Gleich zu Beginn der öffentlichen Sitzung vereidigte Bürgermeister Jan Marberg (SPD) Stefan Richter (PWG) als letztes neues Stadtratsmitglied. Der Bad Brückenauer Architekt war sowohl bei der Konstituierenden als auch bei der zweiten Sitzung des neuen Gremiums verhindert.
Gastraum im alten Staatsbad-Bahnhof geplant
Der frühere Bahnhof im Staatsbad Brückenau ist schon jetzt von außen ein Schmuckstück. Der Innenausbau zu einer Unterkunft für Feriengäste läuft. Eigentümer und Bauherr Wolfgang Weller beantragte nun die Umnutzung der früheren Aufenthaltsräume im Erdgeschoss zu Gasträumen. Sie können als Ort für Feuern angemietet werden, zum Beispiel von Vereinen. 40 Menschen hätten auf den insgesamt 73 Quadratmetern Platz; hinzu kommt eine Freischankfläche außerhalb für 16 Gäste.
Stellplätze werden auf dem Bahnhofsgrundstück nachgewiesen; die Nachbarn haben der Umnutzung zugestimmt. Der Stadtrat hatte auch nichts dagegen. Genutzt werden kann das Erdgeschoss nach Wellers Angaben ab Juli; die Ferienwohnungen im Obergeschoss werden bis Jahresende ausgebaut.
Umbau fürs Mehrgenerationen-Café
Dass das ehemalige NKD- und Tropics-Moden--Geschäft in der Ludwigstraße 16 zu einem Mehrgenerationen-Café werden soll, hat diese Redaktion berichtet. Jetzt lag dem Stadtrat der offizielle Bauantrag vor. Demnach entstehen auf rund 183 Quadratmetern Fläche ein Gastraum mit maximal 50 Plätzen, ein separater Kinderspielbereich und ein Meetingraum. Das barrierefreie Café mit behindertengerechtem WC, aber ohne warme Küche und Alkoholausschank, soll täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet sein.
Bürgermeister Marberg hatte sich „schon lange gewünscht, dass ein derartiges Café entsteht”. Es sei ein schönes Gebäude, das auch in der Tiefe etwas hergebe. Die beteiligten Nachbarn haben dem Vorhaben zugestimmt. Stellplätze sind nachzuweisen beziehungsweise ein Ablösevertrag mit der Stadt zu schließen. Der Stadtrat stimmte dem Bauantrag einhellig zu.
Büros statt Hausmeisterwohnung in VR-Bank
Die VR-Bank möchte die 107 Quadratmeter große Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss ihres Gebäudes in der Unterhainstraße zu Büros umgestalten. Um dort circa zehn Arbeitsplätze entstehen zu lassen, müssten Innenwände in Trockenbauweise gesetzt und ein Dachflächenfenster eingebaut werden.
Der Stadtrat stimmte dem Bauantrag geschlossen zu. Entweder sind genügend Autostellplätze auf dem eigenen Grundstück oder einem in der Nähe nachzuweisen oder ein Stellplatzablösevertrag mit der Stadt Bad Brückenau ist zu schließen.
Wintergarten in Weber-KG
Die Wohnanlage Ernst-Putz-Straße 39, besser bekannt als Weber-KG, wird ihr Antlitz verändern, wenn auch geringfügig. Der Stadtrat genehmigte einen Wintergarten auf einem Balkon des terrassenförmig angelegten Gebäudes. Entstehen soll eine unbeheizte Aluminium-Glas-Konstruktion, die eine Grundfläche von 11,6 Quadratmeter umfasst. Der Stadtrat stimmte dem Wintergarten geschlossen zu.
Dienstreise ins Nicht-EU-Ausland
Etwas kurios entwickelte sich der letzte Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil (außer „Sonstiges“): Der Bürgermeister wollte übers Pfingstwochenende die englische Partnerstadt Kirkham besuchen. Da Großbritannien vor einigen Jahren aus der Europäischen Union ausgetreten ist, musste er sich die Dienstreise vom Stadtrat genehmigen lassen – was auch geschah. Hätte Marberg nach Ancenis – die andere Bad Brückenauer Partnerstadt im EU-Mitglied Frankreich – fahren wollen, hätte es keiner Genehmigung bedurft.
Rundhölzer für TV-Parkplatz
Unter „Sonstiges“ sprach Lukas Dill (Grüne) die Parksituation auf dem Parkplatz an der TV-Halle an. Einige Autofahrer würden dort „übers Ziel hinausschießen“, sprich wegen Orientierungsmangels beim Ein- und Ausparken gefährlich nah an die Böschung Richtung Geh- und Radweg entlang der Sinn gelangen. Dill brachte Rundhölzer als Begrenzung ins Spiel. Marberg hält die Idee für gut. Höhere Bordsteine seien hingegen aus Kostengründen verworfen worden.
Zu viel Wasser in Jahnstraße
Sven Wiesner (CSU) sprach einen „Umweltschaden“ in der Jahnstraße an. Dort sei bei einer Baumaßnahme der Stadtwerke ein Wall am Grundstück einer Familie entfernt worden, wodurch gerade bei Starkregen mehr Wasser die Straße hinunterlaufe und den Kanal verstopfe.
Stadtwerke-Geschäftsführer Torsten Zwingmann sagte, man sei mit der Familie im Gespräch. Der ursprüngliche Zustand werde wiederhergestellt, wenn die Bauarbeiten am Hochbehälter an der Edelruh abgeschlossen werden.
Markterkundung für Glasfaser-Ausbau
Im nicht öffentlichen Teil wurde das Markterkundungsverfahren zum Glasfaserausbau für schnelleres Internet auf den Weg gebracht. Das Unternehmen GlasfaserPlus hatte aus wirtschaftlichen Gründen von einem Ausbau in Bad Brückenau Abstand genommen. Damit muss nun die Stadt selbst ran (wir berichteten).
Die Markterkundung soll jetzt klären, wie es um die Breitbandversorgung im Stadtgebiet bestellt ist. Mit Anbietern und Kommunikationsunternehmen soll gesprochen werden, ob sie sich einen Ausbau der Infrastruktur vorstellen können. Wenn nicht, muss die Stadt selbst tätig werden.
Die Studie selbst verschlingt einen hohen vierstelligen Euro-Betrag. Marberg rechnet mit einer 100-prozentigen staatlichen Förderung.















