Der erste Arbeitstag des ersten SPD-Bürgermeisters von Bad Brückenau - er begann am Dienstag um 20 Minuten vor 9 Uhr. Da betrat Jan Marberg erstmal das Rathaus in neuer Funktion, nur zwei Tage nach seiner Wahl zum Stadtoberhaupt. Der Tag endete mit einem kleinen Umtrunk im „Da Rocco" am Marktplatz. Alles dazwischen war intensiv.
Gewissheit kommt mit erstem wichtigen Thema
Diese Gewissheit, jetzt Bürgermeister zu sein und damit Dienstherr von rund 120 Angestellten - sie kam dem 35-Jährigen nach eigenen Worten so richtig, als er am Morgen mit dem ersten wichtigen Thema konfrontiert wurde. „Da wurde mir klar: Du hast jetzt Entscheidungen zu treffen."
Wichtige und drängende Themen wurden zuhauf an Jan Marberg herangetragen an diesem Dienstagmorgen. Zwischendrin bat der Bayerische Rundfunk zum Interview. Das dauerte so lange, dass der neue Rathauschef seine Begrüßungsrunde in der Verwaltung erst kurz vor 12 Uhr starten konnte. „Die Unterstützung und Erleichterung, dass endlich wieder ein hauptberuflicher Bürgermeister im Amt ist, war im Team deutlich zu erkennen", so Marberg.
Aufhebungsvertrag mit Stadtbücherei Marktredwitz
Erst am Tag zuvor hatte der in Oberfranken aufgewachsene gebürtige Rheinländer seinen Aufhebungsvertrag bei der Stadtbücherei Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) unterschrieben. Im öffentlichen Dienst und im gegenseitigen Einvernehmen sei das ohne Kündigungsfristen möglich, sagte er gegenüber dieser Redaktion. „Mein Arbeitgeber hat ja über meine Ambitionen aufs Bad Brückenauer Bürgermeisteramt Bescheid gewusst."
Eine Unterkunft in Bad Brückenau hat der frühere Brückenauer Bibliotheks- und Kulturamtsleiter schon - seitdem er in den Wahlkampf eingestiegen war. „Es wird Zeit benötigen, die alte Wohnung aufzulösen." Der endgültige Umzug werde an einem Wochenende stattfinden. „Jetzt bin ich aber hier und gehe in die Vollen."
Fritschka nimmt Vereidigung vor
Seine eigene Vereidigung im Stadtrat am Abend moderierte der neue Rathauschef vor rund 30 Gästen schon recht souverän. Den zeremoniellen Akt selbst nahm Emanuel Fritschka (PWG) als „lebensältestes anwesendes Stadtratsmitglied" vor; der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) hängte Marberg die Bürgermeister-Amtskette um.
Der freut sich auf sein Amt „und dass die Stadt wieder eine Perspektive hat". Marberg will in der Kommunalpolitik über die Gemeinsamkeit kommen, auch wenn Diskussionen im Stadtrat hart und kontrovers sein dürften. Am Ende müsste es aber fair ablaufen; eigene Interessen müssten hinter dem Wohl der Stadt zurückstehen.
Landrat Bold schwört auf schwere Aufgabe ein
Zur Vereidigung erschienen waren auch Landrat Thomas Bold und seine Stellvertreterin Brigitte Meyerdierks (beide CSU), letztere Vorvorgängerin von Jan Marberg. Der Landrat bezeichnete dessen auf acht Jahre angelegtes Amt als „Aufgabe, die man sich nicht größer hätte vorstellen können". Sie zu meistern, dafür brauche es eine „Stadtpolitik der weitestgehenden Geschlossenheit".
Allgemein würden die Herausforderungen auf kommunaler Seite eher größer, die wirtschaftliche und finanzielle Situation eher schwieriger als einfacher. Bundespolitische Problemstellungen, vor allem bei der Sicherheit, würden auf die kommunale Ebene durchschlagen. Marberg wünschte Thomas Bold „viel Erfolg, alles Gute und immer eine glückliche Hand zum Wohle der Bürger und der Stadt Bad Brückenau". Auch bot er eine gedeihliche Zusammenarbeit an.
Zweiter Arbeitstag: trauriger und schöner Anlass
Übrigens: Jan Marbergs zweiter Arbeitstag als Bürgermeister wurde wieder intensiv - geprägt durch einen traurigen und einen schönen Anlass: zum einen die Beerdigung des langjährigen Stadtrats Manfred Kaiser, der am 30. April gestorben war. Und zum anderen eine Verköstigung mit Schülern in der Mittelschule in Römershag.
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