Über eine Woche war es still um das Rathaus in Zeitlofs. Jetzt kommt ein Signal, das zumindest einen Teil, seine Wähler, der Marktgemeinde freuen wird: Bürgermeister Matthias Hauke (GMZ) betont auf Nachfrage der Redaktion am Mittwochmorgen: „Ich habe nicht abgelehnt“. Gemeint ist seine Wahl zum Bürgermeister am 8. März. Mit 57,4 Prozent Zustimmung – ohne offiziellen Gegenkandidaten – erhielt er zwar die Mehrheit der Stimmen, doch 42,6 Prozent der Stimmen gingen an andere, wählerbenannte Personen.
Im Gespräch heute sagt er: „Es wäre falsch jetzt hinzuschmeißen." Einen Tag nach der Wahl klang er noch anders und erbat sich Zeit zum Nachdenken. Ob er sein Amt weiterführen wollte, war offen. Mit ein bisschen Abstand sehe er das Ergebnis der Wahl klarer. „Die Mehrheit möchte, dass ich weitermache, das ist Demokratie.“ Auch wenn dennoch ein „komisches Gefühl“ über das Wahlverhalten und Fragezeichen im Nachgang bleiben.
Zustimmung für Hauke im Kreistag
In der vergangenen Woche nach der Wahl habe Hauke zahlreiche Telefonate und Gespräche geführt. Der Zuspruch nach dem Artikel über seine Zweifel vom 10. März sei groß gewesen. Auch die Zustimmung über den Kreistag, wo er für die PWG an dritter Stelle mit 6803 Stimmen reingewählt wurde, hält er für relevant. Heute ist ihm noch klarer als zuvor: „Wir haben in der Gemeinde viele Brocken zu stemmen, vieles polarisiert und manches wird benutzt, um Stimmung gegen mich zu machen.“
Er bezieht sich dabei auf das Thema der aktuell neu gebauten Wasserversorgung und die damit zusammenhängende Finanzierung. Diese wird über Verbesserungsbeiträge rechtlich bindend über die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde finanziert. Hierzu hatte sich im vergangenen Jahr eine Interessensgemeinschaft gegründet, die die Finanzierung sowie den Neubau, so wie geplant, hinterfragt.
Gemeinderat entscheidet über Projekte in der Gemeinde
Für Hauke passt es nicht zusammen, dass der Unmut darüber an seiner Person ausgelassen werde. „Ich bin enttäuscht, dass es nur an meiner Person festgemacht wird". Denn der Gemeinderat entscheide über die anstehenden Projekte, Bauvorhaben, die konkrete Finanzierung und noch vieles weiteres.
Hauke ist sich indess bewusst: „Ich muss das ausbaden, dafür bin ich Bürgermeister und muss gemeinsame Entscheidungen nach außen vertreten.“ Dennoch geht der Unmut von manchen Mneschen darüber hinaus: Vor eineinhalb Jahren bereits erhielt der Bürgermeister Morddrohungen. Auch kürzlich erhielt er einen anonymen Brief mit Drohungen.
Für die nächsten sechs Jahre wünscht sich Hauke dennoch, dass die Zustimmung aus der Bevölkerung besser wird und dass es mit dem neuen Gemeinderat eine positive Wendung gibt. Hauke: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Gemeinderat, der am 1. Mai anfängt."
Wahlergebnis:
In Zeitlofs lag die Wahlbeteiligung am 8. März bei 73 Prozent. Matthias Hauke erhielt als einziger Bürgermeisterkandidat einen Stimmanteil von 57,4 Prozent (650 Stimmen). Die Wählerinnen und Wähler zogen es in 42,6 Prozent der Fälle vor, eigene Vorschläge auf den Wahlzettel zu schreiben. Hier wurden bestimmte Menschen häufiger erwähnt: Walter Nicolai aus Detter erhielt 197 Stimmen, Volker Roth aus Roßbach erhielt 116 Stimmen, Sabine Schiffler aus Weißenbach erhielt 17 Stimmen, Roland Limpert aus Eckarts 13 Stimmen und Andreas Blatterspiel 11 Stimmen. 129 weitere Personen, die nicht eindeutig zuzuordnen waren, wurden zudem gewählt.



















