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Phänomen
Rathaus Wildflecken: Kleinhenz trifft Kleinheinz
Kleinheinz gegen Kleinhenz: Sandra und Daniel (links) arbeiten in der Wildfleckener Verwaltung gemeinsam mit Monika (Kleinhenz-Beké) und Gerd, drei davon sogar auf einer Etage.
Kleinheinz gegen Kleinhenz: Sandra und Daniel (links) arbeiten in der Wildfleckener Verwaltung gemeinsam mit Monika (Kleinhenz-Beké) und Gerd, drei davon sogar auf einer Etage. // Steffen Standke
Wildflecken – In der Wildfleckener Verwaltung herrscht eine verblüffende Namensähnlichkeit oder -gleichheit. Das führt im Alltag zu Wirrungen.

Der Anrufer – er machte Monika Kleinhenz-Beké von der Wildfleckener Verwaltung für einen Moment sprachlos. „Verbinden sie mich doch bitte mit Ihrem Mann“, forderte er. Und meinte damit Gerd Kleinhenz. Nur: Dieser ist weder ihr Mann, noch sind beide verwandt.

Die Frau im Vorzimmer und ihr Chef heißen nur gleich, rein zufällig. Und um die Sache noch delikater zu machen: In der Wildfleckener Verwaltung arbeiten nicht nur zweimal Kleinhenz, sondern auch zweimal Kleinheinz.

Trauender Vater existiert nicht

Kompliziert finden die Beteiligten ihre Namensgleichheit beziehungsweise -ähnlichkeit nicht, eher lustig. So erfuhr Sandra Kleinheinz aus dem Bürgerbüro mal, dass ihr Vater – gemeint war Gerd Kleinhenz – eine Trauung vorgenommen habe. Hat er, aber nicht als „ihr Vater“.

Und Daniel Kleinheinz – Geschäftsleiter und mit Sandra nicht verwandt oder verschwägert – berichtet, dass er und der Bürgermeister oft verwechselt werden. Wobei das Problem eher bei Auswärtigen besteht. „Die Einheimischen kennen uns ja“, so Monika Kleinhenz-Beké.

Namen kommen in Marktgemeinde oft vor

Überhaupt fragt sie Anrufer von außerhalb erst einmal, zu wem sie eigentlich wollen: zum Geschäftsleiter? Oder doch zum Bürgermeister? Alle vier versuchen, ihre Namen gegenüber Fremden besonders deutlich zu sprechen. Missverständnissen muss vorgebeugt werden.

Wobei: Auch das birgt Gefahren. „Wenn ich den Unterschied im Nachnamen betone, wollen sie ihn auseinanderschreiben“, berichtet Sandra Kleinheinz. Klein-Heinz als zusätzliche Variante in der Wildfleckener Verwaltung? Das will dort zugunsten der Klarheit wohl keiner.

Kleinhenz dominiert Oberbach, Kleinheinz Wildflecken

Kleinhenz und Kleinheinz gibt es in Wildflecken öfters, hat der Bürgermeister recherchiert. Wobei die Kleinheinzens dort dominieren. In seinem Heimatort Oberbach fehlen sie ganz. Dort besitzen die Kleinhenzens das Monopol.

Unter den Vorfahren des Ortschefs finden sich allerdings auch welche, die das kleine „i“ im Namen trugen, so der am 26. Dezember 1803 geborene Altglashüttener Johann Georg Stephan Kleinhe(i)nz. Mit den Schreibweisen nahm man es damals oft nicht so genau.

Vor vier Jahrzehnten noch keine Namensgleichheit

Große Gedanken wegen der Namenshäufung im Wildfleckener Rathaus haben sich die vier nicht gemacht. Monika Kleinhenz-Beké: „Wir sind damit aufgewachsen.“ Oder sollte man sagen: hineingewachsen?

Als die heutige Frau vom Vorzimmer 1984 in der Verwaltung anfing, gab es das „Problem“ noch nicht. Sie selbst trug noch einen anderen Nachnamen. Mitarbeiterin Resi Kleinhenz war kurz zuvor in den Ruhestand gegangen.

Drei der Vier arbeiten auf einer Etage

Fahrt nahm die Geschichte erst im Jahr 2003 auf, als ein gewisser Daniel Kleinheinz als Azubi im Rathaus begann. Drei Jahre später verließ er es schon wieder, kehrte erst im April 2017 zurück. Dafür kam 2012 dessen Namensvetterin Sandra. Und um das Vierergespann komplett zu machen, wurde 2014 Gerd Kleinhenz zum Bürgermeister gewählt. Übrigens: Außer Sandra Kleinheinz aus dem Bürgerbüro im Erdgeschoss arbeiten alle auf der Etage drüber.

Das Kleinhenz-Kleinheinz-Kuriosum – es wird sich in den nächsten Jahren „entkrampfen“. In drei Jahren räumt Gerd Kleinhenz seinen Bürgermeister-Posten; vier Jahre später geht Monika Kleinhenz-Beké in den Ruhestand. Kommt kein Kleinhenz-Ersatz, dominieren dann die Kleinheinzens.

Wie soll die Rathaus-Kapelle heißen?

Spaßeshalber denken die vier darüber nach, eine Rathauskapelle zu gründen. Schlagzeug, Trompete, Querflöte und das Zupfinstrument Lyra wären besetzt. Ob das Ensemble dann „Kleinhenz-“ oder „Kleinheinz-Band“ heißt – da müsste man sich noch einigen.

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