Wenn am Dienstag das neue Schuljahr startet, gibt es an den bayerischen Gymnasien wieder die 13. Jahrgangsstufe. Der Freistaat kehrt zu G9 zurück, also zum neunjährigen Gymnasium. Schülerinnen und Schüler schreiben ab dem Schuljahr 2025/2026 nicht mehr nach der 12. Klasse ihr Abitur, sondern ein Jahr später.
Die Umstellung bringt einiges an Veränderung mit sich: Die Schüler haben einerseits mehr Zeit zum Lernen, andererseits bedeutet eine zusätzliche Jahrgangsstufe, dass die Schulen neues Unterrichtsmaterial, mehr Lehrkräfte sowie Klassenzimmer benötigen. Unsere Redaktion hat bei den vier Gymnasien im Landkreis Bad Kissingen nachgefragt, ob die Rückkehr zu G9 gut funktioniert oder Probleme macht.
1. Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen: 70 Schüler mehr
Ein Plus von etwa 70 Schülerinnen und Schülern macht die Rückkehr zu G9 am JSG aus. Rund 840 Schülerinnen und Schüler werden im neuen Schuljahr an dem Gymnasium unterrichtet. „Räumlich werden wir keine Probleme haben“, sagt Schulleiter Markus Arneth. Das Schulgebäude sei räumlich gut ausgestattet.
Die Beschaffung neuer Schulbücher für die 13. Jahrgangsstufe laufe, und auch personell sieht der Rektor seine Schule gut vorbereitet. „Wir sind nicht unterversorgt, was Lehrkräfte angeht. Wir haben einige Teilzeitkräfte, die aufstocken und neue Kollegen. Im Gegensatz zu anderen Schulen können wir uns nicht beschweren“, meint er.
Eine Herausforderung werden die Abiturprüfungen im Mai. Anstatt von bisher drei Terminen für die schriftlichen Prüfungen werden es dann neun Termine sein. Das bedeutet, dass mehr Lehrer für die Aufsicht gebunden sind und mehr Prüfungsräume benötigt werden. „Wir müssen die Prüfungen anders organisieren. Insgesamt wird es händelbar sein“, zeigt sich Arneth gelassen.
2. Frobenius-Gymnasium Hammelburg: Schülerzahlen bleiben stabil
Rektor Erich Dietrich berichtet, dass die Umstellung am Hammelburger Gymnasium ebenfalls keine großen Probleme bereitet. Das Lehrerkollegium ist um eine zusätzliche Kraft angewachsen, während die Schülerzahlen nahezu unverändert geblieben sind, bei 485. „Wir hatten eine M-Plus-Klasse, also eine Klasse bei der die 8. und 9. Jahrgangsstufe auf drei Jahre verteilt wurde. Diese Schüler haben jetzt nach 13 Schuljahren ihr Abitur gemacht. Insofern haben wir in Hammelburg keine größeren Schülerbewegungen“, erklärt er.
Bei der Klassenbildung hat es Änderungen gegeben: In manchen Jahrgangsstufen mussten drei kleine Klassen zu zwei größeren zusammengelegt werden. „Ich bin zufrieden, was die Zahlen anbelangt“, sagt Dietrich. Die Raumsituation sei ausreichend, spätestens ab dem Schuljahr 2027 mit dem neuen Schulzentrum Hammelburg, sei die Schule langfristig gut ausgestattet.
3. Schönborn-Gymnasium Münnerstadt: 16 Prozent mehr Schüler
Jens Hupfer, stellvertretender Schulleiter am Schönborn-Gymnasium, stellt sich darauf ein, dass zum Schulstart noch nicht alle Lehrbücher vorhanden sind. Das hänge mit unterschiedlichen Lieferzeiten und Zulassungsprozessen zusammen. Sollten Bücher nicht direkt verfügbar sein, werden voraussichtlich PDF-Dateien bereitgestellt, mit denen zunächst gelernt wird. „Eigentlich ist das unproblematisch“, meint er.
Räumlich und personell habe die Schule ebenfalls keine Probleme. „Wir haben nächstes Jahr einige Lehrkräfte, die neu an Bord sind. Das Kultusministerium konnte uns personell alle Wünsche erfüllen. Ich gehe entspannt ins neue Schuljahr“, sagt Hupfer. Zusätzlich zur 13. Jahrgangsstufe seien die Anmeldezahlen in Münnerstadt dieses Jahr auf einem sehr hohen Niveau. 486 Schülerinnen und Schüler werden es im neuen Schuljahr sein, 70 mehr als im Jahr zuvor.
4. Franz-Miltenberger-Gymnasium Bad Brückenau: Luft nach oben bei Lehrern
„Wir hatten schon höhere Schülerzahlen. Die räumliche Unterbringung ist kein Problem“, sagt Martin Steinel, Rektor in Bad Brückenau. Was die personelle Ausstattung mit Lehrern angeht, klingt der Rektor nicht ganz glücklich: Ausreichend, aber mit Luft nach oben. „Wir haben zusätzlichen Bedarf an Lehrkräften und sind so versorgt, dass es aufgeht“, sagt er. Die Situation sei verhältnismäßig gut. Die Schule muss sich zwar bei zusätzlichen Wahlangeboten einschränken, im Pflichtunterricht ist jedoch alles abgedeckt. „Es ist ein Mangel, mit dem sich leben lässt. Wir können den Schülern trotzdem ein gutes Angebot machen“, betont er.
Mit 300 Schülerinnen und Schülern ist das FMG das kleinste Gymnasium im Landkreis. 26 von ihnen werden im Mai ihre Abiturprüfungen schreiben. Dass die Zahl der schriftlichen Prüfungen sich von drei auf neun verdreifacht, wird angesichts der personellen Lage eine Herausforderung. „Aber auch das ist nichts Neues. Wir werden die Welle schon meistern“, sagt Steinel.














