunft für uns alle“. Für Fell selbst hat der Bürgerentscheid aus dem Jahr 2018 keine aktuelle Relevanz mehr, denn die Rahmenbedingungen in Sachen Energieversorgung hätten sich komplett geändert. „Wir sollten uns nicht mehr an den Bürgerentscheid klammern“, so Fell. „Viele, die damals gegen den Solarpark gestimmt hatten, sind heute doch gar nicht mehr dagegen. Wenn man die Bürger heute fragen würde, dann wäre das Ergebnis sicherlich ganz anders“, ist er überzeugt.

Selbst aktiv werden

Kevin Klüber (Aktive WG) forderte, dass die Gemeinde die Errichtung von Solarparks für die Zukunft grundsätzlich selbst koordiniert und regelt. Dazu müsste allerdings ein spezieller Kriterienkatalog aufgestellt werden, um die Rahmenbedingungen für Solarparks in der Gemeinde zu definieren. Es entwickelte sich eine sehr lebhafte, teils emotionale Diskussion über das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit. Dabei ging es auch darum, wie grundsätzlich mit den vorhandenen Agrarflächen in den Orten umgegangen wird. Schließlich entfallen durch Solarparks Flächen, die weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Und das sei nicht ganz unerheblich mit Hinblick auf den Wandel der Landwirtschaft, für die ja auch in Zukunft Flächen benötigt werden.

Die Mehrheit des Gremiums votierte schließlich bei vier Gegenstimmen für den Solarpark. Rein formell geht es dabei aber erst einmal um den Aufstellungsbeschluss eines entsprechenden Bebauungsplans, der die erste Grundlage für die weiteren Planungsschritte ist. Gleichwohl kommt der Beschluss einer Grundsatzentscheidung gleich, denn das Gremium hat seine ablehnende Haltung gegenüber Freiflächen-Solarparks tatsächlich zum allerersten Mal aufgegeben.

 

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