Der neue Gemeinderat von Oerlenbach ist eine „reine Männerriege“. Bei der Wahl am 8. März hat es keine Frau in das Gremium geschafft. Das Durchschnittsalter fiel – auch durch die vielen „Neuen“ – auf rund 40,7 Jahre. Im Vergleich zu anderen Kommunen hat Oerlenbach damit ein relativ junges Ratsgremium.
In seiner Grundsatzrede führte Rathauschef Nico Rogge die wichtigsten Projekte der letzten Wahlperiode auf, erinnerte unter anderem an die Investitionen rund um die Kindergärten und die Feuerwehren. Corona und das 50-jährige Bestehen waren prägende Einschnitte für die Gemeinde und den Gemeinderat gewesen. Der Neubau des Kindergartens in Eltingshausen und Maßnahmen rund um die Städtebauförderung wurden vom „alten Rat“ in die Wege geleitet und werden jetzt fortgeführt.
Künftig verzichtet man auf eigene Ausschüsse, den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Rechnungsprüfungsausschuss ausgenommen. Man möchte alle Angelegenheiten am Ratstisch mit allen Gewählten gemeinsam diskutieren und entscheiden, da waren sich alle einig.
Nur noch zwei statt drei Stellvertreter
Die Bürgermeisterriege ist kleiner geworden. Vier Bürgermeister – aus jedem Ort einer – gab es zwischen 2020 und 2026. Nun sind es nur noch drei.
Den wiedergewählten Ersten Bürgermeister Nico Rogge vertritt weiterhin Benedikt Keßler (einstimmig gewählt). Neu ist der Oerlenbacher Sven Schüller als Dritter Bürgermeister, er erhielt bei der geheimen Wahl in der Wilhelm-Hegler-Halle 19 von 20 Stimmen.
Sitzungsgeld angehoben
Das Sitzungsgeld beträgt in dieser Wahlperiode 40 Euro, zuvor waren es 25 Euro. Allerdings zahlt Oerlenbach keine monatliche IT-Pauschale mehr. Die hatte es rund um die Einführung des Ratsinformationssystems (RIS) gegeben. Einstimmig wurden auch die anderen Entschädigungen bewilligt. Sie betreffen alle Beauftragten und in die Ämter gewählte Mitglieder.
Verdoppelt hat sich die Zahl der Jugendbeauftragten. Da stellt nun jeder Ort einen eigenen Ansprechpartner für die Jugend und – soweit vorhanden – für die Jugendräume. Oerlenbach hat die Mitgliedschaft in Pro-Jugend gekündigt und möchte mit dem neuen Modell näher am Geschehen sein.
Einstimmig verlief die Auswahl der Ratsmitglieder, die in die Verbände und Zusammenschlüsse entsendet werden. Das reicht von der Rhön-Maintal-Gruppe (RMG), wo nur der Bürgermeister Platz und Stimme hat, bis hin zum Abwasserzweckverband Oberes Werntal, wo Oerlenbach mit fünf Delegierten vertreten ist.
Die eigene Satzung – die benötigt jede Gemeinde zum Start in eine neue Wahlperiode – beschloss der Rat ohne Gegenstimme. Die passgenaue Geschäftsordnung wird in einer der nächsten Sitzungen verabschiedet. Bis dorthin bleibt die alte Regelung in Kraft.
Vom Bebauungsplan „Vor dem Bauholz“ im Poppenhäuser Gemeindeteil Kützberg fühlt sich Oerlenbach nicht betroffen. Deshalb werde man keine Stellungnahme einreichen, so der Beschluss zur Anfrage der Nachbargemeinde im Rahmen des vorgeschriebenen Bauverfahrens.










