0
Am Autobahn-Hang
Römershager sehen Solarpark kritisch
Auf diesem Hang nahe der Rhönautobahn und Römershag könnte bald eine Photovoltaikanlage stehen. Der Stadtrat befürwortete eine entsprechende Bauvoranfrage.
Auf diesem Hang nahe der Rhönautobahn und Römershag könnte bald eine Photovoltaikanlage stehen. Der Stadtrat befürwortete eine entsprechende Bauvoranfrage. // Steffen Standke
Römershag – Eine Photovoltaikanlage könnte die Energiewende an Bad Brückenau herantragen. Allerdings äußern Anwohner des Stadtteils Römershag Bedenken.

Die Blicke der Autofahrer auf B286 und A7 bei Römershag – eine besondere Anlage an den Hängen zur Autobahn könnte sie bald auf sich lenken. Zumindest dann, wenn das Landratsamt der „Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage und Transformatorstation“ oberhalb des Ortes zustimmt. Im Stadtrat wurde eine Bauvoranfrage dazu diskutiert. Ein Mitglied durfte nicht mitstimmen.

Solarmodule auf fast neun Hektar

Dabei handelt es sich um Robert Eder (PWG), auf dessen Flächen die PV-Anlage entstehen könnte. Der Bauvoranfrage zufolge sollen von seinem knapp 23,5 Hektar großen landwirtschaftlich genutzten Gelände 8,8 Hektar, also etwas mehr als ein Drittel mit Solarmodulen überbaut werden. Dazu käme im südwestlichen Bereich des Grundstückes eine kleine Trafostation.

Die Zufahrt zum Grundstück würde über einen schmalen, relativ steilen Feldweg erfolgen. Die Rhönautobahn wäre zwischen 30 und 190 Meter entfernt; die nächste Wohnbebauung circa 70 Meter unterhalb. Die Hauptbebauung des Bad Brückenauer Stadtteils Römershag beginnt in rund 180 Meter Entfernung.

PV-Anlage läge im Wasserschutzgebiet

Für die infrage kommende Fläche gelten Besonderheiten: Sie liegt nicht nur im Naturpark und im Landschaftsschutzgebiet, sondern auch im Wasserschutzgebiet der Kurstadt Bad Brückenau. Weswegen dort strengere Maßstäbe anzusetzen sind.

Baugesetzbuch macht Beschränkungen

Der geplanten PV-Anlage dürften Regelungen des Baugesetzbuches zugutekommen: Demnach sind Solarparks nur zulässig, wenn sie sich auf Flächen längs von Autobahnen oder zweigleisigen überregionalen Schienenwegen in einem Korridor von 200 Metern Breite erstrecken – was ja bei Römershag der Fall wäre.

Allerdings muss die Erschließung gesichert sein. Und öffentliche Belange wie die Bodennutzung oder ein Erholungsraum für die Allgemeinheit dürfen nicht entgegenstehen.

Keinen Präzedenzfall schaffen

Dieter Seban (CSU) will „als Stadtrat das Projekt unterstützen“. Der Römershager Ortssprecher gab aber auch Bedenken von Anliegern weiter, die die PV-Anlage als sehr groß und zu nah an der Wohnbebauung ansehen. Außerdem müsse man in Sachen Wasserschutzgebiet aufpassen, dass man keinen Präzedenzfall für andere Solarinvestoren schaffe. Ingo Queck (Grüne) würde es eine schöne Verbindung finden, unter den Solarmodulen Bewuchs zuzulassen oder Tiere weiden zu lassen. Der Solarpark könnte sich durch Randbegrünung in die Umgebung einpassen.

Emanuel Fritschka (PWG) sagte: „Wenn man klimaneutral werden will, muss man solche Projekte unterstützen.“ Sein Fraktionskollege Claudio Kleinhans meinte hingegen, in Sachen Photovoltaik solle man erst an die Dächer der Stadt gehen. Dort seien derlei Anlagen kaum vorhanden. Er dachte unter anderem an die Grundschule.

Sonnenkollektoren sind drehbar

Robert Eder als Grundstücksbesitzer informierte, dass der Bauherr die Voranfrage gestellt habe, um den Prozess der Genehmigungen anstoßen zu können. Den Namen der Firma nannte er nicht.

Bei der Fläche handele sich um „benachteiligtes Ackerland“, auf dem nicht viel wachse und intensive Beweidung verboten sei. Dort dürfe nichts Grundwasserschädliches stattfinden. Die Solarmodule seien auf Pfählen 1,20 Meter überm Boden angebracht und drehbar.

Außer einem befürwortete der komplette Stadtrat die Bauvoranfrage. Allerdings mit dem Hinweis, dass Natur- und Wasserschutz sowie öffentlicher Belange dem nicht entgegen stehen dürfen.

Mehr zu regenerativen Energien im Landkreis Bad Kissingen lesen Sie hier: 

 

Inhalt teilen
  • kopiert!