In der konstituierenden Sitzung des fast zur Hälfte umbesetzten Gemeinderats wurden sieben neue Ratsmitglieder vereidigt und ihre in diesem Ehrenamt verdienten Vorgänger mit Ehrengaben in den „politischen Ruhestand“ verabschiedet. Als Vertreter von Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) wurde Norbert Borst (CSU) im Amt bestätigt. Als Nachfolger des ausgeschiedenen Uto-Paul Schmitt (FCW) wurde Martin Eisenmann (Grüne) zum Dritten Bürgermeister gewählt.
Als neue Ratsmitglieder vereidigt wurden für die CSU-Fraktion Johannes Dünisch, Andreas Freibott, Michael Schultze, Sohn der bisherigen Gemeinderätin Barbara Schultze, Lukas Wahl sowie Berthold Hümpfer (alle CSU), der nach den zwei Wahlperioden 2008 bis 2020 als Gemeinderat nun nach sechsjähriger Pause erneut ins Gremium gewählt worden war. Für die Unabhängige Liste Bad Bocklet (ULB) wurden Florian Aberer und Jacqueline Dünisch vereidigt, Schwester ihres bei der Kommunalwahl wiedergewählten Ratskollegen Marcel Dünisch (FCW).
Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) dankte allen für ihre Bereitschaft, Verantwortung für die Marktgemeinde zu übernehmen, bat um den „ehrlichen Willen, gemeinsam tragfähige Lösungen für deren Weiterentwicklung“ zu finden und mahnte, „Kommunalpolitik braucht vor allem Sachlichkeit, Respekt und Verlässlichkeit“.
Erste Meinungsverschiedenheiten
Nachdem das neue Gremium dem ersten Beschlussvorschlag der Verwaltung noch einstimmig gefolgt war, es wie bisher bei zwei Stellvertretern des Bürgermeisters zu belassen, zeigten sich bei der von Geschäftsleiter Thomas Beck geleiteten Wahl erste Meinungsverschiedenheiten. Während Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) spontan den bisherigen Zweiten Bürgermeister Norbert Borst (CSU) zur Wiederwahl vorschlug, stellte Florian Aberer (ULB) mit Marcel Dünisch (FCW) einen Gegenkandidaten zur Wahl. In geheimer Abstimmung konnte sich Borst allerdings mit elf gegen sechs Stimmen durchsetzen.
Herausfordernde Wahl
Noch schwieriger schien es bei der Wahl des Dritten Bürgermeisters zu werden, dessen Position nach Ausscheiden des bisherigen Amtsinhabers Uto-Paul Schmitt (FCW) in jedem Fall neu besetzt werden musste. Hier schien sich eine Stichwahl abzuzeichnen, nachdem Florian Aberer (ULB) zunächst Martin Eisenmann (Grüne) vorgeschlagen hatte, es dann aber auf Vorschlag von Johannes Dünisch (CSU) mit seinem CSU-Kollegen Andreas Freibott einen ersten Gegenkandidaten gab und schließlich auch noch Manfred Söder (FCW) seinen Fraktionskollegen Marcel Dünisch als dritten Kandidaten benannte. Doch gewann Martin Eisenmann schon im ersten Wahlgang mit elf Stimmen gegen Dünisch (4) und Freibott (2) die Wahl zum Dritten Bürgermeister.
Auch in der neuen Wahlperiode wird es nur zwei Ausschüsse zur Rechnungsprüfung und für das Kur- und Fremdenverkehrswesen geben. Zwar hatte Jacqueline Dünisch (ULB) angeregt, auch einen Bauausschuss zu bilden, um den Gemeinderat zu entlasten, konnte sich aber nicht durchsetzen. Die umfassende Beratung von Bauprojekten im Gesamtgremium habe viele Vorteile, wurde ihr entgegnet. Dies gelte vor allem bei Großprojekten wie dem Schulneubau oder Infrastrukturmaßnahmen.
Sitzverteilung in den Ausschüssen
Anschließend schlug Geschäftsleiter Thomas Beck vor, die Sitzverteilung in den Ausschüssen nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren vorzunehmen, wonach im fünfköpfigen Rechnungsprüfungsausschuss die CSU zwei Sitze sowie Grüne, ULB und FCW jeweils einen bekommen.
Im achtköpfigen Kur- und Fremdenverkehrsausschuss unter Vorsitz des Bürgermeisters sollen fünf Sitze auf die CSU und jeweils ein Sitz auf die anderen drei Fraktionen entfallen. Bis auf Gemeinderätin Marion Albert-Schneider (CSU), die die Beibehaltung des bisher angewandten Hare/Niemeyer-Verfahren forderte, obwohl dies in der Sitzverteilung keinen Unterschied gemacht hätte, stimmten alle übrigen Ratsmitglieder dem Vorschlag der Verwaltung zu.
Kandidaten für die Ausschüsse bestimmen
Die Fraktionen wurden aufgefordert, zur nächsten Ratssitzung Kandidaten für die beiden Ausschüsse zu bestimmen, ebenso wie für die Bestellung der drei Vertreter im Abwasserzweckverband, das Amt des Jugendbeauftragten und des Seniorenbeauftragten, zur Wahl des Ortssprechers Hohn sowie der jeweiligen Beauftragten für die Ortsteile.
Üblicherweise sind sowohl der Bürgermeister als auch seine Stellvertreter befugt, auf Wunsch als Standesbeamte für Eheschließungen und Lebenspartnerschaften zu wirken. Da Bürgermeister Andreas Sandwall und der wiedergewählte 2. Bürgermeister Norbert Borst diese Befugnis bereits haben, wurde nur der neu gewählte 3. Bürgermeister Martin Eisenmann vom Gemeinderat einstimmig zum Standesbeamten ernannt.
Verabschiedungenstanden ebenfalls an
Abschließend dankte der Bürgermeister allen ausgeschiedenen Ratsmitgliedern für ihren ehrenamtlichen Einsatz und verabschiedete sie mit unterschiedlichen Ehrengaben: Jugendbeauftragter Raphael Langer (CSU, 6 Jahre) erhielt einen Ehrenbecher, die Seniorenbeauftragte Barbara Schultze (9 Jahre) einen Ehrenteller.
Die Bürgermedaille in Bronze wurde für zwölfjährige Tätigkeit im Gemeinderat an Jürgen Reuß (CSU) und den bisherigen 3. Bürgermeister Uto-Paul Schmitt (FCW) verliehen, die Bürgermedaille in Silber erhielten für 18-jährige Mitgliedschaft Antje Kopp (Grüne) und Horst Krapf (CSU).
Besonderer Dank galt Helmut Wischang (SPD/UB), dem für seine 32-jährige Ratsmitgliedschaft die goldene Bürgermedaille verliehen wurde.
Alle ausgeschiedenen Gemeinderäte durften sich dann noch in das Goldene Buch der Gemeinde Bad Bocklet eintragen.
















